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Wien ab solche Karawanen, — später arrangirte Mon-signor Geiger in München , bayerische Pilgerkarawanen;an der 3., im Jahre 1880, hat Verfasser dieses sichbetheiligt und in den Unterhaltungsblättern der Augs-burger Post-Zeitung und der Neuen Augsburger Zeitungüber diese hochinteressante Reise berichtet; Heuer war nachOstern bereits die 17. Karawane dorthin abgegangen,ab München. Außerdem veranstaltet der deutsche Palä-stina-Vercin seit 2 Jahren eine Jerusalcms-Wallfahrt.Aber nicht Viele haben 6—8 Wochen Zeit und etwa1000 Mark zur Verfügung, die hiezu benöthigt sind.
Der zweite berühmteste Wallfahrtsort der Welt istdie ewige Stadt Rom, mit den Gräbern der ApostelPetrus und Paulus, dem ungeheuren St. Petersdom, und 368 Kirchen, Kolosseum, Vatikan, den Katakombenund den großen Ruinen des alten Rom u. s. w. Seit1868, dem Jahre der Sekundiz des höcbstsel. Papstes
wickelten Verkehrsmittel, Eisenbahnen, Dampfschiffe, dieAusführung der Wallfahrt in 2—3 Wochen ermöglichen,bei einem Aufwand von 150 bis 200 Mark ab Bayern, von wo 1890 ein großer Pilgerzug abging.
Im Februar 1894 ist in mehreren Zeitungen(A. Postztg., N. A. Ztg., Bayer. Kurier u. a.) wiedereine Einladung ergangen zu einem zweiten bayerischen Pilgerzug seitens eines Pilger-Comites: Pfarr-VikarA. Beyrer in Rohr, Dierektor, Pfarrer G. Hackl in Stein-dorf, F. Sibold in Augsburg, Kassier, C. Sontheim inOberdorf b. B., I. Präg, Schul-Expositus in Lindachu. s. w. Es erfolgten 486 Anmeldungen zu dem Extra-zug Buchloe—Lourdes für die Zeit vom 10. bis 21.April ds. Js.; drei Viertel derselben aus Bayern, einViertel aus andern Ländern (Württemberg, Westphalen,Schlesien, Erzh. Oesterreich, Ungarn, Körnten, Böhmen, Dyrol, Vorarlberg, Hamburg, Schweiz). Aus Bayern
Immenstadl.
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Pius IX., wurden öfter große Pilgerzüge arrangirt, auch1870, zur Zeit des Vatikanischen Concils, wo auch Ver-fasser Rom besuchte, bis zur Sekundiz des glorreich regie-renden Papstes Leo XIII. und dessen Bischofs-Jubiläum1893, weshalb der damals geplante Lourdcs-Pilgerzugverschoben wurde. Tausende von Katholiken Deutschlands sind bereits nach Rom gereist, um dem hl. Vater denTribut ihrer tiefsten Verehrung zu zollen.
Nach Jerusalem und Rom ist der dritte berühmtesteWallfahrtsort der Welt in Süd-Frankreich die StadtLourdes in den Pyrenäen, dorten der Felsen der Massa-bielle mit seiner Grotte, dem Erscheinungsorte der „Un-befleckten Empfüngniß", wie sie selbst dem begnadigtenHirtenmädchen Bernadette Soubirons 1854 sich geoffenbarthat. Diese Grotte, die herrliche Basilika auf dem Felsen,mit ihrer Krypta-Kirche und der vorgebauten Rosenkranz-kirche, ist das Ziel von Hunderttausenden Wallfahrerngewesen und wird es bleiben, zumal unsere so sehr ent-
waren vertreten: München, besonders Augsburg mit Um-gebung (Lechhausen, Friedberg, Oberhausen, Kriegshaber, Merching, Laimering,Derching, Biberbach) . Aus Schwabenmehrere Städte: Kempten, Kaufbeuren, Jmmenstadt,ferner Sonthofen, Wertach, Oberdorf b./B., Wiggensbach, Seeg, Hindelang, Langerringen, Mödingen, Kettershausen, Schretzheim, Maihingen u. s. w.; ferner aus Oberbayern: Traunstein, Wasserburg, Ließen, Weilheim, Aibling, Freising, Schrobenhausen, Wolnzach, Nosenheim, Nym-phenburg, Miesback; aus dem übrigen Bayern: Landshut, Amberg, Würzburg, Aschaffenburg, Passau, Waldsassen, Pfarrkirchen u. s. w. Unter den Pilgern waren überdie Hälfte dem weiblichen Geschlechte angehörig, Frauen,Jungfrauen, Wittwen, auch Damen höherer Stände;ferner über 30 Geistliche und Alumnen, einige Beamte,Kaufleute, Oekonomen, Ingenieurs, Handwerker, Guts-besitzer, Privatiers, Dienstboten, Arbeiter u. s. w. ZwölfProcent Kranke und Kränkliche.