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eine solche Fülle begeisterter bimmlischer Harfeutöue znm
Lob und Preis der jungfräulichen Gottesmutter vereinigt
gefunden . Der erste Theil ist mehr allgemeiner Natur ,
der zweite Theil ist den Festen Mariens gewidmet , der
Anhang enthält Marienlieder für alle , welche außerhalb
der Kirche stehen . Ein liebliches Bild — die . hl . Jung¬
frau wird von ihrem göttlichen Sohne als Himmels¬
königin gekrönt - ist dem hochelegant ausgestatteten
Goldschnittbande als Titelbild einverleibt . Die Einband -
decke zeigt die hl . Jungfrau mit dem . Kinde auf Gold¬
grund in Rosenornamcntcn . Das im Verlage der
Alphonsus - Buchhandlnng in Münster i . W . er¬
schienene Buch kostet in dieser entzückenden Ausstattung
gebd . nur 3 M . 60 Pfg .
Edward von Steinle ' s Briefwechsel mit seinen
Freunden . Herausgegeben und durch ein Lebens¬
bild eingeleitet von A . M . von Steinle . Frei -
burg , Herder , 1897 . gr . 8 ° . 2 Bde . XX , 1056 S .
Mit 19 Lichtdrucktaseln . M . 18 : geb . in Leinwd .
M . 22 .
- i - Seiner Abstammung nach gehört E . v . Steinle dem
Süden an ; sein Vater war aus dem Stift Kempten ,
seine Mutter aus Oberösterrcich ; seine Jugend verlebte er
in Wien , er war ursprünglich znm Musiker bestimmt . Als
Altmeister der christlichen Kunst gehört Steinle der ganzen
gebildeten Welt an . Und jedem , der für Kunst und einen
ihrer genialsten und feinfühligsten Jünger sich interessirt ,
wünschen wir das vorliegende Buch m die Hände ; es
wird ihm eine reiche Quelle aktueller Anregung , Be¬
lehrung und Erhebung sein . Aber nicht bloß in diesem
Sinn ist diese Publikation aus Pietät - und verständniß -
voller Sohneshand nutzbar , sie bildet auch in vielen
Dingen einen Qucllcnbeitrag zur zeitgenössischen Ge¬
schichte . indem wir hineingeführt werden in den lebendigen
geistigen Austausch des Altmeisters mit jenen , die das
Land gleicher Interessen für Knust , Glaube , Kirche und
Vaterland ibm näherte . Auch in das fesselnd geschriebene
Lebensbild sind Briefe an und von Zeitgenossen und
Freunden geschickt verwoben . Die Ausstattung durch den
Verleger ist sehr sorgfältig . Von den Kunstbeilagen hat
uns der Lichtdruck „ Christus bei Nikodemus ( nach einem
Aguarell , 1863 , im Städel ' sch . Institut ) am meisten an¬
gesprochen . Und wenn auch ein Dcsidcrium zu Worte
kommen soll , so hätten wir außer dem Personenvcrzeich -
niß und dem chronologischen Verzeichnis ; von Steinle ' s
Werken auch ein chronologisches Register dieser Briefe
gewünscht . Mit einigen Bemerkungen des Herausgebers
über die Vertretung der christlichen Kunst in der Gegen¬
wart sind wir nicht einverstanden .
Atlas der Himmels künde auf Grundlage der cölest -
ischcn Photographie . 62 Karteublätter ( mit 135
Einzeldarstellungen ) und 62 Folio - Bogen Text niit
ca . 500 Abbildungen . Mit besonderer Unterstützung
hervorragender Astronomen , sowie seitens zahl¬
reicher Sternwarten und optisch - mechanischer Werk¬
stätten . Von A . v . Schweiger - Lerchenfeld .
In 30 Lieferungen zum Preise von 1 M . ( N . Hart -
lebeu ' s Verlag in Wien . ) Erschienen sind Liefer¬
ungen 1 — 20 .
Mit den Lieferungen 17 — 20 , die uns kürzlich zuge¬
kommen sind , haben Text und Karten der bisher er¬
schienenen Lieferungen dieses astronomischen Prachtwerkes
eine weitere interessante Bereicherung erfahren . Den Haupt -
gegenstand der lichtvollen textlichen Ausführungen bildet
diesmal die Fixsternwelt , und zwar an der Hand von
Abbildungen , die nach den neuesten photographischen Auf¬
nahmen voir Sternhaufen und Nebelflecken hergestellt
wurde » . Besonderes Interesse erregen die Roberts ' schen
Photogramme von Spiralnebeln . Bemerkenswert ! ) sind
wieder die großen Tafeln , photographische Reproductionen
von Mondlandschaften ( die Blätter „ Karpathen " , „ Eu -
doxns und Aristoteles " , „ Atlas " . „ Herkules " sind sehr
schön und instruktiv ) , eine Partie des Sternbildes der
Zwillinge ( Pariser Aufnahme ) , dann die Farbenbilder
„ Mondfinsternis ; " und „ Svektraltascl ' . Der große An¬
klang . den diese ausgezeichnete Arbeit nicht nur in weiten
. Kreisen , sondern auch unter den Kachaslronomen gefunden
hat , fußt in der geschickten Verwerthung der neuesten
Forschungsergebnisse und in einer erstaunlichen Fülle von
Abbildungen , zu welchen die Sternwarten der ganzen
Erde die Originale bereitwilligst zur Verfügung gestellt
haben . Jeder Freund der Himmelsknnde wird mit Span¬
nung den ; Erscheinen der folgenden Lieferungen entgegen¬
sehen .
A u s
Marfa ' s Lugendzeit . . Erzählung von E . M .
Hamann . Mit 3 ganzseitigen Tonbildcrn und 10
Text - Illustrationen . 8 " . 142 Seiten , in farbigem
Halbleincnband 1 M . 20 Pfg . Verlag von Niffärth
in Gladbach .
Die deutsche Literatur ist nicht arm an Lesestoff für
die Jugend ; Christoph v . Schund , Herchenbach , Ambach ,
Jsabella Braun , Emmy Giehrl bieten zweckmäßige
Lcctüre für die Jugend beiderlei Geschlechts . Dre
Specialisirung erstreckt sich aber in neuester Zeit sogar
auf die Jugendlectüre , indem sie sich scheidet in solche für
Knaben und in solche für Mädchen , und wir halten das
für ebenso zweckmäßig , wie die Scheidung der Jugend¬
spiele . Als Lectüre für Knaben sind in neuester Zeit
durch Nebersetzungen zugänglich gemacht die hübsche eng¬
lische Novelle „ Der kleine Lord Fauntleroy " von Burnett ,
deutsch von Emmn Becher , die italienische „ Herz " von
de Amicis , deutsch von Wülser , die wunderschönen
Schilderungen aus dem amerikanischen Erziehungswesen ,
welches allerdings von dem in deutschen Pensionaten sehr
verschieden ist , „ Tom Plaifair " und „ Percy Winn " von
Finn , 8 . 3 . , deutfch von P . Betten . Als Parallele
zu dieser für Knaben bestimmten Lectüre gibt Rifsarth
m M . - Gladbach eine „ Mädchenbibliothek " heraus , von
welcher uns das 5 . Bündchen mit obigem Titel vorliegt .
Die Erzählung schildert die Schicksale eines 14 jährigen
Mädchens , welches , der Eltern beraubt , in die Familie
eines Oheims in Petersburg kommt und dort eine gleich -
gesinnte Cousine und zwei hochadelige Freundinnen findet .
Christlicher Familiensinn durchweht das Ganze . Ernstes
und Heiteres wechselt anmnthig miteinander ab . Einen
besonderen Vorzug finden wir darin , daß die Erzählung
nicht blos Unterhaltung , sondern auch Belehrung bietet .
Petersburg mit seinen schönen Kirchen und dem Kaiser¬
palast , mit dem lustigen Treiben im schncereichen Winter ,
der Aufenthalt in der Sommerfrische ist so lebendig und
anschaulich geschildert , wie das die Verfasserin nur aus
eigener Anschauung geschöpft haben kann ; Matuschka ,
das alte Erbstück der Familie , ist der Typus einer treuen
russischen Dienstmagd , welche innig mit der Familie ver¬
wachsen ist — also topographisches und ethnographisches
als belehrende Staffage zu der psychologisch gut an¬
gelegten Erzählung . Nebenbei sei bemerkt , daß die Ver¬
fasserin identisch ist mit E . M . Harms , unter welchen !
Namen sie den bereits in 2 . Auflage erschienenen , aller¬
seits sehr günstig beurtheilten „ Abriß der deutschen
Literaturgeschichte " ( nach Brugier , Freiburg , Herder ) ver¬
öffentlicht hat . Dr . H . W .
„ Katholischer Schulfreund " mit der periodischen
Beilage „ Der katholische Jüngling " beschließt mit
der uns soeben zukommenden Nr . 12 seinen heurigen , den
zweiten Jahrgang . Wenn wir die reiche Fülle überblicken ,
welche diese eigenartige , streng katholische , pädagogische
Monatschrift im jetzt abgeschlossenen Jahrgange 1897 um
den ungewöhnlich billigen jährlichen Bezugspreis von nur
fl . 1 . 20 ihren Lesern geboten hat , so muß man staunen
über die Opferwilligkeit des Vereines zur Heranbildung
katholischer Lehrer in Oesterreich , dessen Organ sie ja ist ,
und wohl auch der zahlreichen — Schriftsteller , die sich in
den Dienst einer wahrhaft guten Sache gestellt haben .
Freudig zu begrüßen ist es auch , daß wir endlich im
„ Katholischen Schulfreund " eine katholische Zeitschrift
haben , die ihre Aufsätze mit entsprechenden eigenen Il¬
lustrationen ziert und erläutert . — Die Leitung verspricht ,
den kommenden Jahrgang zur Ehre des Regierungs -
jubiläums des Kaisers besonders schön auszustatten , ein
weiterer Grund , den Bezug dieser wackeren Monatschrift
allen unseren Lesern angelegentlichst zu empfehlen . X .
Lerantw . Redacteur : Ad . Haas in Augsburg . — Druck u . Verlag des Lit . Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg ,