Ausgabe 
(6.11.1897) 64
 
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beschlossen", in Folge dessen die böse Okknltistin, als siesich einbildete, in Thibet zu sein, thatsächlich zu Khat-mcmdu, dem am Fuße des Mount-Everest an der Grenzevon Thibet im nördlichen Indien gelegenen Hauptortevon Nipal, sich in einem Zustande befand, den dieOkkultisten Gefangenschaft (Hemmung des Strebens)nennen.')

Gewisse indische Okkultisten hielten aber aus patriot-ischen Gründen mit ihr gegen die amerikanische Brüder-schaft, und ihren Anstrengungen wäre es beinahe ge-lungen, sie aus derGefangenschaft" zu befreien.Schließlich ließen sie sich jedoch zu einem Vergleicheherbei, dem zufolge die Blavatsky unter der Bedingungfreigelassen wurde, daß sie sich in nichts von dem, wasbereits geschehen war, einmischen sollte.

Kvot-IIoomi" ist dem Gewährsmann des HerrnHarrison zufolge eine wirkliche Person, aber weder einThtbctaner, noch ein Mahatma.Er ist ein verräthcr-ischer Schurke im Solde der russischen Regierung, welchemes eine Zeit laug gelang, Frau Blavatsky zu täuschen,dessen wahren Charakter und Persönlichkeit sie aber endlichentdeckte." Ihr Kummer darüber soll sie schwer krankgemacht haben.Da jedoch die Mahatmas' der Grund-stein der Theosophischcn Gesellschaft waren, ist sie ge-zwungen gewesen, die Täuschung aufrecht zu erhalten;sie ging jedoch darauf aus, ,I(oot-lloomi' als den Ur-heber von ,Phänomenen' allmählich verschwinden zu lassen,und setzte an seine Stelle einen mythischen Mahatmahl(oria), welcher niemals in seinem Astralkörper erschien."

Recensionen und Notizen.

Geschichte der öffentlichen Thätigkeit Jesn-Nach den vier Evangelien dargestellt von Dr. Jos.Grimm, weiland bischöfl. geistl.Rath und k. o. ö.Professor der Theologie an der Universität Würz-burg. Dritter Band. Zweite, von vr. Jos. Zahn,Subregens des bischöfl. Priesterseminars zu Würz-burg, besorgte Auflage." Verlag von Pustet. VIIIund 671 Seiten. Preis 5 Mk.c> Josef Grimm sel. Andenkens (j- 1. Jan. 1896) hatsein großes, verdienstvolles, in der katholischen Wett mitRecht bestens anerkanntes WerkDas Leben Jesu", ur-sprünglich auf 6, dann auf 7 Bände berechnet, wovon der1. BandDie Geschichte der Kindheit Jesu", die 4 folgen-denDie Geschichte der öffentlichen Thätigkeit Jesu" unddie zwei letztenDas Leiden Jesu" behandeln. Von 1876bis 1894 hat Grimm die 6 ersten Bände veröffentlicht,von 1890 bis, 1895 die 3 ersten in zweiter Auflage heraus-gegeben. Die Bearbeitung des Schlußbandes, dessenManuskript aus der Feder Grimm's nur bis zur Scenedes Leos Mater reicht, hat Dr. Zahn übernommen, und

') Harrison bemerkt diesbezüglich (x>. 3435):Esgibt eine gewisse Verrichtung ccremonieller Magie, durchwelche eine Mauer psychischer Einflüsse um ein gefährlichgewordenes Individuum herum aufgeführt werden kann,was die Wirkung hat, die höheren Fähigkeiten zu lahmenund das herbeizuführen, was die ,Zurückwerfung desStrebens' genannt wird. Die Folge davon ist ein durchphantastische Gesichte bezeichneter, geistiger Schlaf. Esrst eine Verrichtung, zu welcher selbst die Bruder derLinken selten ihre Zuflucht nehmen und die im Falle derFrau Blavatsky von fast allen europäischen Okkultistenmißbilligt wurde. Die Verantwortlichkeit für Alles, wasseitdem geschah, lastet allein auf der amerikanischen Brüder-schaft. Ich glaube, der verstorbene Herr Oliphant wußtemehr um die Sache, als irgend ein Engländer." Wasmag das für eine Brüderschaft sein. VonOliphant",dem früheren Parlamentsmitglied und Verfasser der WerkeSxmpusumata" undLciontiüo reli^ion" (j- 1888 ) wurdeeben nicht angenommen, daß er derarthexen" würde.

die von ebendemselben besorgte, soeben erschienene zweiteAuflage des 4. Bandes bekundet, daß die Vollendung desGanzen in besten Händen ruht. Selbstverständlich hatder Neu-Heransgeber keine wesentliche Umgestaltung desWerkes vorgenommen, aber fast jede Seite zeigt deutlich,mit welcher pietätsvollen Sorgfalt Zahn die neue Auf-lage verbessert hat, indem er stilistische Härten beseitigte,manche Ausführungen kürzer faßte, dafür häufig Ergänz-ungen und Zusätze einfügte, so daß trotz jener Kürzungendie Seitenzahl um 15 zunahm; zu begrüßen sind besondersauch die öfteren Hinweise auf alte und auf neueste Aus-leger. Die neue Auflage darf vollauf eine wirklich ver-besserte genannt werden. Sehr erfreulich ist es darum,daß Zahn den Schlnßband schon für nächstes Jahr inAussicht stellt (Vorwort VIII). Gewiß wird Grimm'sLeben Jesu" wie bisher, so auch künftighin sich vieleFreunde erwerben. Das verdient Grimm's geistvolle,Wissenschaft und Gelehrsamkeit mit wohlthuender Wärmeund Begeisterung glücklich vereinigende Art der Darstel-lung, und der Netz-Bearbeiter versteht es, die Vorzügedes Werkes treu zu bewahren und mit Geschick zu erhöhen.

Belser Joh., Beiträge zur Erklärung derApostelgeschichte auf Grund der Lesartendes Codex v und seiner Genossen. Frei-burg i. Br., Herder. 1897. 8°. xx. VIII -f- 170.M. 3,50.

» Der Verfasser unterzieht die Blaß'sche Theorie voneiner zweifachen Tertüberlieferung der Apostelgeschichteeiner eingehenden, selbstständigen Nachprüfung, welche dengewandten Philologen nicht verkennen läßt. Ohne unsüber das Ergebniß seiner Untersuchungen im einzelnenein entscheidendes Urtheil anzumaßen, müssen wir unsaufrichtig freuen, daß nun auch auf katholischer Seite dieZahl derer wächst, welche in den Wettkampf der be-sonnenen Bibelkritiker mit Entschlossenheit eingreifen undnicht bei dem fürunheilig" gehaltenen WortBibel-kritik" glauben, gleich in nervöse Krämpfe fallen zumüssen, als ob damit der Bestand der katholischen Kirche bedroht wäre. Gegenüber dem gewaltigen Material, dasFleiß und Scharfsinn auf protestantischer Seite trotzmancher Verirrung aufgehäuft hat, können wir erst mirbescheidenen Anfängen aufwarten, doch ist der Geist ge-sunder Kritik erwacht und wird uns hoffentlich noch mitmancher Untersuchung beschenken, die sich gegenwärtigemtrefflichen Werke würdig anreiht; zunächst eröffnet unsder Verfasser selbst die Aussicht aus eine Erörterung derHarnack schen altchristlichen Chronologie.

Literarischer Handweiser, begründet, herausgegebenund redigirt von Msgr. Dr. Franz Hülskamp in Münster. 18 Nrn. L 2 Bogen Hochguart fürM. 3 pr. Jahr.

1897. Nr. 9 u. 10. Die Deutsche Gesellschaft fürchristliche Kunst (Hülskamp) und deren Jahresmapve für1897(Frhr.v.Lochner).Weitere kritische Referateüber Rolf es Form und Begriff der Seele bei Aristoteles (Kirschkamp), Boügaud Kirche Christi. Faber DasLeben, v. Hammerstein Controvers-Katechismus undDas Glück, katholisch zu sein (Deppe), Sporsr-Lisr-baum 1lleolo§ia moralis, IlirobborA Os voto, ?iAbiOo iuckioio saoramsntali, van kossum contra kiAlli undHollweck Kirchliches Bücherverbot (Deppe), WirrklerTraditionsbegriff des Urchristenthums, Wieland Alt-christliche Entwicklung der Oräincs minorcs, WehoferJustin's Apologie und Eisenhofer Procopius v. Gaza(CM. Kaufmann), Oonksrsncs ok ilnAlioan Lisboxs(Bellesheim), Uranckiäisr Wuvrss inöäitss (Sauer),Oarclinsr Oronnvclls plaec in bistor^ (Zimmermann),Böhme Deutsches Kinderlied und Kinderspiel (Bäumker),Gebetbuch für die Männerwelt, Seeböck Ehrcnkranz derchristl. Jungfrau. Seraphisches Opfer und Maria-Jmmer-Hilf-Büchlein (Deppe). Notizen über HoffmannGeschichte der Verehrung des Altarssal'ramcnts, BeckHandbuch znr biblischen Geschichte, das 6orpus ScriptorumHwtoriae L^antiuas und' 12 Kirchheim'sche Novitäten(Hülskamp ). Novitäten.-Verzeichnis

Verantw. Redacteur: Ad.Hcras in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .