352
rühmlich besprochene und warm empfohlene Prachtbandkam leider erst vor kurzem in unsere Hände; daher dieunliebe Verzögerung. Die Vorrede des dentschen Be-arbeiters bringt eine treffliche Abhandlung über Leo XIII .und seine Zeit. Der Besuch im Geburtsorte Leo's bietetgleichsam als Präludium die oompositio looi. Daranschlichen sich die 3 Theile des Buches. Der erste Theilmacht uns näher bekannt mit der Familiengeschichte derPecci, insbesondere auch mit den Eltern des Papstes undseiner damaligen Umgebung. So wird das Verständnißdes Briefwechsels vorbereitet. Dieser selbst bildet denzweiten, den Haupttheil. An der Hand der eigenenBriefe können wir den Entwicklungsgang des großenPapstes von frühester Zeit au verfolgen. Leo selber stelltsich vor, wie er sich in den Studienjahren ausbildete,steine Zwischenbemerkungen unterbrechen die Briefe. Siebeginnen im Alter von 7 Jahren und enden mit der Er-nennung zürn Dclegaten von Benevent im Alter von nochnicht 28 Jahren. In aller Reinheit wirken sie auf denGeist und bilden eine lebendige Charakteristik dieser Lebens-jahre des Papstes. Was etwa im Zusammenhange derBriefe noch dunkel und unklar geblieben sein könnte, daserhellt voll und klar der dritte Theil mit den drei Ka-piteln : „Der Traum einer Mutter," „Die Denkwürdigkeiteneines Obersten," „Rückkehr nach Carvineto". Aus denJugendeindrücken verstehen wir so recht die planmäßige,großartige Wirksamkeit Leo's zum wahren Wohle derVölker. Das immer wieder von ihm uachdrncksam em-pfohlene hl. Rosenkranzgebet lernte er im trauten Fami-lienkreise schätzen und lieben. Da lernte er auch kennendas unschätzbare Glück einer echt christlichen Familie;darum „der Verein der hl. Familie" eine seiner Lieblings-ideen. Das in frühester Jugend liebgewonnene, innige,patriarchalische Verhältniß zwischen den armen Bewohnern,den Bauern und Hirten, und der Gutsherrschaft lehrteihn den Weg zur Versöhnung der verschiedenen Interessen,wie er so klar im berühmten Arbeiter-Rundschreiben ge-zeigt wird. Seine geradezu stannenswcrthe Verehrungdes hl. Thomas von Aguin reicht zurück bis ins kindlichsteAlter. Deshalb sieht es der Heilige Vater als eine vonGott ihm zugewiesene Aufgabe an, den Agninaten alsHeilmittel gegen die Verwirrungen unserer Zeit entschie-den und mit aller ihm verliehenen Autorität auf denLeuchter zu stellen. Das schöne Buch verdient alle An-erkennung. _
Heiner Franz, Katholisches Kirchenrecht. 1. Band.Die Berfassung der Kirche. 2. Auflage. Pader-born, Ferdinand Schöningh . 1897. 8". XII und395 SS. Brosch. 8.60 M.
-r. Die erste Auflage dieses Werkes erschien 1893,und es ist ein erfreulicher Beweis seiner Brauchbarkeit,daß, obwohl doch an Lehrbüchern, und zwar an tüchtigenLehrbüchern des Kirchenrechts kein Mangel ist, sobaldschon eine zweite Auflage nöthig wurde. Diese weist.gegenüber der ersten zahlreiche Verbesserungen und eineErweiterung um 4 Seiten auf. Die Vorzüge, welche wirschon der ersten Auflage nachrühmen konnten: gemäßigtesUrtheil, wie es namentlich in der Streitfrage über dieNatur der Concordate, über das Verhältniß von Kircheund Staat u. a. wohlthuend hervortritt, Uebersichtlichkeitund Klarheit der Darstellung sind in verstärktem Maßeauch der zweiten eigen und lassen das Werk insbesonderefür Anfänger, überhaupt zur Einführung in das Studiumdes Kirchenrechts, als empfehlenswert!) erscheinen.
Funk F. lk., Kirchengeschichtliche Abhandlungen undUntersuchungen. 1. Band. Paderborn, FerdinandSchöningh. 1897 . 8°. VI und 516 SS. Broschirt
-r. Der gefeierte Tübinger Gelehrte bietet uns hiereine Sammlung der von ihm über wichtigere Fragen derKirchengeschichte veröffentlichen Aufsätze, deren Veranstal-tn»,g umsomehr als gerechtfertigt erscheinen dürfte, alssie in verschiedenen Zeitschriften zerstreut uud daher mit-unter schwer zu erreichen, zudem durchwegs neu über-arbeitet und vom Verfasser als Ergänzung seines etwasknapp gehaltenen Lehrbuchs der Kirchengeschichte gedachtsind. Die Arbeiten bewegen sich hauptsächlich auf demGebiete der inneren Kirchengeschichte, der kirchlichen Ver-fassung, des Kultus, der Disciplin und Literatur. Ganz
besondere Beachtung verdienen die Abhandlungen überdie Berufung der ökumenischen Synoden des Alterthums,über die päpstliche Bestätigung der ersten acht allgemeinenSynoden, über Cölibat und Priester-Ehe, worin Funkseine früheren Ausführungen gegen die von verschiedenerSeite laut gewordenen Bedenken mit, wie uns dünkenwill, durchaus überlegenen Gründen aufrecht erhält.Außer ihnen mögen hervorgehoben werden die Unter-suchungen über die Bußdisciplin, Bußstationcn, Katechu-menatsklassen des christlichen Alterthums, über denPrimat der römischen Kirche nach Jgnatius undJrenäus, die Bischofswahl im christlichen Alterthumund im Anfange des Mittclalters, die Entwicklung desOsterfastens, die Abendmahls-Elemcnte bei Justin, derCommunionritns, die Bulle Unam s-motsm. Funk istals ein durchaus gründlicher und nüchterner Gelehrterund Forscher in weitesten und zwar nicht bloß katholischenKreisen zu sehr bekannt und anerkannt, als daß seineArbeiten einer weiteren Empfehlung bedürften.
U. Johann Maria Meister, 0. 88. R., „Maria,Heil der .Kranken." Münster , Alphonsius-Bnchhandlung. 1897. Geb. 1 M.
Böhmen ist ein an natürlichen, wundervollenHeilquellen, wie Marien-, Karlsbad, Teplitz , sehr reichesLand, aber auch mit vielen übernatürlichen Gnaden-qnellcn gesegnet. Eine der letzten, die dort entsprang, istder Gnadcnort Philippsdorf in Nordböhmen . Derhochw. Verfasser wirkte längere Zeit an diesem Gnaden-orte und da bekam er die Anregung, den Titel desGnadenbildes: „Maria, Heil der Kranken", zu einemrecht tüchtigen, Erbauungs-, Belehrungs- und Gebetbuchfür weitere Kreise zu verwerthen. Der Leib- und Scelen-kranken gibt es in dieser trostlosen Zeit ja nachgerademehr als genug! — Das Büchlein mit der Liebe undSachkenntnis) des frommen Ordensmannes und Mis-sionärs geschrieben, bietet eine Fülle mitunter recht prakt-ischer Recepte für die Kranken beider Kategorien. Dasrecht elegant ausgestattete Lehr- und Gebetbuch wird be-sonders den Tausenden von Wallfahrern nach MariaPhilippsdorf, aber auch allen Leib- und Seelenkrankenallüberall herzlich willkommen sein.
Vsz'ion Xm., Imxioou ooptieum: Xccockaut auotsris oxepüomericki ssp^ptisos Lsiolinsvbi sxsrpto. (8io!)4" pp. XXVIII -st 470 -st 20. Lorolück, Oalvsrz?1890. U. 36,00.
X. IcknKua eoptiea pauoos babot intor amatoros rorumorisvtalieum eultorss, otMmvn a IbsoloKw 8i»ltom nogus-quam oovismnsväs est, cum praotsr vstsrom saori oo-ckiois vorsionom littsratura coptios novickck obristiavavon psuoa ooickinsst opsra ckiKua, quas loZÄntur. IckvAusooxtieas 8tuckiosis erst oalaircktLw, quock unioum loxieonIVz-roicki pras8tavtissimum ss kickt raritato, ut spuckIidrsrio8 aiitiquario8 von iukrs 70 kraiww vouals pro-«titseit. Itaqno opv8 valcko äs.ckcksratum cksnuo ockitumsst, uov quickem uovis tvpis exousum, «eck mocko vbsmo-tzqckeo roprockuotum; sliqua solummocko vovabuls insuetario rsosntor assumpta, uovis iwqns elsKsutlssimiskoruck« manckatü, oontiuentur.
Liter arische Rundschau für das katholische Deutsch-land . Herausgegeben von Dr. G. Hoberg, Pro-fessor an der Universität Freiburg i. Br. Dreiund-zwanzigster Jahrgang: 1897. 12 Nummern. M. 9.—.Freiburg i. Br. Herder'sche Verlagshandlung.Inhalt von Nr. 8 u. a.: Zur Kunst des Mittel-alters. (F. Schneider.) — Bartmann, St. Paulus undSt. Jacobus über die Rechtfertigung. (Gla.) — Eisen-hofer, Procopius von Gaza. (Sickenberger.) — Schell,Die göttliche Wahrheit des Christenthums. Erstes Buch.(Koch.) — ?68ob, kraelsetiouss ckoAmstieao. (Atzberger.)
— Kirstein, Entwurf einer Aesthetik der Natur und Kunst.(Gutberlet.) — Nikcl, Herodot und die Keilschriftforschuug.(Dornstetter.) — v. Schulze-Gaevernitz, Carlyle. (Walther.1
— Pfeilschifter, Der -Ostgothenkönig Theoderich der Großeund die katholische Kirche . (Albers.) — Schell-Ehrhard,Gedenkblätter zu Ehren des hochwürdigen GeistlichenRathes Dr. Joseph Grimm. (Krieg.) — Rndolphi, ZurKirchenpolitik Preußens. (Franz.) — Nachrichten. —Büchertisch.