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(sxtrsvas äivitss) und die Proletarier (sxtrsms pnu-xsrss), welche größere Leidenschaften haben und dieselbennicht bezwingen.
Auch über Zinswesen (opuss. äs nsnris; äs mal.13, 4), über Privcneigenthumserwerb und Werthlehre(Mllio. lid. II lest. 9) kommt der weitblickende Kirchen-lehrer zu spreche». Er ist keineswegs ein Vertheidigerder modernen Tauschwerththeorie eines Marx u. a.
Selbst über die auch schon zu seiner Zeit brennendgewordene Jndenfrage weiß St. Thomas mit der ihmeigenen Ruhe und Mäßigung Bescheid und zwar in einereigenen Monographie äs rsgimins ämlasoium. Wieaus dieser Skizze hervorgehen dürfte, haben die Schriftendes hl. Thomas auch für den Laien, für den Juristenund Nationalökonomen praktischen Werth. Die wichtigstenthomistischen Grundsätze über Staats- und Gesellschafts-lehre sind zusammengestellt worden in den Schriften vonBanmann, Thömcs, Walter u. a.
Die bisherigen Ausführungen dürften in etwas dar-gethan haben, daß die Werke des hl. Thomas nicht bloßrein theoretisches Interesse haben, sondern auch von hervor-ragend praktischer Bedeutung sind. St. Thomas ist ebenein wahrer weiser Mann, dem das saxsrs aä sodris-tntsm (Uoui. 12, 3) zukommt, der alles in den Bereichseines Forschens zieht und alle Verhältnisse unter denhöchsten Gesichtspunkten mit größter Klarheit würdiget.Dr. Karl Werner vergleicht die Werke des hl. Thomas,insonderlich seine Summa, „mit einem erhabenen Domedessen gewaltige Steinwucht auf eine unermeßliche Zahlkunstreich geschmückter Säulen gestützt, die Wunder undDenkmale der im Himmel und auf Erden, in Natur undGeschichte, Welt und Kirche sich offenbarenden Größe desHerr» in sich fassen soll". Alles in allem genommenwird auch derjenige, der den hl. Thomas nach der mehrpraktischen Seite in den Dienst seines Arbcitens zieht,die begeisterten Worte des Franz Sylvestris von Ferrara bestätigen.^) „?srsam, si ungunna vel nsAlsstAvaall so (so. Mioina) solisänlain Isgsrim, yuas non inszus aäwirationsin portraxsrit. MnHnaw smmMiomsin iltzuinLtsin oollvsm, grün abisrim äootiorszusHus awantior." ^
Theosophie und katholischer Glaube.
Von Charles Saint-Paul.
(Fortsetzung.)
Harrison gibt in seinem „ersten Vortrage" vorerstverschiedene Andeutungen über die Geschichte der Ent-wicklung des „praktischen Okkultismus" und der „ge-heimen Orden", um uns dann schließlich über die vor-herrschenden Richtungen unter den Mystikern, die kon-servative, liberale und linke Partei aufzuklären. Währenddie Conservativen mißtrauend weiteren Kreisen ihre Ge-heimnisse durch das Siegel der Verschwiegenheit vorzu-enthalten suchten, wollten die Liberalen allmählich mitder nöthigen Klugheit einige ihrer Lehren dem Volkeoffenbaren. Deßhalb haben sie vorerst den „Spiritualis-mus" zu verbreiten gesucht, dessen Phänomene von ihnenausgingen. Das Volk wußte natürlich nichts von
Vergl. Biederlak 8. ck. Zur Gesellschafts- undWirthschaftslehre des hl. Thomas. Zeitschrift für kath.Theologie. Innsbruck , 1896. S. 574.
.Werner, Thomas von Aquiu. Regensburg ,1858. Bd. I, S. 821.
") Kommentar zur Liiwma contra Oentss. epist. cks-ckurstorla ack Llewsutsm VII.
diesen Vorgängen hinter der Scene und glaubte an die„Geister".
„Der krasse Materialismus" der ersten Hälfte des19. Jahrhunderts, so behauptet Harrison, „mußte ver-nichtet ivcrden, ehe irgend eine Lehre mitgetheilt werdenkonnte. Demgemäß waren die Anstrengungen der Liberalender letzten Generation auf die indirekte Vorführung derals Spiritualismus der Neuzeit bekannten Erscheinungenvereinigt. Die Bewegung für die Aufhebung der Korn-gesetze, welche in der politischen Welt um dieselbe Zeitherum stattfand, wurde nicht leidenschaftlicher geführt,als der Streit „hinter der Scene" über die Frage desSpiritualismus. Jene, welche für diesen Versuch mitdem Gedankcngang der Neuzeit waren, wurden als Brüdcrder Linken, ja selbst als schwarze Magier angeklagt, ge-rade so wie Bright und Cobden allgemein Anhänger derGleichheit, Atheisten und Feinde der Gesellschaft ge-schmäht wurden. (!) „Ich bedaure, sagen zu müssen, daßdie Ergebnisse in der politischen und der okkulten Weltnicht die gleichen waren. (I) Die Esoteriker (Conservativen,also Verschwiegenen) haben gesiegt, und die Gesellschaftfür ,Psychische Forschung' (in London ) beklagt den Mangelan Phänomenen und die Seltenheit ächter Medien."
Die Spiritualisten müssen über diese neue Erklärungihrer „Geister" als Produkte magischer Fernwirkunghocherstaunt sein. Durch dieselbe ist ja sogar Aksakows„Animismus ", d. h. die Erklärung der Phänomene durchAuslösung der psychischen Kräfte des Mediums, nochübertrumpft. Man kann wirklich begierig sein, was betdiesem Fortschritte in den Erklärungsversuchen nachfolgt.
Doch die Ausführungen Harrisons werden nochinteressanter. Er spricht des Längeren von der drittenPartei unter den Okkultisten, welche von ihren Gegnern„Bruder der Linken", d. h. des linksseitigen Pfades,und manchmal „Bruder des Schattens" genannt werden,„welch' letzterer Name Anlaß zu dem seltsamen Irrthumgab, sie mit den schwarzen Magiern zu verwechseln".„Der wahre schwarze Magier ist in Europa nahezu un-bekannt, obschon die Ausübung böser Künste, wie ichleider sagen muß, besonders bei Dilettanten, (sie!) weitdavon entfernt ist, selten zu sein. Aber der schwarzeMagier ist ein Jsmael unter den Okkultisten, seine Handist gegen Jedermann und Jedermanns Hand gegen ihn.Es gibt keine „schwarze" Brüderschaft, denn es kannkein Vertrauen zwischen Menschen geben, deren einzigerMittelpunkt nur das eigene Selbst ist." Schade, daßdas Taxi! nicht früher erfahren hat, er hätte das nochzu einer Polemik benützen können.
Unter „Brüder des Schattens" versteht man ebennach Harrison etwas ganz anderes. „Es ist, — um esgerade herauszusagen, das Papstthum, — der Schatten,oder, wie es Gibbon nennt, das Gespenst des altenRömischen Reiches. Unter seinem verderblichen Einflußverdorrte der Sinn für individuelle Verantwortlichkeit.Recht und Unrecht werden gleichbedeutend mit Gehorsamund Ungehorsam gegen die geistige Autorität; und wirhaben bei den Jesuiten den traurigen Anblick, das höchsteWissen und die edelsten Fähigkeiten als Werkzeuge zurErzieluug schändlichen Vortheils in der Führung polit-ischer Intriguen angewendet zu sehen, welche, an sich oftsehr fragwürdiger Art, die Herstellung der weltlichenMacht des Papstes zum Ziele haben. Ich zweiflle nichteinen Augenblick daran, daß die Jesuiten ehrlich in ihremGlauben sind, es sei dies für die geistige WohlfahrtEuropas nothwendig; aber die Lehre: ,Der Zweck heiligt