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von Schwabeck hatte auf dem Schloßberge (heute Michels-berg) von Ursberg eine Burg und nannte sich hiernachim Jahre 1042 auch in einer Urkunde „Werinher vonUrsberg". Wenige Ansiedelungen unterbrachen damals diedichten Wälder, in welchen noch der Ur oder Auerochsehauste, welchem Ursberg offenbar seinen Namen verdankt.Mitten im Gebiet der Schwabecker war aber in Mittedes 11. Jahrhunderts ein anderes Edelgeschlecht empor-gekommen, dessen Burg auf dem Berge sich erhob, aufdem heute das Dörfchen Burk liegt — die Grafen vonBalzhausen . Schon zu Lebzeiten Werinhers von Schwab-eck, der die Burg in Ursberg besaß, blühten die GrafenConrad und Schwigger von Balzhausen . Und da Schwiggervon Balzhausen Bertha, die einzige Tockiter des GrafenAdelgoz von Schwabeck, des Bruders des kinderlosenWerinher, im Jahre 1058 heirathete, so erbte er durchdiese Heirath die ganze ^Grafschaft Schwabeck mit Ursberg
seiner Reise nach Rom in diesem Jahre selbst nach Urs-berg , nahm am 11. November in Gegenwart Werinhersund seiner jungfräulichen Schwestern Schwinhild undGisela feierlich Besitz von Ursberg . Als ersten Propstseiner geistlichen Söhne, die in die neuen Klostermauerneingezogen waren, setzte er Ulrich ein. Unter seiner tüch-tigen Leitung erfreute sich das neue Norbertiner-Klosterbald eines so guten Rufes, daß die Gründer des KlostersNoggenburg, die Grafen Conrad, Berchtold und Sieg-fried von Marstetten, im Jahre 1126 Ursberger Mönchefür ihre Stiftung verlangten und Bischof Otto von Frei-sing die neugegründetcn Klöster Neustift und Schäftlarn gleichfalls den Mönchen von Ursberg übergab. Ermun-tert durch dieses rasche Aufblühen des Klosters Ursberg ,stifteten Werinher's Schwestern Schwinhild auf dem Burg-berge von Balzhausen (zu Burk) ein Frauenkloster nachder Regelndes hl. Norbert und Gisela ein Frauenkloster
Der zerstörte Liebesbrief. Nach einem Gemälde von M. Stocks.
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und nannte sich nach dem Tode seines kinderlosen BrudersConrad fortan Graf von Schwabeck und Balzhausen .Schwiggers Sohn Adelgoz hatte drei gottesfürchtige Kinder,Werinher, Schwinhild und Gisela. Sie lebten auf ihrerHauptburg auf dem hohen Berge von Burk bei Balz-hausen am Anfang des 12. Jahrhunderts — in jenergroßen Zeit, in welcher die Begeisterung für die Kreuz-züge im deutschen Adel einen hochherzigen Sinn und Eiferfür christliche Cultur entflammt hatte, der sich am liebstenin der Stiftung von Klöstern bethätigte. Von diesemhochherzigen Geiste, diesem frommen Opfersinn warenauch die drei edlen Geschwister auf der Grafenburg vonBalzhausen beseelt. Graf Werinher errichtete im Jahre1119 am Fuße des Schloßberges zu Ursberg ein Kloster,das er dem neugestifteten Orden des damals lebendenhl. Norbert im Jahre 1125 übergab und den hl. ApostelnPetrus und Johannes weihte. Der hl. Norbert kam auf
zu Edelstetten nach der Regel des heiligen Augustinus .Bischof Hermann von Augsburg bestätigte das Nor-bertiner- (auch Prämonstratenser -Moster Ursberg imJahre 1130 und zeichnete es mit vielen Privilegien aus.Viele reiche Adelige der Umgebung vermachten dem Klosterder frommen Mönche ansehnliche Güter und stifteten inihrer Kirche Jahrtage, so daß die Bestätigungs-Bulle desPapstes Jnnocenz III. vom Jahre 1209 bereits eine statt-liche Reihe von Gütern im Mindel-, Günz- und Kammel-Thale dem Kloster Verbriefen konnte. Werinher, der Stifter,freute sich des Aufblühens und hohen Ansehens seinesKlosters nicht lange. Er starb im Jahre 1135 einesseligen Todes und wurde in der Stiftskirche zu Ursberg begraben. Nach seinem Tode begannen allerlei Drangsaledas neue Kloster heimzusuchen. Im Jahre 1142 branntees vollständig ab. Als mit dem Tode des letzten Grafenvon Schwabeck und Balzhausen , des Schirmvogtes Adelgoz,