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vonöl.i-bilom ssasiri in pndlioa. kaois oa.-towis eseicksrunt stianr vorba, oatovais<>a6c1i ckoiirompsit."
Die Barbarismen, welche der von Krusch edirteText anflvcist, fallen nicht dem Autor, sondern wohleher dem Abschreiber znr Last. Auch der Satz „gnaninotam staffodat kaeios pndlioa." ist kauni richtig über-liefert,') und es muß daher dahingestellt bleiben, ob„furios iiudlieu" hier irrthümlich in der Bedeutungvon „vuIZus" gebraucht ist. Was vollends den Aus-druck „cmtomis cuecioro" anlangt, so.brauchte ihn derVerfasser nicht aus der Irist. porsoeut. Vuuclul I, 9des Victor Vitcnsis (verfaßt im Jahre 486) zu ent-nehmen, sondern er konnte ihn auch in einer Legendefinden/) so z. B. in der Legende des hl. Vitus, s. Voll.ä. 88. llun. II, 1021 und 1022.
VII. „Lruotorou stuviuw, czui sticou u I^ortunutoäiotus est, I^ooeliuo nomino uxpolluvit iäeo^uo onvasoriptoribns saoouii VIII oonvoirik."
Wie wenig aus der Form der Eigennamen in denHandschriften auf die Lesart des Originals geschlossenwerden kaun, habe ich schon im ersten Artikel gezeigt.Die Folgerung Kruschs „Faire igitur Fl>ao manisostumost uovo clcinnm Oarolingioo composita osso" läßtsich daher im besten Falle auf die Oonvorsio 8. Florreanwenden/) deren Verfasser unsere kussio überarbeitetund mit Zusätzen versehen hat.'") Hieraus ergibt sichaber nur, daß wir die älteste Recension der kassio s.Fkrao nicht besitzen, nicht aber, daß es keine ältere, diedieser Zusätze entbehrte, gegeben habe.") Wäre derVerfasser der Oonversio mit dem der kussio identischgewesen, so würde er gewiß beide nicht getrennt be-handelt, sondern zu einem zusammenhängenden Ganzenverarbeitet haben.'')
') Rttinart liest mit Weiser: kama pudliea, was einenbesseren Sinn gibt („welche die öffentliche Meinung fürverrufen hielt").
°) Auch ein alter Kommentator des Juvenal führtihn an, ein Beweis, daß er allgemein verständlich war,vgl. Oueanxco s. v. cmtomus und 1'oreeIIini s. v. eatomi-äiaro, welches Wort dieselbe Bedeutung hat.
°) Da die Handschriften der Ooworsio bis in's 8. Jahr-hundert zurückgehen und doch nur Abschriften eines älterenTextes find, dessen Verbreitung in Gallien und Germanien gewiß längere Zeit in Anspruch nahm, so ist der Ter-minus -,Lovo OarolinKieo" sehr übel gewählt und min-destens durch „asvo NsrmvinAioo" zu ersetzen. Ich meiner-seits zweifle nicht, daß auch die vonversio noch in derRömerzcit entstanden ist, wenn auch später als die Vassio.
'°) Solche Zusätze sind das Wörtchen llano inlumo gnam notam babobat k. p." und der (bei Mombritius fehlende) Satz vt 8imvl a 8. Xaroisso episoopooaptiLarice, woniit auf das in der (vorausgehenden)Oonvorsio Erzählte hingewiesen ist. Später würde nochdas von Keusch N. A. XIX S. 13 f. besprochene ockäita-monlnni (das im cock. I^arisiensis n. 5306, im coä. ülona-consis 4554 und bei Mombritius fehlt) hinzugefügt.
") Man beachte nur den Ausdruck meivori» fürGrabmal, der nur von allchristlichen Schriftstellern ge-braucht wird. Auch die Angabe, daß dieses Grabmalssemnlo milinrio (beim zweiten Meilensteine) 8, otvitg-töAnrüstn lag, deutet auf die Römcrzeit hin. Der ersteMeilenstein stand auf den« Forum (beim Dome, der ge-rade eine römische Meile von der Ulrichskirche ent-fernt ist).
") Auch Rettberg (a, a. O. S. 145) war der Meinung,daß der Verfasser der couvsrsio die passiv schon vor-gefunden habe und einzelne Umstände derselben moti-viren wollte.
Ein arabischer Aristoteles und was uns derselbeaus dem Wunderlande Indien erzählt.
Von vr. Widder.
Nicht bloß das alte Hellas hatte seinen Aristoteles,auch Arabien kann sich eines Mannes rühmen, welcherdem griechischen Universalgenie ebenbürtig zur Seite steht.Dies ist Alberuni, oder, wie ihn seine Mitbürgernannten, Abu Rai hLn, der Sohn des Abunad Alberuni,welcher im Jahre 973 n. Chr. im Gebiete des heutigenKbiva (das alte ChoraSmia) geboren wurde. Schonfrühzeitig hervorragend durch Kenntnisse und Wissen-schaften, wurde Alberuni von den Fürsten seines Vater-landes häufig zu Rathe gezogen, eine Hof- oder Staats-stclle scheint er jedoch niemals bekleidet zu haben. Dernoch mehr gold- als ländergierige König Mahmudzu Ghazna (997 — 1030) benütztc einen im Jahre 1017n. Chr. in Khiva ausgebrochencn Militäraufstand alslängst ersehnten Vorwand, um in dieses bisher unab-hängige Gebiet mit Heeresmacht einzufallen und dasselbezu einer Provinz seines Reiches zu machen. Unter denGeiseln, die Mahmud mit nach Ghazna schleppte, befandsich auch Alberuni , und so kam derselbe an den Hof diesesKönigs.
Seinen unfreiwilligen Aufenthalt zu Ghazna , demdamaligen Sammelplatz aller Schöngeister, benützte derarabische Gelehrte, der am königlichen Hofe auch alsLehrer der Sternkunde wirkte, zu umfassenden indischenStudien. Nach dem Tode des Königs Mahmud (etwanur 1030), den Alberuni, obwohl er ihm geneigt war,einen Verwehter des Wohlstandes Indiens nennt, kamMahsnd, der Sohn Mahmuds, welcher seinen BruderMuhammed in dem um die Thronfolge entbranntenStreite besiegt hatte, an die Regierung. Mahsnd, einMäcenas im vollsten Sinne des Wortes, entband Alberuni nicht nur aller persönlichen Dienstleistungen, sondernstattete ihn auch mit einem Einkommen aus, das ihmermöglichte, sich frei von allen Nahrnngssorgen, wie sieihn unter König Mahmud gedrückt zu haben scheinen,völlig den Wissenschaften widmen zu können, weßhalb ersich auch in überschwänglicheu Lobeserhebungen des neuenHerrschers ergeht. Uebrigens war Alberuni ein offener,gerader Charakter, er war Monotheist, Anhänger desIslams und streng conscrvativer Richtung. In derEinheit zwischen Thron und Altar erblickte er das denk-bar höchste Ideal der Entwickelung der menschlichen Ge-sellschaft. Sein für alles Gute und Edle empfänglicherSinn vermochte auch der Erhabenheit des evangelischenGebotes, welches befiehlt, Demjenigen, der uns auf dieeine Wange geschlagen, auch die andere darzureichen, fürden Feind zu beten und ihn zu segnen, die Bewunderungnicht zu versagen.
Die Gcschichtsschreiber theilt Alberuni , dem nichtsverhaßter ist, als das Lügen, bezüglich ihrer Nnwahr-haftigkeit in mehrere Klassen. Die Einen, sagt er, lügenihres Vortheiles halber, indem sie entweder das Volk,dem sie angehören, loben, oder das ihres Gegners tadeln,um dadurch ihren Zweck zu erreichen, Andere lügen zuGunsten einer gewissen Volksklasse, weil sie derselbenverpflichtet sind, oder aus Haß gegen eine bestimmteKlasse, weil sie sich mit derselben verfeindet haben.Wieder Andere lügen infolge der Gemeinheit ihres Cha-rakters, der sich hievon Nutzen erwartet, oder aus Feig-heit, die Wahrheit zu sagen. Andere hinwiederum lügenweil ihnen das Lügen zur zweiten Natur geworden ist