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sie ein Versteck in dichten Dornbüschen. Von dort ausspähte sie hinaus auf die Vorübergehenden, um zu sehen,ob Jemand eine Medaille oder einen Rosenkranz trage.Ihr Forschen war resultatlos; das machte sie überaustraurig. Waren denn alle Katholiken umgebracht! Soverblieb sie in ihrem wilden Versteck ohne Nahrung undbei kalten Nächten!
Da wagte sie sich endlich eines Abends aus denDornbüschen heraus und schlich sich bis zum Fuße desHügels von Nubaga, auf welchem die katholische Mis-sionsstation (die erste, älteste und vor dem Kriege diefaktische Hauptstation von ganz Uganda) war.
Hier nun bemerkte das Mädchen eine Frau, welcheihren Rosenkranz um den Hals geschlungen trug. Sofortstürzte das Mädchen auf die Frau zu und rief schluchzendvor Freude: „Ich bin auch eine Katholikin! Ich bininmitten der Flammen getauft worden! O, sag' mirdoch, sind andere Patres gekommen für die, welche manin Bulinguge ermordet hat?" Die katholische Frausagte der Kleinen, die Patres seien noch am Leben, nahmdas Mädchen zu sich und brachte es zu den Missionärenauf Rubaga. Das Mädchen hatte eine unbeschreiblicheFreude, als cS die guten Väter wieder sah. Nachdemsie die standhafte Kleine getröstet und erquickt hatten,übergaben sie dieselbe einer katholischen Familie zur
Obhut. Is.
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ALLevLei.
Was ist Amerika? Ein Schweizer Journalistbeantwortet diese Frage in folgender knapper Form:„Amerika ist ein Land, mit dem verglichen Europa nureine kleine Halbinsel ist; die Vereinigten Staaten be-deuten ein Staatswesen, mit dem verglichen die euro-päischen Reiche als Kleinstaaterei anzusehen sind. Amerika ist das Land der angemessenen Räume und Dimensionen,das Land des Dollars und der Elektrizität, das Land,wo die Ebenen ausgedehnter, die Flüsse mächtiger, dieWasserfälle tiefer, die Brücken länger, die Blitzzügeschneller, die Katastrophen schauerlicher sind, als in irgendeinem anderen Land der Erde, — das Land, wo beieinem einzigen Eisenbahnunfall alle Tage mehr Menschenumkommen, als in ganz Europa in einem vollen Jahre;das Land, wo die Häuser höher, die Spitzbuben zahlreicher,die Reichen reicher, die Armen ärmer, die Millionengroßer, die Diebe frecher, die Mörder ungenirter, dieGebildeten seltener; das Land, wo die Zähne falscher,die Corsets enger, die Krankheiten tödlicher, die Korruptionallgemeiner, der Spleen raffinirter, die Verrücktheit syste-matischer, der Sommer heißer und der Winter kälter,das Feuer wärmer und das Eis gefrorener, die Zeitkostbarer und die Menschen gehetzter sind, als in unsermschäserhasten Europa; das Land, wo die Greise jüngerund die Jünglinge greisenhafter, die Mohren schwärzerund die Weißen gelber sind als sonst irgendwo; dasLand der unermeßlichen Naturreichthümer und der groß-artigsten Nanbsucht der Menschen. Kurz und gut: dasLand der außerordentlichen Gegensätze, der fabelhaftestenExtreme, der wahnwitzigsten Ueberhebung, der rücksichts-losesten Dollarjagd und unsinnigsten Erwerbswuth, dasLand des Kolossalen und Pyramidalen — natürlich nachden Begriffen des Amerikaners."
Am Grabe AlvlMS Maria Raüsboime's.
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Psalm LS.
»Dir Erbarimmgm dkS Hcrrn will ich singliunEwiMtN
Nie kannt' ich Dich, noch Deine Lebensfährte,
Doch ewig bleibst Du mir in's Herz geschrieben:
Solch' ouscrwähltcil Mann, ich muß ihn lieben,
Dem Gnade ohne Gleichen Gott gewährte.
Du warst es. der einmal auch mich bekehrte:
Nach eines Strauß und Darwin wüster Zchrung,
Da war Dein Wunder himmlische Beschecrung,
Und ich vergaß den Jammer dieser Erde.
Dich hielt fortan als Heil'gen ich in Ehren:
Wer hier gekostet schon des Himmels Wonne,
Nie wird Der noch der Erde Tand begehren!
Dich lad' ich auch, daß ich Erbarmen finde,
Zu meinem Sterben! Daß der Herr mich schone,Befehl' ich Dir mich, dem Maricnkindc! *)
Traunstein. Uasner.
A. M. RatiSbonne ist geboren und gestorben im Marien-monat Mai: 1. Mai 1814 — 6. Mai 1884 — aber in weithöherem Sinne und Grade Marienkind durch seine geistigeWiedergeburt in Folge der wunderbaren Erscheinung. D. O.
Httttiuelsschau im Monat Juli.
—X. Venus ? geht als Morgenstern 2 Std.15 Min. vor der Sonne auf und steht am 20. gegeneinen Grad südlich von Jupiter .
Mars F ist noch rechtläufig im Sternbilde derFische und geht anfangs nach, später vor 11 Uhr nachts auf.
Jupiter ist nur schwer sichtbar am Morgen-himmel.
Saturn H steht in der Jungfran, geht anfangs12 U. 15 M. zuletzt 10 U. 15 M. abds. unter.
In der Nähe des Mondes befinden sich am 2. und29. Jupiter ; am 9. Saturn; am 24. Mars; am 30.Venus. Spika wird am 10., Antares am 14. vomMonde bedeckt.
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KVerrZräthsel.
1
2
4
Vierbeinig siehst du 1 und 3,SechSbeinig 3 und 4,
Won 3 und 2 giebt's mancherlei,Bei Tiscke mundet'S dir.
1 4 wachst draußen auf dem Feld,Es nährt so Mensch wie Thier,Gedeiht cö, hat der Bauer Geld,
4 2 siehst du an dir.
Lösung der Schachaufgabe in Nr. 48:
Weiß. Schwarz.
1. K. 66-65 :
2. T. §3 L6 ! rc.
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