Ausgabe 
(13.7.1894) 57
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ganzen Chor bedeckt ein kostbarer Teppich, das Weihege-schenk der Frauen Frankreichs . Zahlreiche glänzende Kron-leuchter , 20 an der Zahl, 10 vergoldete Lampen undmehrere silberne schmücken den Chor der Kirche, die Kron-leuchter umgeben wie ein Strahlenkranz das Standbildder allerseligsten Jungfrau; 20 Kronleuchter hängen inden Bogcnöffnungen der Seitenkapellen, und die Bogen-zwickel des Chores sind ausgefüllt mit goldenen und sil-bernen Herzen, welche hinweisen auf die von U. L.Frauan Bernadette gerichteten Worte:Ich will, daß manan diesem Orte eine Kirche baue, und daß man in Pro-cesfionenhieher ziehe". Großartige Processionen sindja seitdem aus allen Theilen Frankreichs und Europas hieher gekommen, in diese Kirche, welche in Erfüllung desWunsches der Helferin der Christen, Maria, erbautwurde. Sie haben 600 kostbare, goldbedeckte Fahnenhieher gebracht, aus kostbaren, meist weißen Seidenstoffenbestehend, mit kunstvoll gestickten Bildern, Emblemen,Inschriften mit dem Namen einer Stadt oder des be-treffenden Pilgerznges und der Jahreszahl versehen; siehängen vom Gewölbe herab, stammen aus Frankreich ,Spanien, Italien, England, Amerika (Mexiko ), Oester-reich-Ungarn, Deutschland . Die deutsche Fahne hängtan würdiger Stelle, Allen sichtbar, 3 rir lang, 2 m breit,mit dem Bildnisse der unbefleckt empfangenen JungfrauMaria, zu beiden Seiten die beiden Patrone Deutschlands ,rechts der hl. Bonifacius, links die hl. Elisabeth; imunteren Theile glänzen in goldenen und silbernen Zügendie Worte:LeatuM wo äicwnb omuss Aöiröiationes(selig werden mich preisen alle Geschlechter), Ro^inu,paom, via, pro riodis (Königin des Friedens, bitte füruns!)." _ (Fortsetzung folgt.)

Berichtigung. In diese Nelsekizze hat sich bei Beschreibungder Stadt Lyon (Nr. 52 desUnterhaltungsbl".) ein Irrthum ein-geschlicben, da bier (S. 404) der französische General Kleberals Stifter der Charits genannt ist Dieter war jedoch in Wirk-lichkeit Johann Kleeb erger, gebürtig aus Nürnberg, derim vorigen Jahrhundert als armer Arbeiter nach Lyon kanr undsich dort durch seine Tüchtigkeit zum Seidenfabrikanten undvielfachen Millionär aufschwang. Durch großartige Akte derWohlthätigkeit sicherte er sich ein dauerndes Andenken in denHeizen der Lyoncr, die dem >bou ailsmanä- auch ein stolzesDenkmal aus Erz setzten.

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Eisenbahnwesen in China.

Mit erstaunlicher Zähigkeit haben die bezopftenSöhnedes Himmels" dieFeuer-Teufel" so nennen sie dieLocomotive von ihrem Lande ferngehalten, selbst nach-dem die Japanesen bereits ein ganzes Eisenbahnnetz er-richtet hatten. Endlich scheint aber auch sür dashimm-lische Reich" die Aera des Dampfes angebrochen zu sein.Der Anfang dazu ist wenigstens gemacht. Der erste Ver-such, sie mit einer vollzogenen Thatsache zu überrumpeln,scheiterte freilich in jämmerlicher Weise. Vor zwanzigJahren hatte sich eine englische Gesellschaft gebildet, dievon Schanghai nach dem etwa 16 Kilometer nördlich da-von gelegenen Wusung eine hauptsächlich sür den Güter-verkehr bestimmte Bahn bauen wollte. Sie kam um dieErlaubniß ein und erhielt sie auch, eine Straßevon Schanghai nach Wusnng bauen zu dürfen. Auf dieStraße wurden aber Schienen gelegt schmalspurig undsehr leicht, eine kleine Locomotive aus England be-schafft und trotz aller Anfeindungen seitens des Volkesim Jahre 1875 die Bahn eröffnet. Die chinesischen Be-hörden sahen wohl, daß man sie hintergangen hatte, sie schwie-

gen aber, bis unglücklicherweise ein Chinese überfahrenwurde. Jetzt erklärten sie der Gesellschaft:Wir habeneuch die Erlaubniß gegeben, eine Straße nach Wusungzu bauen, aber von Schienen und Feuerteufeln war keineRede, noch weniger haben wir euch erlaubt, mit eurerMaschine unsere Leute zu tödten. Wir wollen heute da-von absehen, daß ihr uns hintergangen habt, aber wirfraaen: was kostet eure Eisenbahn?" Wohl oder übelmußte die Gesellschaft nach Verlauf einiger Zeit die Bahnden chinesischen Behörden abtreten. Diese ließen die Schienenabnehmen und nach der Insel Formosa an die Küsteschaffen, wo sie später wieder zu Ehren gekommen sind.

Der zweite Versuch gelang besser. Bei Kaiping nord-westlich von Tientsin wurde ein abbauwürdiges Stein-kohlenlager gesunden. Die englischen Techniker, welche dieAusbeulung der Gruben leiteten, empfanden die Schwie-rigkeiten des Transportes der Kohle mittelst der landes-üblichen Karren sehr, und sie beschlossen, auf irgend eineArt Dampfkraft zu Hülfe zu nehmen. Aber eingedenkdes Schicksals der Wusung-Bahn ließen sie zunächst einekleine Locomotive aus England kommen, die in verschie-denen Theilen nach verschiedenen Häfen abgesandt wurdeund aus verschiedenen Wegen Kaiping erreichte. In einemSchuppen ohne Fenster, nur mit einem Oberlicht, wurdedie Locomotive zusammengestellt, auf der Straße nach denGruben Holzschienen gelegt und Wagen mit entsprechendenRädern beschafft. Aber ohne behördliche Erlaubniß durfteman die Locomotive n cht benutzen. Glücklicherweise warLi-Hung-Tschang, der Statthalter der Provinz, kein Feindvon Neuerungen. Er wurde zur Besichtigung einer neuenArt von Kohlenbefördcrung eingeladen, kam, machte aufZureden auf der Locomotive eine Fahrt nach den Grubenhin und zurück, und damit war der Damm gebrochen.In den folgenden Jahren bildete sich eine chinesische Ge-sellschaft zur Wcitcrführung der Kaiping-Linie nach derKüste, und die kaiserliche Regierung selbst beförderte dasUnternehmen. Heute ist im Betrieb eine Linie von Kaipingin südwestlicher Richtung nach Tongku (nördlich von Takuan der Mündung des Pe ho), ferner eine Linie von Tongkunach Tientsin. Ferner ist von Kaiping eine Bahn innordöstlicher Richtung nach Shan-hai-kwan am Golf vonLiaotong gebaut worden, die außerordentlichen Anklangbei der Bevölkerung gefunden hat, so daß eine Wetter-führung dieser Linie nach Mulden, nördlich von Ninlschuan,bereits in Angriff genommen ist.

Die bei dem Bau und dem Betrieb dieser Bahnenbeschäftigten Techniker sind fast ausschließlich Engländer,als Heizer werden Chinesen benutzt, doch unterliegt eskeinem Zweifel, daß wie in Japan so auch in China nachund nach der größte Theil des Betriebe der Bahnen indie Hände der Eingeborenen übergehen wird.

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ArttHinogrivy.

1 4 5 2 ein Gebirge,

2 2 5 2 4 Hauptstadt in einem Schweizer Kanton,

3 2 5 5 will Niemand sein, doch wer ist, hält gern Andere dafür.

4 3 3 2 westfälische Stadt.

2 3 3 2 fremdländische Münze, Gewicht und weiblicher Vorname,

5 2 12 bekannter indischer Titel.

Die Anfangsbuchstaben der obigen Wörter bezeichnen einenZeitabschnitt.