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Professor Hartl und Fürstbischof Dr. Kabn. DaSWerk über das sociale Wirken der Kirche ist bis zumdritten Bande gediehen.
Prälat Schindler begrüßt auch die selbststäudigeGründung der slovemschcu Leo-Gesellschaft in Laibachmit aufrichtigster. Sympathie. Se. Excellenz BaronHelfcrt bemerkt dazu, das; eine ähnliche Schöpfungfür die Katholiken czcchischer Zunge ebenso zu begrüßenmäre.
Die Wahl des OrteS der nächsten Generalversamm-lung wird. da Olmütz und Bndweis abgelehnt haben,dem Directorimn überlassen. Ueber Antrag des Pro-fessors Dr. Gitlbauer wurde das Directorimn beauf-tragt. die Schaffung eines Organs zur Veröffentlichungvon Abhandlungen der Mitglieder in Erwägung zu ziehen.Nach Beantwortung einer Interpellation des Dr. Waitzaus Brixen über die Veranstaltung von socialen Cursorwurde durch den kaiserlichen Rath Dr. Trura der Dankdem Vorsitzenden und den Mitgliedern des Direktoriumsabgestattet und die Generalversammlung nach dritthalb-stündiger Dauer geschloffen.
DieFestvers amin lung im dichtgefüllten, geschmack-voll deeorirtcn Wappensaal des Landhauses war unterAnderen besucht von den hochiv. Herren Fürstbischöfenvon Gurt und von Lavant , von Hofrath von Kozarynin Stellvertretung Sr. Excellenz des Landesprästdenten,vorn Landeshauptmann Grafen Zeno Goeß . von Sr. Durch-laucht dem Fürsten Heinrich Rosenbcrg. GM. von Birst,von den Ministerresidenten Baron Reger rrnd von Pilat,voirr Bürgermeister der Landeshauptstadt Julius Neuner ,von Sr. Ercellenz dem Grafen Honos. vorn Obmann desLocalconritös Msgr. Nagl aus Rom , von Cvnte Veith,Hofrath Schwab, HandelSkaimnerpräsidentenvonHillinger,Berghauptmann Gleich und zahlreichen angesehenen Per-sönlichkeiten. vielfach mit ihren Damen.
Am Präsidcntentische waren Se. Excellenz BaronHelfcrt und Generalsecretär Prälat Schindler undzunächst Se. Excellenz Graf Brandts. Landeshaupt-mann von Tirol und Präsident des Tiroler ZwcigvereineS,Mid die Directionsmitglieder. Nach der mächtig wirken-den Festhriliine. gedichtet und verlont von Dr. Richardvon Kralik, sprach nach den einleitenden Worten desVorsitzenden der hochw. Herr Fürstbischof Dr. Kahn überdie erhabenen wissenschaftlichen Aufgaben der herzlichstzu begrüßenden Leo-Gesellschaft, über welche er den Segendes Himmels herabsiehst.
Es folgte sodann der Bericht über die VereiirZtbätig-kcit durch den Generalsecretär Prälat Schindler: ergedachte der Zunahme der Mitglieder, zu welchen fünfAngehörige des allerhöchsten Kaiserhauses zu zählen sind(Lebhafter Beifall), rrnd der diesjährigen Leistungen be-sonders auf dem Gebiete der Literatur und Kunst. Dasreiche Bild dieser fruchtbaren Thätigkeit in Schrift undWort wurde mit allgemeinem Interesse aufgenommen unddie Schlußworte über das dein Lande zu erhaltende christ-liche Gepräge und die cultnrgeschichlliche Aufgabe, zuwelcher auch die Leo-Gesellschaft ihre Beiträge liefernwolle, weckte lebhaften Beifall.
Die Gesellschaft wuchs im Jahre 1897 auf 1730 Mit-glieder und Thcilnehmer: darunter befinden sich 11 Mit-glieder des allerh. Kaiserhauses. Spenden liefenrn diesem Jahre u. A. ein: vom k. k. Unterrichtsministeriumfür die Herausgabe der „Quellen und Forschungen zurGeschichte und Literatur Oesterreichs und seiner Kron-länder" im Betrage von 400 fl., für das OesterreichischeLiteraturblatt 300 fl.. vom hochiv. Fürsterzbischos Dr.Kohn von Olmütz zur Unterstützung junger Gelehrterfür wissenschaftliche Reisen 300 fl., von Prälat Dr. Franzin Gmiiirden 200 fl.. von einer Dame in Wien 500 fl.Der Vermögoisstand belauft sich auf 22,500 fl.
Die Leistungen auf dem Gebiete der Wissenschaft undLiteratur in diesem Jahre sind besonders folgende: Das„Jahrbuch der Leo-Gesellschaft" mit wissenschaftlichen Ab-handlungen von Wehofer, Weichs-Glon, Stentrup. Fil-kuka . Hirn; das „Sociale Wirken der katb. Kirche in derDiöccse Seckan" von Stradner: die „altdeutschen Passions-spiele aus Tirol" von Wackcruell; der 5. Jahrgang des„Oesterr. Literatnrblatt" von Schnürer; „Armenpflegeeiner Großstadt" von Weißkirchner: „Die Gegenreforma-tion in Bruck a. d. Leitha" von Pröll; das Lehrbuch der
Erzieh,lngskunde" von Grinnnich; die „Allgem. Bücherei*.(> Hefte mit Werken von Caldcron, Annette von Droste -Hülsdoff, Stifter, Hvrtt, Shakespeare, Sophokles : dazukommt eine große Reihe von Werken, die in Vorbereitungstehen, u. A. ein großes itkustr. Prachtwerk „Die kathol.Kirche unserer Zeit in Wort und Bild" und „ApologetischeStudien". Außerdem wurden zahlreiche Vortrüge überwissenschaftliche und litcrarische Gegenstände gehalten,darunter namentlich eine Reihe socialwiffenichafllichervon Bcrger, Schmiedland, Klopp, Kienböck. Gorski.
Auf dem Gebiete der Kirnst ragen besonders hervor,die Aufführung des Brncker Requiems in der Kirche „AmHof" durch JiilinS Böhm, des Oratoriums „Christus"von Liszt im Mnsikvereinssaal durch die Chöre desSchnbertbuudcs und der Wiener Singakademie unterLeitung Fcrd. Lowe's: des Calderon'schen Autos „Dasgroße Weltthcastr" im Nrcadeuhofe des Wiener Rcsth-hauses. — Gewiß ein herrliches Bild segensreichenSchaffens!
Der meisterhafte Vortrag des Festredners, ProfessorsDr. Hann, kennzeichnest die vollste Blüthe der christlichenKunst in Körnten, welche trotz der Verwirrungen desInvestitur-streites Berg und Thal mit Hunderten vonDenkmalen übersäet hatte. Redner machst Fremde wieEinheimische auf den Reichthum an Schützen aufmerksam,an welchen so Viele achtlos vorübergehen. Seine Schluß-worte über den in den KunstschätzcU ausgedrückten Geistdes christlich-germanischen Zeitalters wurden von stürm-ischem. begeistertem Beifall begleitet.
In den Schlußworten gab der Vorsitzende auchbekamst, daß der erste Mcepräsident, der hochw. Armee-bischof Belopotoczk», durch die Taufhandlung im aller-höchsten Kaiserhanse diesmal ferne gehalten, seine herz-lichsten Grüße telegraphisch entsendet habe. Der Vor-sitzende schloß: „DaS Wort hat sich verwirklicht: .DieGeneralversammlung der Lep-Gesellschaft gestaltet sich zueinem vollen Erfolge'". „Vastrld."
Recensionen und Notizen.
Der selige Petrus Canisius , eindeutscherGlanbeus-held. Zunl 300jährigeu Gedächtnisse seines Todes.Nach den besten Quellen bearbeitet von PräsesI. B. Mehler. Mit oberhirtlichcr Druckgenehmi-gung. 6. Verb. Anst. 12. 136 S. Preis 40 Pf.
Bereits in 6. Auflage erschien soeben aus der ge-wandten Feder Mehlers das Lebensbild des scl. Canisius,welches in seiner volksthümlicheu Weise wie kein andereszur Verbreitung unter das katholische Volk geeignet er-scheint. Gerade uns Bcmern steht der selige Canisius.der Glaubensretter Deutschlands , hauptsächlich unseresengeren Vaterlandes Bauern, besonders nahe. Der Ver-fasser weist anf die Verdienste des Seligen für Bayernausführlich hin, der ja auch die Liebe und Verehrung derBcmernfürsten genoß. Die ganze Schrift ist von einempatriotisch-bayerischen Geiste durchweht, was sie uns be-sonders empfehlenswert!) macht. Sie hat auch allseitsdie gebührende Anerkennung gefunden. So erhielt derVerfasser Anerkennungsschreiben aus der GehcimkanzlciSr. Kgl. Hoheit des Prinzregenten Lnitpold, des PrinzenLudwig und der Prinzessin Arnulf, ferner von Sr. EminenzCardinal Dr. Stcinhuber. von dem Präsidenten der Re-gierung in Freibnrg (Schweiz ), den hochw. Bischöfen vonCichstütt und Wnrzbnrg n. s. f.
Gesänge und Andachtsübnngen zu Ehren desseligen Petrus Canisius. componirtvonM.Haller. Als Anhang zu vorstehendem Canisius -Küchlein. Mit oberhrrtlicher Druckgenehmigung.32 Seiten. Einzeln 10 Pf., das Dutzend 90 Pf.,specielle Orgetbegleitung 40 Pf. Im Selbstverlägedes Herausgebers (Präses Mehler) und durch alleBuchhandlungen.
Diese sechs deutschen Lieder in Noten, componirt vondem berühmten Meister M. Haller (eines von M. Mauer),ein-, zwei- und vierstimmig, für das Volk und Vereine,werden zur Verschönerung der kirchlichen und weltlichenCanisius-Jubilänmsfeiern wesentlich beitragen.