Ausgabe 
(16.7.1897) 41
 
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inns werden, der werth und würdig wäre, daß ihm dervielgenannte und vielmißbrauchte Humanismus weichenwürde. Dann würde auch die des großen und wahrenGermanismus unwürdige Vergötznng Goethes über-wunden sein: und der große christliche Weltkreis, mitechtem Dentschthnm und echtem Griechenthnm als Brenn-punkten, mit dem Christenthum als Sonne, würde offen-licgen und viele schwere Räthsel lösen.

Recensionen und Notizen.

Richter P.. Die Benediktinerabtei Maria-Laach, ein geschichtlicher Rückblick auf acht Jahr-hunderte (10931693). 8°, 93 S. Hamburg , Ver-lagsanstalt A.-G., 1896. M. i,oo. 's. Dieser kurze Abriß einer Klostergeschichte bildeteinen Bestandtheil derSammlung gemeinverständlicherwissenschaftlicher Vortrüge" von Virchow und Holtzendorff-Wattenbach (Neue Folge: eilfte Serre, Heft 244/55). Werkennt nicht dieStimmen aus Maria-Laach ", die von dendeutschen Jesuiten herausgegebene, vornehmste katholischewissenschaftliche Zeitschrift Deutschlands ? Sie verdankenihren Namen dem Kloster Maria-Laach ( Dseum) beiAndernach am Rhein. Längst bevor die Jesuiten (1862)die Räume bezogen, um dort eine rege wissenschaftlicheWirksamkeit zu entfalten, war die Stätte durch Bene-Rktinermönche zu einem friedlichen Cultursitz gemachtworden, in dessen stillen Mauern manches Gelehrten-lebcn geblüht und dahingewelkt hat. Der Verfasser schöpftaus handschriftlichen Quellen, die noch in reichem Maßevorhanden sind. Das Kloster, das jetzt (seit 1893) wiedervon Benediktinern aus der Beuroner Congregation be-wohnt wird. wurde von Mönchen desselben Ordens bereitsachthundert Jahre früher (1093) besiedelt und bis zu seinerAufhebung (1802) bewohnt. Richter gibt uns ein belebtes,anschauliches Bild der geistigen Bestrebungen, welche dasaltehrwürdige Kloster zu einem Edelsitz deutscher Culturmachen. Besonders interessant und ganz neu den Quellenentnommen schildert er (S. 6080) die an Kämpfen nichtarme Humaniftenzeit, die ja auch im Convent zu Maria-Laach einen Widerhall gefunden hat. Möge das Büch-lein allen ein lieber Vorbote werden zu der demnächst er-scheinenden, mit Begierde von uns erwarteten Arbeit des-selben Verfassers über dieSchriftsteller des Benediktiner -klosters Maria-Laach "; der Verfasser wird damit sicherdie Geschichte der monastischen Literatur um ein wichtigesStück bereichern.

JörgensenJohannes, Lebenslüge und Lebens-wahrheit. Aus dem Dänischen überseht. Mainz, Franz Kirchheim. Kl. 8°. (IV u. 74 S.) In ele-ganter Ausstattung M..80; in elegantem Ori-ginaleinband M. 1,50.

Der Verfasser, wohl der talentvollste und bedeutendsteder jüngeren dänischen Dichter, der im vorigen Jahr inden Schoß der katholischen Kirche zurückgekehrt ist, bietetin dieser Schrift in fesselnder Sprache interessante Stim-mungsbilder, welche ein Helles Streiflicht auf die Vorgängein seinem Innern werfen, die sich in den Tagen seinerConversion vollzogen. Er weist das in blasirtem Skepti-cismus gesprochene Wort Jbsen's, daßdas Glück nurmöglich ''i durch die Lebens lüge", entschieden zurückund zeigt, daß nicht der von ihm früher in den Bahnendes Darwinismus und Individualismus vertretene Un-glaube der Weg zu Wahrheit und Glück sein kann, daßnicht eitler Weltsinn und überhebende Selbstvergötterungzum Heile führen kann, sondern einzig und allein echteSelbstverleugnung im Sinne wahrer christkatholischerLcoeiisauffassung.

Peters, k. F., 6. 83. U., Der verlorene Sohn.Fastenbetrachtungen. Mit kirchlicher Approbation.8°. (XIII u. 152 S.) geh. M. 1.-. geb. M. 1,60.Mainz, Franz Kirchheim.

In die ebenso einfache als schöne Parabel vom Ver-lornen Sohn hat der Heiland eine der taktvollsten Wahr- 1

heiten des Christenthums eingekleidet. Die einzelnen ausdem Leben gegriffenen Vorgänge dieser Parabel werdenin dieser Schrift von einem kundigen Seelenführcr in17 Episoden mit Liebe und Verständniß ausgeführt. Einnützliches Büchlein für Jedermann, insbesondere für diereifere Jugend.

Bougaud. Msgr. Emil, Bischof von Laval. DieKirche Jesu Chri st i. Autorisirte deutsche Aus-gabe von Philipp Prinz von Arenbera,päpstl. Gehcimkämmerer und Domcapitnlar in Eich-stätt. (Christenthum und Gegenwart. Bd.IV.) Mit bischöfl. Approbation, gr. 8°. (XIII u.470 S.) Preis M. 4.50. gebd. M. 5.60. Mainz .Franz Kirchheim.

Die Kirche Jesu Christi", der vierte Band desWerkesChristenthum und Gegenwart", gilt als Glanz-punkt dieses apologetischen Werkes des Bischofs von Laval.Der Verfasser bewegt sich nicht auf herkömmlichen Ge-leisen, seine Schrift -zeichnet sich aus durch volle Be-herrschung und durchsichtige Dertheilung des Stoffes,Neuheit der Gedanken und oratorischen Schwung. Nichtwenige Kapitel in diesem Werke, welche die aktuellstenFragen behandeln, wird man vergebens in andern Apolo-getiken suchen. Die Schrift bietet daher reiches Materialfür apologetische Vortrüge über Leben und Fortschrittder Kirche, Unfehlbarkeit. Papstthum, die moderne Gesell-schaft rc. Die Uebersetzung des Prinzen Philipp von Aren-berg verdient alles Lob.

Peters, k. F., v. 88. R,.. Das Leiden Christi.Eine Hochschule christlicher Tugend und Voll-kommenheit. Mit kirchlicher Approbation. Volks-ausgabe der 1891 bis 1896 erschienenen 3 Bündchen:Der Oelgarten Gethfemane. 8°. (XII und296 S.) Der Richterstuhl. 8". (XII u.374S.)Die Schädelstätte. 8". (XII und 232 S.) ineinem Band gebunden M. 4,. gebd. M. 5,.Mainz , Franz Kirchheim.

Diese Hochschule der Tugend, aus drei Bündchen be-stehend, umfaßt drei Hauptstationcn: 1) Der GartenGethsemani. 2) Der Richterstuhl. Jesus vor dem jüdischenHohen Rathe und dem heidnischen Richter Pilatus.3) Die Schädelstätte oder Golgatha. Der Leidensgangdes Erlösers zur Schädelstätte und seine Kreuzigung. DieSchriften der Heiligen Thomas von Aquin, Bonaventura und Älphons v. Liguori sind diesem Werke zu Grundegelegt. Es zeichnet sich vor anderen ähnlichen Abhand-lungen dadurch aus, daß bei jedem der 47 Abschnitte diepraktische Anwendung auf das Leben des Christen, dieUebung der entsprechenden Tugend nicht bloß kurz ange-deutet, sondern ausführlich behandelt wird. Das Werkist in erster Linie für geistliche Lesungen bestimmt, bietetaber auch reichen Stoff für geistliche Vortrüge.

Mit dem außerordentlich reichen Inhalt von 14 größeren,zum Theil illustrirten und der doppelten Zahl kleinerer Bei-träge ist soeben das Juliheft vonAlte und NeueWelt" auf unsern Redaktionstisch gelangt. Auch ange-sichts dieses Heftes darf man sagen, baßAlte und NeueWelt" das im Anfang des Jahrgangs gegebene Versprechengroßer Reichhaltigkeit und aktuellen und fesselnden Inhaltsbis heute vollauf eingelöst hat. Die ErzählungMari-quita" von Alinda Jacoby wird, sicher zur Befriedigungaller Leser, in harmonischer Weise abgeschlossen. Eineneue ErzählungNach Amerika " von F. Ä. Bürkenimmt ihren Anfang und fesselt schon gleich im Beginndurch die packenden Auswandererscenen in einem kleinenDorfe. Von den Aufsätzen erwähnen wir vier reichillustrirte:Adrianopel " von Dukas Theodassos,Sumpfbilder aus dem Donaudelta" von E. v.Dombrowski,Die große Heiligsprechungsfeierin St. Peter" von Dr. ?. Gregor Koch.

Verantw. Redacteur: Ad.Haas in Augsburg. Druck». Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .