Ausgabe 
(10.7.1897) 39
 
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desselben in ihrem Leben in Ausführn»« zu bringen,woher dann die «rosse Unwissenheit vieler m religiösenDingen und ihr oft so unchristliches Leben trotzalles früheren Unterrichtes und so vieler Belehrungenund Ermahnungen kommt. Diesem Uebel abzuhelfen istallerdings auch von andern Seiten vielfach schon versuchtworden.' z. B. durch Herausgabe von mitunter trefflichgeschriebenen und ausgestattetenchristlichen Haus- undFamilienbüchern", welche die Glaubens-. Sitten- undGnadcnlchre des Christenthums stistematisch erklären,(s die Glaubens- und Sitteulehre der kathol. Kirche vonDr. H. Rolfus und Fr. I. Brändle u. A.). Aber eines-theils sind diese Bischer meist zu theuer, um in Masseunter das Volk zu dringen, anderseits auch zu voluminös,als daß sie zum bequemen Handgebrauch dienenkönnten. Hiezu aber dürfte eil» Katechismus -Gebetbuchsich eignen. Ein Gebetbuch wird ja überhaupt lieber undleichter benüht. und wenn in einem solchen, wie es hierimKatechismus und Leben" geschieht, die Lehren desKatechismus (meist in dessen nämlichen Worten) m Formvon Gebeten. Belehrungen und Erwägungen enthaltensind und wiederholt werden, und Hiebei gezeigt wird. wie. ud zu welchen Zeiten und Gelegenheiten sie im Lebeni geübt werden können und sollen, so ist dadurch gewißr t mehr des Guten zu erzielen.

üas pro üot'uuetis oommocliorem eeelesiarumU8um ex missali romano ckeoumptae. L.ovsckit rittwabsolutiovis pro äskuuatiz ex rituali st pontiüoalironmno. 4° mi. pp. II -s- 48. Ratisdonse, I?r.kustst, 1896 (III). Ll. 4,20 Ii§.s. DasNissals äskunotorum" init Singnoten, ge-uauest nach allen Regeln der Rubriken hergestellt, be-weist. wie alle andern Veröffentlichungen der berühmtenVerlagsfirma, von neuem, mit welch peinlicher Sorgfaltin stets zunehmender Vervollkommnung dafür gesorgtwird, daß die liturgischen Texte der Kirche uns in muster-giltigen Ausgaben geboten werden. Gewisse Unebenheitender Orthographie (zu häufige Verwendung großer Anfangs-buchstaben bei Hauptwörtern) sind Dinge, die wir demVerlage nicht zum Vorwurf machen können, solange vonautoritativer Seite alter Gewohnheit zu Liebe eine ver-nünftigere Handhabung nicht gestattet wird. Der neben-bei bemerkt in allen Brevier- und Missale-Ausgaben (auchbei Pustet) konsequent falsch betonte Genetiv ,,»Iteriu8"(stattalterlus", ebenso wiesolliio, unlv8") vonalter"kommt in diesen Texten zufällig nicht vor: die Beibehalt-ung des durch die Sprachwissenschaft wohl begründetenBuchstabenj" können wir nur billigen. Es ist lediglicheineMode-Caprice", ihn überall durch1" zu ersetzen:so wird es aber jetzt in allen Schulen gemacht, ja auch inden neueren päpstlichen Aktenstücken (wenigstens im Druck).

Der Christ im Weltleben und seine kleinen Unvoll-kommenheiten. Herausgegeben von Tilman Pesch, 8. (4. Auflage). Verlag von I. P. Bachern

in Köln.

; Ein wahrhaft köstliches Büchlein, das von einertiefen Kenntniß der Menscheuseele zeugt und eine treff-liche Anleitung zur möglichsten Vollkommenheit katholischerChristen im Weltlebcn gibt. Der Verfasser des Büchleinsist der Franzose A. Bandon, ins Deutsche übersetzt undfür Deutsche bearbeitet hat es der Tilman Pesch, ohne der Eigenartigleit des Originals im WesentlichenAbbruch zu thun. Der Umstand, daß binnen eines Halb-jahres schon wieder eine neue Auflage nöthig wurde,spricht allein schon für den Werth des Werkchens, daswir in den Händen aller gläubigen Katholiken, nament-lich aber der Gebildeten, zu sehen wünschten. Es würdezu weit führen, auf den Inhalt genauer hier einzugehen.Nur eine Probe, die ahnen läßt, wie sehr der Verfasseraus dem Vollen des Lebens schöpft! Unter den kleinen,in ihrer Entwicklung und Folge aber doch recht häufigsehr bedeutungsvollenUuvollkommenheiten" behandeltder Autordie Kleinlichkeit" und schreibt u. A.:Wirdnicht die kleinste Meinungsverschiedenheit, selbst über un-bedeutende Dinge, Veranlassung zu übler Laune, zu Ver-druß zu Zank und Zwist zwischen Mann und Frau?Und doch handelt es sich in den «leisten Fällen um weiter

nichts als um einen Zeitvertreib, den der eine gern hätte,der andere aber nicht mag: um einen Spaziergang, dermehr oder weniger nach dem Geschmack des einen oderanderen Theiles ist: um eine Ansicht bei Erziehung derKinder oder bei der Behandlung der Dienstboten: um dieStunde der Mahlzeit: um eine an sich ganz gleichgiltigeAufstellung der Zimmergerathe" rc. Vortrefflich sind dieAbhandlungen überDie Anhänglichkeit an das liebe Ich",dieTafelsreuden", dieEmpfindlichkeit", dieUeblenLaunen", dieJnconscquenz".Oberflächliche Frömmig-keit" u. s. w. Volle, leZe!

DieWeisheit auf derGasse". Neue Sprichwörter-Sammlung. Herausgegeben von Heinrich Leine-weber. Verlag von Fd. Schöningh in Paderborn .

; Der Reichthum der deutschen Sprache an Sprüch-wörtern ist eine bekannte Thatsache; man ist aber dochüberrascht von diesem Reichthum, wenn man ihn schwarzauf weiß in einem solchen Umfang vor sich hat, wie esin dem oben angezeigten Buche der Fall ist. Der Heraus-geber will, wie er schreibt, in diesem Werkchen dazu bei-tragen. daß die Sprichwörter immer mehr bekannt undgewürdigt werden (I. Theil) und dazu verhelfen, daß dielandläufigsten sprichwörtlichen Redensarten und Wend-ungen (deren er nicht weniger als 315 behandelt) richtigaufgefaßt und mit Verständniß gebraucht werden. Inbeiden Beziehungen scheint uns seine Behandlung desStoffes durchaus zweckentsprechend zu sein. Auch ver-dient die systematische Anordnung des Stoffes ebensovielLob als die Erklärungen, mit denen er eine große An-zahl von Sprichwörtern und sprichwörtlichen Redens-arten versehen hat. Das Werkchen dürfte sich zur An-schaffung besonders auch für die studirende Jugend em-pfehlen.

Die Herrlichkeiten der göttlichen Gnaden. VonProfessor Dr. Scheeben. 6. Auflage. Verlag vonHerder. Freiburg . Preis 2 M. 80 Pfg.

I Die Grundlage dieses Buches, das nunmehr in6. Auflage vorliegt, bilden des spanischen (aus Deutschland stammenden) Jesuiten Nierenberg Abhandlungenckeprstio üiasstiwakili cklvinas Arstis-e", deren Originalim Jahre 1890 in Madrid wieder zum Druck gelangt ist.Um dem Mangel eines populär dogmatischen oder as-ketischen Werkes, das ex prokeoou ausführlich undgründlich von den'Herrlichkeiten der Gnaden handelte,m der religiösen Literatur abzuhelfen, verfaßte an-lehnend an das Werk k. Nierenbergs, aber zum weit-aus größten Theil ganz selbstständm Scheeben dasoben angezeigte Buch, dessen 5. und 6. Auflage nachScheebens Tod der bekannte Dominikaner Albert M.Weiß besorgte. Die neueste (6.) Auflage stellt sich alseine Neubearbeitung dar. bei welcher der Herausgeberhauptsächlich den Zweck verfolgte, die geistreichen, abermanchmal dunkel gefaßten Gedanken vr. Scheebens involles Licht zu rücken, überschwängliche, mystische Aus-drücke, die eine irrige Auslegung nahelegten, zu rektisizirenund den Stil des Ganzen auf die Höhe des Inhaltes zubringen. Das Brich ist allen ernsten, auf höherer Stufedes religiösen Lebens stehenden katholischen Christenbestens zu empfehlen.

tiVsbsr, 6 6 orKV., MLAwtsr okori eoolsoias oatbeärLlt»NvAllutinae, Äanuals oantuo soolssiaotiv«iuxta ritum 8. Romauss Lools8iae. Lickitio8eeuuäg. Oum approbatious. 8". 9 Bogen. Preisgebunden in Callrco Mk. 1.. Mainz . FranzKirchheim.

Der Zweck dieses außerordentlich handlichen Auszugesaus dem römischen Graduale ist: die Einführung deslateinischen Choralgesanges beim Hochamte zu erleichtern.Alle Feiertage und privilegirten Sonntage und fast dasganze Oommuvo Lauotornm sind berücksichtigt. In Fuß-noten sind alle lateinischen Texte in's Deutsche übersetzt.Der Notendruck ist exakt ausgeführt. Endlich ist dasHandbuch mit kurzen Anweisungen über die Ausführungder hier gebotenen Gesänge und mit einer übersichtlichenInhaltsangabe versehen.

Vcrantw. Redacteur : Ad. Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .