Ausgabe 
(17.7.1894) 58
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Prinz-Regenten, Höchstwelcher im Hinterstetner Thale all-jährlich vorübergehend auf je ein paar Wochen schon seit4 Dezennien hindurch dem edlen Waidwerk, der Hirsch-und Gemsenjagd, obliegt.

Geht man etliche Kilometer Weges von Hinterstemaus weiter in südöstlicher Richtung dem Hochvogel zu, sogelangt der Wanderer zu einer wildromantischen Gebirgs-schlucht. Zwischen Felswänden drängt und zwängt sich diewildtobende Osterach hindurch uno bildet die 65 Metertiefe, gewaltige Klamm derEisenbreche", an welche sichmehrere interessante Sagen knüpfen. Diese Klamm hatihren Namen erhalten von den nicht allzufern liegendenEisenerzgruben am Erzberge, aus welchen ehedem vomJahre 1490 an durch die Grafen von Montfort Eisenerzfür die Eisenschmelze in Hindelang gewonnen wurde.

Uebrigens, geneigter Leser! komme selbst hierher,staune und erfreue dich mit triumphirendem Herzen; denndas deutsche Lied sagt nur wahr, wenn es froh aus vollerKehle hinausruft in alle Welt:Auf den Bergen ist esschön!"

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Zu unseren Bildern.

Pfarrer und k. Distriklsschulinjpector Kaiserin Aibting.

Bet der Konstituirung des bayerischen LandesverbandeslandwirthschaftlicherDarlchenskassenvereine wurde der k.Distrikts-Schulinspector und Pfarrer Kaspar W, Kaiser in Aibling (Ober-bayern ) zum zweiten Verbands-Director gewählt.

Wenn seine Persönlichkeit ob seiner vielen Verdienste umdie Raiffeisensache auch schon in weitesten Kreisen bekannt ist,so gewinnt dieselbe ohne Zweifel hiedurch nur noch mehr In-teresse. Geboren am 6. Juli 1853 zu Babesheim in Schwaben unweit der Donau, besuchte Kaiser das Gymnasium zu Dillingen ,nach dessen Absolvirung die Universität München als Alumnusdes Georgianums, mit welchem er in den ersten Tagen desMonats Juni 1894 dessen 4. Centenarium gefeiert hat. 1876trat er als Priester aus demselben in die Seelsorge der großen,ausgedehnten Pfarrei Altusried im schönen Algäu, wirkte späterals Stadtkaplan in zwei Städten an der Donau und übernahm,diesem seinem heimathlichen Strom folgend, 1882 die PfarreiBerg bei Donauwörth .

Unter dem damaligen verdienten k. Bezirksamtmann Hoch-kirch in Donauwörth, nunmehrigen k. Regierungsrath in Mün-chen , wurde Pfarrer Kaiser als Mitglied des landwirthschaft-lichen Bezirkscomitss Donauwörth zu dessen Sekretär erwählt. Indieser speziell landwirthschaftlichen Thätigkeit fand er Gelegenheit,das Ratffeisenwesen kennen und lieben zu lernen, für welches erimmer mehr Interesse gewann, und durch Wort und That undSchrift wesentlich zur Einführung und Verbreitung der Raiff-etsenvereine im südlichen Bayern beitrug, so zwar, daß er selbstbis zum Jahre 1894 mehr denn ein halb Hundert solcher segens-reich wirkender Vereine in Schwaben, Ober- und Niederbayern gegründet hat.

Auf landwirthschaftlichen Versammlungen und bei ähnlichenAnlässen (in Donauwörth, Mindelheim, Augsburg, Memmingen ,T>illingen, Nördlingen, Lauingen, Straßburg, Erfurt, Frankfurt ,Bamberg, Berchtesgaden , Oberdorf, Mühldorf, Ganghofen, Traun-stein, Deggendorf, Reichenhall , Biessenhosen) trat er als begeisterterRedner und Herold der Raiffeismvereine mit bestem Erfolge auf,dehnte seine Propaganda hiefür selbst üSer die vaterländischenGrenzen tief in's Nachbarland Tirol bis Oetz und Brixen hineinaus, wo er den Anstoß zur Gründung zahlreicher Raiffeisen-vereink und des tirolischen Landesverbandes gab.

Weithin bekannt ist im In- und Auslande Kaiser's BuchRaiffeisen-Abende", welches in Tausenden und Aber-tausenden Exemplaren in deutscher, französischer und in anderenSprachen freundliche Aufnahme fand, die Verbreitung der Raiff-etsen-Sache ungemein förderte^ und seit Gründung des bayer.Landesverbandes alsPraktischer Raiffetsenmann" die Lande

durcheilt, dem Verfasser aber ob seiner volksthümlichen, klarenund faßlichen Sprache bis in die höchsten und allerhöchsten Kreisehinauf die lebhafteste Anerkennung gebracht hat.

Jln jüngster Zeit erschien in der Bucher'schen Verlagsbuch-handlung in Würzburg seine Umarbeitung der praktischenWinkeund Rathschläge" des um die Raiffeisen-Sache hochverdientenPfarrers Josef Kolb in Prosselsheim, des intimen Freundesdes j- Vaters Raiffeisen.

Kaiser'sRaiffeisen-Winke" undRaiffeiien-Kalender" leistenden Raisfeisen-Vereinen die schätzenswerthesten Dienste, so daßes nicht verwunderlich erscheinen darf, wenn sämmtliche ange-führten Raiffeisen-Publikationen Kaiser's von warmen Verehrernder Sache selbst im bayerischen Landtage empfohlen wurden.

Daß das ersprießliche Wirken Kaisers auf seelsorglichem undsocialem Gebiet, sowie seine siebenjährige Thätigkeit in der Ge-sangenenanstalt Nrederschönenfeld auch in den regierenden Kreisenwohlgefälligst bemerkt wurde, beweist die allergnädigste Ver-leihung des k. bayer. Vervienstordens vom hl. Michael IV. Klasse(7 März 1891), wie nicht minder die allerhöchste Anerkennung,welche dem verdienten Raiffeisenmanne in wiederholt allergnädigstg> währten Audienzen von Sr. kgl. Hoheit dem PrinzregentenLuitpold und Sr. kgl. Hoheit Prinzen Ludwig ausgesprochenwurde, ebenso die Auszeichnung mit dergroßen silbernen Ver-einsdenkmünze" durch den landwirthschaftlichen Verein inBayern (1888).

Auch als Hausgeistlicher und kgl. Pfarrer im ZuchthauseKaisheim (vom 1. November 1891 an) und kgl. Distrikts-Schulinspector des Bezirkes Monheim war er rastlos thätig fürdie Raiffeisensache und nahm hervorragenden Antheil an derGründung des bayerischen Landesverbandes landwirtschaftlicherTarlehenskassenvereine. Mit Rücksicht darauf und auf seineStellung als zweiter Verbandsdirector im Verbände wurde er,wie schon erwähnt, zum Pfarrer in dem schön gelegenen Aibling ernannt, von wo aus er in naher Verbindung mit der Central-stelle des bayerischen Landesverbandes in München seine für dieRaiffeisensache so erfolgreiche Thätigkeit in alter Begeisterungfortsetzt mnltos annos so Gott will und alle Ver-ehrer Vater Raiffeisens wünschen. Vanadins.

Glücklich heraus I

Zu den Hühner-Vögeln zählen auch die Wald- oder Feld-Hühner. Sie nisten in der Regel auf der Erde oder in nied-rigem Gestrüpp und legen eine große Zahl von Eiern in einerBrüt. Die Jungen verlassen das Et mit Daunen bekleidet,folgen der Mutter vom ersten Tage an und nehmen selbstständigFutter auf. Auf unserem Bilde siehst Du, lieber Leser, das Nesteines Feldhuhnes. Vor kurzer Zeit noch hättest Du in dem Neste fünfniedliche Eierchen schauen können. Heute aber sind die Hüllengesprengt. Zwei allerliebste Vöglein sind bereitsglücklich heraus"aus dem Ei, während zwei andere eben daran sind, die Hüllenzu sprengen. Das Nesthäkchen aber im letzten Ei rührt sich nochnicht; doch wird es nicht mehr lange dauern und auch das Nest-häkchen ist da. Wie werden sich die Alten freuen über die junge,muntere Brüt!

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ZLilder-NätHsek.

bliebe bist cl^. Ms

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