Ausgabe 
(15.6.1894) 48
Seite
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llosto sodesu"; d. h.:Nur für Dich, nur für Dich rc., Iden Großen!"

Ob sie ihn wohl noch singen, diesen Königsgruß,da die Königs-Größe vernichte?!

Die Madinda und der Mugudo.Das sindja wildfremde Namen!" wird man wohl ausrufen. Nun,landfremd sind sie, jedoch nicht wildfremd, obgleich sie voneinem Volke herstammen, das eben erst feit 1879in der christlichen Civilisation begriffen. Diese Worte,die nicht unschön klingen, bezeichnen zwei Musikinstrumente,welche bei den Eingeborenen im Negerreiche Uganda imGebrauche sind. Dieses Reich liegt am Victoria Nyanza-Sce, zählt an 4 Millionen Eingeborene, darunter vielekatholische auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl vonProtestanten" (eigentlich Anglikaner) und grenzt mitseinem Südgcbiete der Provinz Buddu (welche denKatholiken nach einem VerfolgungSkricge zugetheilt wurde) an Deutsch- Ostasrika.

Die Madinda nun ist den Eingeborenen vonUganda das Clavier oderPiano".

Dieses Instrument besteht aus zwei Stücken Holz,von verschiedener Länge mit einer starken Resonanzund zwei Griffbrettern, deren jedes 6 Saiten trägt. Ge-wöhnlich wird das Instrument gleichzeitig von Zweiengespielt: der Eine spielt die Melodie, der Andere dieBegleitung. Die Wirkung ist recht angenehm und wohl-klingend. Die Madinda dient oft zur Begleitung desGesanges und wird dann durch Trommeln verstärkt.

Der Mugudo besteht aus drei Trommelnoder Pauken von verschiedener Größe und Klangfarbe.Dieses Instrument, geschickt und taltgenau gespielt, istvon sehr hübscher Gcsammtwirkung".

Der Mugudo ist das Hosinstrnmcnt der großenHäuptlinge auf ihren Reisen durch ihre Provinzen undbei den Gesandtschaften, welche sie im Auftrage desKönigs unternehmen. Ein Missionär aus Buddu, demwir diese Mittheilung verdanken, hat in seiner Anstalteine Anzahl von Knaben, welche den Mugudo zu spielenverstehen, und kam dieses Instrument bei der Fron-leichnams-Procession zu glücklicher Verwendung.

ALLsVLei.

* Ein unverhofftes, freudiges Wieder-sehen. Ein Missionär der berühmten MissionsstationBagamoyo in Deutsch-Ostafrika , Namens Pater Hirzlin,war unermüdlich auf der Suche nach armen Negerkindern,um sie loszukaufen oder vor dem Tode zu taufen. EinesTages erfuhr er, daß in dem Hause eines Jndiers einkleines, krankes Negermädchen sich befinde, das wahrschein-lich dem Tode nahe sei. Er ging oahin und fand dasarme Kind, das 67 Jahre alt sein mochte, am Zim-merboden ausgestreckt; sein Leben schien nur noch aneinem dünnen Faden zu hängen. Ohne Aufschub taufteer das arme Geschöpf. Am nächsten Tage fand er dasKind noch am Leben. So gingen mehrere Tage vorüber

ist französisch. Hier besteht schon seit 1642 die längst berühmteGabun -Misston, zugleich die älteste Culturmusteranstalt derKongregation der Väter vom heiligen Geist, welche Kongrega-tion 20 Jahre später auch die Mission Sansibar mit demgleichfalls so berühmt gewordenen Bagamoyo den Haupt-stationen Mhouda, Mrogoro, Mandara u. s. w. mit 3 je bis4 Negerchristendörfer, Alleösin Teutsch-Ostafrika gegründet.

und der Zustand des Kindes besserte sich zusehends. Dawollte der Pater diese kostbare getaufte Seele nicht inden Händen der. Ungläubigen lassen. Er bat die Fraudes Hauses, ihm die Kleine zu überlassen. Der Kauf warbald geschlossen und Pater Hirzlin, ganz glücklich überseine Eroberung, trug, wie ein guter Hirt, das armeSchäflein in die sichere Hürde, in die Anstalt der Mis-sionsschwestern. Als er dort anlangte, fand eben derUnterricht der Negerfranen statt. Der Pater setzte dasKind mitten in der Gruppe der Negerinnen nieder. Diesesschaute mit großen Augen die Versammlung an. Aufeinmal blieb sein Blick an einer der Negerfrauen haftenund mit dem Aufschrei:Mama! Mama!" sprang eSauf die Frau zu. Diese hatte das Kind nicht sofort be-achtet und schaute ganz verwundert auf. Sogleich er-kannte sie es, schloß es in ihre Arme, nannte es ihrliebes Herzenskind und bedeckte es mit Küssen und Thränen.Dann fragte sie erstaunt: »Hat denn der Pater gewußt,daß ich ein Kind hatte ukd ist er es suchen gegangen?"Der Pater sagte, er habe von diesem seltsamen Vorfallkeine Ahnung gehabt. Da warf sich das glückliche Weibauf die Kniee, nahm ihr Kind in die Arme, hob esdie Augen voll Thränengen Himmel und rief:Gott ist es, der liebe Gott allein er hat mir mein Kindwieder zurückgegeben." Und.sie dankte Gott in der rüh-rendsten Weise vor den Zeugen dieser ergreifenden Scene.

Eintheilung. Ella (zu ihrer Freundin):Nun,Anna, Ihr habt ja jetzt ein Abonnement ..... Wiegefällt es Dir denn im Theater?" Backfisch:Osehr! Ich gehe in die klassischen Stücke, Papa sieht amliebsten Operetten, und Mama geht in's Unpassende."

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Schachaufgabe.

Von I. Mieses.Schwarz.

Weiß zieht au und setzt mit dem 3. Zuge matt.

Auflösung des Bilder-NSthsels in Nr.45:Flottenmanöver.

Auflösung des Ariihmogryphs in Nr. 46:

Museum, Allee, Ulema, Salm. Ossa, Laina, Esel, Ulm, Moses .Mausoleum-

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