Ausgabe 
(24.4.1894) 33
Seite
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Theuerstes anvertrauen, beweisen einestheils die glänzen-den Prüfungen aus den einzelnen Lehrfächern, andern-theils die Zufriedenheit und die Freude der Eltern wäh-rend des Aufenthaltes ihrer Kinder im elterlichen Hausewährend der Ferienzeit. Das ganze Lehrpersonal weiht sichmit aufopfernder Liebe und Sorgfalt seinem ebenso wich-tigen als schwierigen Berufe. Ein erfreuliches Zeugnißhiefür ist, daß sämmtliche Zöglinge in dankbarer Aner-kennung dessen ihren Lehrerinnen auch mit aller Liebeund Anhänglichkeit zugethan sind. Unvergeßlich ist KlosterWald Jenen, die schon als Zöglinge hier waren; fastalljährlich kommen sie auf ein paar Tage hierher aufBesuch. Der Eindruck, den Kloster Wald auf sie gemacht,sagen sie, ist unauslöschlich.

Zum Schlüsse sei noch gestattet, über die klimatischenVerhältnisse des Instituts eine Bemerkung bekannt zugeben. Die hohe und von Wäldern umgebene Lage isteine sehr milde, gesunde. Stets ist man im Genusse einerfrischen, stärkenden, reinen Luft. Zeugniß hiefür gibt dasgesunde, blühende Aussehen der Zöglinge und der Um-stand, daß im Laufe der Jahre nicht ein einziger, auchnur einigermaßen Bedenken erregender Krankheitsfall vor-kam. Für geistige und leibliche Bedürfnisse der Zöglingeist auf's Beste Vorsorge getroffen. Bezüglich der letzterenbietet das Erforderliche theils die große Oekonomie desHauses, theils wird dasselbe von Ottobeuren oder Mem-mingen oder selbst von Mindelheim ohne Schwierigkeitherbeigeschafft.

So kann man sich nicht leicht eine Stätte denken,die für die Zwecke eines Erziehungs- und Unterrichts-Jnstituts mehr alle erforderlichen Eigenschaften darböte,als dieses stille, vom Geräusche der Welt abgeschiedene,herrliche Kloster. Möge es unter Gottes Segen und Schutzstets blühen zu seiner Ehre und zum Nutzen und From-men der weiblichen Jugend, der Familien und der mensch-lichen Gesellschaft!

-S-8WSS-

(Zu unserem Bild Seite 247.)vr. Franz Mauer v. Funk,

Professor an der Universität zu Tübingen , wurde am 12. Okt.1840 geboren zu Abtsgmünd in Württemberg . Er empfing von18501859 seine Gymnafialbildung in Ellwangen , studiertevon 185963 in Tübingen Philosophie, Theologie und Staats-wissenschaften, trat im Herbst 1863 in's Priesterseminar in Rot-tenburg und wurde 1864 ordinirt. Nachdem er ein Jahr inWaldsee in der Seelsorge gewirkt, begab er sich zur Fortsetzungseiner philosophischen und nationalökonomischen Studien nachParis . Nach neunmonatlichem Aufenthalt daselbst wurde erRepetent am Wilhelmsstift in Tübingen . Als Professor vr. vonHefele im Jahre 1869 zum Bischof von Rottenburg gewähltwurde, hatte er dessen Lehrstuhl zu übernehmen, und er las dem-gemäß fortan Kirchengerichte, Patrologie und Kunstarchäologie,zunächst in seiner bisherigen Stellung, seit 1870 als außer-ordentlicher, seit 1875 als ordentlicher Professor. Im Jahre 1890erhielt er das Ehrenritterkreuz des Ordens der WürttembergischenKrone, mit dem der persönliche Adel verknüpft ist. Im Jahre1892/93 verwaltete er das Rektoramt der Universität Tübingen .Seine Schriften sind außer zahlreichen Abhandlungen und Unter-suchungen in der Tübinger Zeitschrift für die gesummten Staats-wissenschaften, der Theologischen Quartalschrift, derenMitredacteurer seit 1875 ist, dem Historischen Jahrbuch der Görresgesellschaftund verschiedenen anderen Zeitschriften folgende: Zins undWucher, eine moraltheologische Abhandlung, 1868; Geschichte deskirchlichen Zinsverbotes, 1876; Oxora xatrum axostolioorum,

2 Bde., 1878-81, Bd. I. in 2. Aufl. 1887; die Echtheit dergnatianischen Briefe aufs Neue vertheidigt, 1883; Lehrbuch derirchengeschichte, 1886, 2. Auflage 1890; vootrina äuoäsoimaxogtotoruw, 1887; die katholische Landcsuniversttät Ellwangen und ihre Verlegung nach Tübingen , 1889; die Apostolischen Con- ;stitutionen, eine literarhistorische Untersuchung, 1891.

Allerlei.

Ein Schlaumeier. Der kleine Emil sals er seineSchwester mit einem schönen Apfel in's Zimmer tretensiehtj:Komm', Elli, wir spielen Adam und Eval"Elli:Ja, wie denn?!" Emil:Nun, Du versuchstmich mit dem Apfel, und ich esse ihn!"

Erklärlich. Erster Protz:Warum spielt IhreTochter z. B. nie Wagner?" Zweiter Protz:Nu,sie wird doch nicht was Anderes spielen, wenn Sie wasSelbstkomponirtes spielen kann. Jeder ist sich doch selbstder Nächste!"

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Berechtigte Frage. A szu dem Vater eines starkverhauenen" Studentenj:Sagen Sie, lieber Freund,wieviel geben Sie Ihrem Sohne eigentlich Nadelgeld?"

-SS8XNS-

Fodtenktage um Zs. W. Weöer.

Ja, trau're an des greisen Dichters Bahre

Des Sanges gold'nes Diadem gewundenEr hat um Deine Stirn in Himmelsstunden.

O, Deutschland , sein Andenken wohl bewahre!

Die frömmsten, treu'sten Geister um Dich schaare.

Aus ihnen ist er Einer, der in WundenDein Bestes sucht' und d'rin sein Glück gefunden.

So, deutsche Jugend, Deiner Straßen fahre!

Ja, fromm war er in denMarienrosen"

Und treu im höchsten Ideal seinGoliath",

DieLieder" innig Herz und Geist umkosen.

Verklärt wird bleiben seine heil'ge GrabstattImew'gen Licht von Dreizehnlinden", tosenAuch Stürme. Sieh', wie er gekämpft, gesiegt hat!

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Himmelsschau im Monat Mai.

Merkur ist nicht sichtbar.

Venus ? steht am 9. im Aequator , geht aufzwischen 3 U. 30 M. und 2 U. 44 M. und erreicht9 U. vorm. ihre größte Höhe.

Mars ^ im Wassermann geht auf zwischen 2 U.33 M. und 1 !I. 21 M. früh und durchschreitet denMeridian bereits um 7 U. morgs.

Jupiter geht in der Abenddämmerung unter.Saturn H ist fast die ganze Nacht sichtbar undverläßt gegen 4 U. früh den westlichen Horizont.

In der Nähe des Mondes befinden sich am 4. Merkur,am 7. Jupiter, am 16. Saturn; Venus wird am 1.,Mars am 28. vom Blonde bedeckt.

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Milder-KätHser.