Ausgabe 
(18.12.1897) 72
 
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eine solche Fülle begeisterter bimmlischer Harfeutöue znmLob und Preis der jungfräulichen Gottesmutter vereinigtgefunden. Der erste Theil ist mehr allgemeiner Natur,der zweite Theil ist den Festen Mariens gewidmet, derAnhang enthält Marienlieder für alle, welche außerhalbder Kirche stehen. Ein liebliches Bild die.hl. Jung-frau wird von ihrem göttlichen Sohne als Himmels-königin gekrönt - ist dem hochelegant ausgestattetenGoldschnittbande als Titelbild einverleibt. Die Einband-decke zeigt die hl. Jungfrau mit dem .Kinde auf Gold-grund in Rosenornamcntcn. Das im Verlage derAlphonsus-Buchhandlnng in Münster i. W. er-schienene Buch kostet in dieser entzückenden Ausstattunggebd. nur 3 M. 60 Pfg.

Edward von Steinle's Briefwechsel mit seinenFreunden. Herausgegeben und durch ein Lebens-bild eingeleitet von A. M. von Steinle. Frei-burg, Herder, 1897. gr. 8°. 2 Bde. XX, 1056 S.Mit 19 Lichtdrucktaseln. M. 18: geb. in Leinwd.M. 22.

-i- Seiner Abstammung nach gehört E. v. Steinle demSüden an; sein Vater war aus dem Stift Kempten ,seine Mutter aus Oberösterrcich; seine Jugend verlebte erin Wien , er war ursprünglich znm Musiker bestimmt. AlsAltmeister der christlichen Kunst gehört Steinle der ganzengebildeten Welt an. Und jedem, der für Kunst und einenihrer genialsten und feinfühligsten Jünger sich interessirt,wünschen wir das vorliegende Buch m die Hände; eswird ihm eine reiche Quelle aktueller Anregung, Be-lehrung und Erhebung sein. Aber nicht bloß in diesemSinn ist diese Publikation aus Pietät- und verständniß-voller Sohneshand nutzbar, sie bildet auch in vielenDingen einen Qucllcnbeitrag zur zeitgenössischen Ge-schichte. indem wir hineingeführt werden in den lebendigengeistigen Austausch des Altmeisters mit jenen, die dasLand gleicher Interessen für Knust, Glaube, Kirche undVaterland ibm näherte. Auch in das fesselnd geschriebeneLebensbild sind Briefe an und von Zeitgenossen undFreunden geschickt verwoben. Die Ausstattung durch denVerleger ist sehr sorgfältig. Von den Kunstbeilagen hatuns der LichtdruckChristus bei Nikodemus (nach einemAguarell, 1863, im Städel'sch. Institut) am meisten an-gesprochen. Und wenn auch ein Dcsidcrium zu Wortekommen soll, so hätten wir außer dem Personenvcrzeich-niß und dem chronologischen Verzeichnis; von Steinle'sWerken auch ein chronologisches Register dieser Briefegewünscht. Mit einigen Bemerkungen des Herausgebersüber die Vertretung der christlichen Kunst in der Gegen-wart sind wir nicht einverstanden.

Atlas der Himmels künde auf Grundlage der cölest-ischcn Photographie. 62 Karteublätter (mit 135Einzeldarstellungen) und 62 Folio-Bogen Text niitca. 500 Abbildungen. Mit besonderer Unterstützunghervorragender Astronomen, sowie seitens zahl-reicher Sternwarten und optisch-mechanischer Werk-stätten. Von A. v. Schweiger-Lerchenfeld.In 30 Lieferungen zum Preise von 1 M. (N. Hart-lebeu's Verlag in Wien .) Erschienen sind Liefer-ungen 120.

Mit den Lieferungen 1720, die uns kürzlich zuge-kommen sind, haben Text und Karten der bisher er-schienenen Lieferungen dieses astronomischen Prachtwerkeseine weitere interessante Bereicherung erfahren. Den Haupt-gegenstand der lichtvollen textlichen Ausführungen bildetdiesmal die Fixsternwelt, und zwar an der Hand vonAbbildungen, die nach den neuesten photographischen Auf-nahmen voir Sternhaufen und Nebelflecken hergestelltwurde». Besonderes Interesse erregen die Roberts'schenPhotogramme von Spiralnebeln. Bemerkenswert!) sindwieder die großen Tafeln, photographische Reproductionenvon Mondlandschaften (die BlätterKarpathen",Eu-doxns und Aristoteles ",Atlas".Herkules" sind sehrschön und instruktiv), eine Partie des Sternbildes derZwillinge (Pariser Aufnahme), dann die FarbenbilderMondfinsternis;" undSvektraltascl'. Der große An-klang. den diese ausgezeichnete Arbeit nicht nur in weiten.Kreisen, sondern auch unter den Kachaslronomen gefunden

hat, fußt in der geschickten Verwerthung der neuestenForschungsergebnisse und in einer erstaunlichen Fülle vonAbbildungen, zu welchen die Sternwarten der ganzenErde die Originale bereitwilligst zur Verfügung gestellthaben. Jeder Freund der Himmelsknnde wird mit Span-nung den; Erscheinen der folgenden Lieferungen entgegen-sehen.

A u s

Marfa's Lugendzeit.. Erzählung von E. M.

Hamann. Mit 3 ganzseitigen Tonbildcrn und 10Text-Illustrationen. 8". 142 Seiten, in farbigemHalbleincnband 1 M. 20 Pfg. Verlag von Niffärthin Gladbach.

Die deutsche Literatur ist nicht arm an Lesestoff fürdie Jugend; Christoph v. Schund, Herchenbach, Ambach,Jsabella Braun, Emmy Giehrl bieten zweckmäßigeLcctüre für die Jugend beiderlei Geschlechts. DreSpecialisirung erstreckt sich aber in neuester Zeit sogarauf die Jugendlectüre, indem sie sich scheidet in solche fürKnaben und in solche für Mädchen, und wir halten dasfür ebenso zweckmäßig, wie die Scheidung der Jugend-spiele. Als Lectüre für Knaben sind in neuester Zeitdurch Nebersetzungen zugänglich gemacht die hübsche eng-lische NovelleDer kleine Lord Fauntleroy" von Burnett,deutsch von Emmn Becher, die italienischeHerz" vonde Amicis, deutsch von Wülser, die wunderschönenSchilderungen aus dem amerikanischen Erziehungswesen,welches allerdings von dem in deutschen Pensionaten sehrverschieden ist,Tom Plaifair" undPercy Winn" vonFinn, 8. 3., deutfch von P. Betten. Als Parallelezu dieser für Knaben bestimmten Lectüre gibt Rifsarthm M.-Gladbach eineMädchenbibliothek" heraus, vonwelcher uns das 5. Bündchen mit obigem Titel vorliegt.Die Erzählung schildert die Schicksale eines 14 jährigenMädchens, welches, der Eltern beraubt, in die Familieeines Oheims in Petersburg kommt und dort eine gleich-gesinnte Cousine und zwei hochadelige Freundinnen findet.Christlicher Familiensinn durchweht das Ganze. Ernstesund Heiteres wechselt anmnthig miteinander ab. Einenbesonderen Vorzug finden wir darin, daß die Erzählungnicht blos Unterhaltung, sondern auch Belehrung bietet.Petersburg mit seinen schönen Kirchen und dem Kaiser-palast, mit dem lustigen Treiben im schncereichen Winter,der Aufenthalt in der Sommerfrische ist so lebendig undanschaulich geschildert, wie das die Verfasserin nur auseigener Anschauung geschöpft haben kann; Matuschka,das alte Erbstück der Familie, ist der Typus einer treuenrussischen Dienstmagd, welche innig mit der Familie ver-wachsen ist also topographisches und ethnographischesals belehrende Staffage zu der psychologisch gut an-gelegten Erzählung. Nebenbei sei bemerkt, daß die Ver-fasserin identisch ist mit E. M. Harms, unter welchen!Namen sie den bereits in 2. Auflage erschienenen, aller-seits sehr günstig beurtheiltenAbriß der deutschenLiteraturgeschichte" (nach Brugier, Freiburg , Herder) ver-öffentlicht hat. Dr. H. W.

Katholischer Schulfreund" mit der periodischenBeilageDer katholische Jüngling" beschließt mitder uns soeben zukommenden Nr. 12 seinen heurigen, denzweiten Jahrgang. Wenn wir die reiche Fülle überblicken,welche diese eigenartige, streng katholische, pädagogischeMonatschrift im jetzt abgeschlossenen Jahrgange 1897 umden ungewöhnlich billigen jährlichen Bezugspreis von nurfl. 1.20 ihren Lesern geboten hat, so muß man staunenüber die Opferwilligkeit des Vereines zur Heranbildungkatholischer Lehrer in Oesterreich , dessen Organ sie ja ist,und wohl auch der zahlreichen Schriftsteller, die sich inden Dienst einer wahrhaft guten Sache gestellt haben.Freudig zu begrüßen ist es auch, daß wir endlich imKatholischen Schulfreund" eine katholische Zeitschrifthaben, die ihre Aufsätze mit entsprechenden eigenen Il-lustrationen ziert und erläutert. Die Leitung verspricht,den kommenden Jahrgang zur Ehre des Regierungs-jubiläums des Kaisers besonders schön auszustatten, einweiterer Grund, den Bezug dieser wackeren Monatschriftallen unseren Lesern angelegentlichst zu empfehlen. X.

Lerantw. Redacteur: Ad.Haas in Augsburg. Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg ,