— 472
4
schreibt: „Diese Bayern seien wahre Pilger gewesen;«an habe nicht leicht in Lourdes einen andächtigerenWallfahrtszng gesehen, als den bayerischen, der ein wahr-haft gutes Beispiel gegeben." Viele Tausende reisenjährlich in Bäder, oder auf Berge zur Luftkur; — wirhaben den Pilgerstab in die Pyrenäen getragen, dort hin,zum wunderbaren Gnadenfelsen, dem Heiligthum derHimmelskönigin, hat es uns hingezogen mit magnetischerGewalt, u. haben himmlische Luft eingenthmet. Jeder Pilgerhat durch diese Wallfahrt ein offenes Bekenntniß seinesGlaubens an die zwei jüngsten, früher vielfach angestrit-tenen Glaubenssätze abgelegt: das Dogma (1854) vonder „Unbefleckten Empfängniß", welche ja auf Massabielleerschienen ist, — und die andere Glaubens-Definitionvom 18. Juli 1870 vom „unfehlbarem Lehramt desPapstes, als obersten Lehrers der Kirche". So faßte esPins IX. auf, der das Bild der „Unbefleckten" krönenließ; so sieht es Papst Leo XIII . an, der die neue Kirchein Lourdes zur Basilika erhob und nun ein eigenesOfficium von der Erscheinung Mariens zu Lourdes sammtMissa genehmigt hat, pro 18. Februar jedes Jahres.
Gestärkt im Glauben sind wir heimgekehrt mit demheiligen Vorsätze, in apostolischer Weise für die Aus-breitung des Marien-Cnltus und dessen intensivere Pflegethätig zu sein, auch zum Danke für den greifbaren Schutzauf der weiten Reise, die bis Lourdes bezw. S.Sebastianhin und zurück 3200 Irin beträgt. Möchten noch Vieleden gegen Bernadette ausgesprochenen Wunsch Marienserfüllen helfen: „Viele Menschen sollen in Procession zurGrotte kommen!" und so der Einladung der Königindes Himmels und der Erde in kindlicher Gesinnung Folgeleisten! Die herzerhebende Erinnerung an Lourdes wirdunser Leben lang dauern. Der unbefleckten JungfrauMaria zu Ehren sind diese Zeilen geschrieben!
Nankralkus Martin,
Pfarrer zu Geltendorf (Oberbayern ),
Ritter des Heilig Grab-Ordens von Jerusalem .
^ -—
Hmunelsschan im Monat August.
—Merkur 8 ist als Morgenstern in der erstenHälfte des Monates sichtbar, am besten gegen 4 U. früh.
Venus ? am 28. in der Nähe des MondeS gehtauf zwischen 2 und 3 U. früh.
Mars F, rcchtläufig im Sternbilde der Fische,wird immer Heller, steht am 21. unter dem Mond undgeht auf zwischen 10 U. 25 M. und 8 U. 37 M. abds.
Jupiter ?! geht anfangs auf gegen 12 U. 45 M.zuletzt gegen 11 U. 15 M. nachts, bewegt sich rechtläufigvom Stiere zu den Zwillingen und steht am 26. in derNähe des Mondes.
Saturn H geht unter zwischen 10 U. 15 M. und8 U. 15 M. abds. und verschwindet am Abendhimmel.Am 6. nordw. von der Mondsichel.
In diesem Monate kann man den Sternschnuppen-schwarm der Perseiden beobachten, und sind die-Stern-schnuppen zwischen 10. und 13. August am häufigsten.
- - * >IÄW4 - -
Bei der anläßlich des fünfundzwanzigjährigen Jubi-läums des Herrn Stadtpfarrers Kinzel von St. Maxin Augsburg am Samstag den 14. Juli stattgefundenenGratulation der Schulkinder wurde der Herr Jubilarseitens eines Schulknäbleins mit einer allerliebsten Dialekt-dichtung (Verfasser Herr Stadtkaplan Friedrich Müller)erfreut, die der Veröffentlichung nicht nnwerth sein dürfte.Dieselbe lautet:
I bin a Aus!
I bin a Bua — Herr Jubilaur,
Möcht' au zum Fescht mei Schärfte gea;
Ihr sind ja sell — ischt dös nit wauhr? —Z'Kempta dob a' Bua mol g'wca!
So bring i von alle Buaba zum SchlueßAn lauta, feschta, herzlicha Grueß.
An Grueß von de Buaba z' Kriegshaber draußt,
Da hand'r ja drui Jauhr als Pfarrer g'haust,
Und an Grueß von de Buaba z' Ncarling im Ries,
Dia Hand Ui au gera g'het — dös woaß i ganz g'wieß,Und an Grueß von de Buaba z' Lindau im Seea,
Wiara fürt sind — dös thuet ihna hcint no weah!
Und an Hauptgrueß von alle St. Maxemer Buaba,
An Juchzgcr zum Pfand auö d'r Herzensgruabal
I bin a Bua, Herr Jubilaur,
Möcht' Ui zum Fescht au GeltS Gott sa:
Ihr Hand in fünfazwanzig JauhrDe Buaba Guats an Haufa tha.
So sag' i, von alle Buaba d'r Bot,
An kräftiga, gmoana Vergelts Ui Gott.
Dergelts Gott für all' Uire Schualgäng und Plaga,
Vergelts Gott für d' Bildla — gnua Hammer hoam traga,Vergelts Gott sür's Lehrn — so oifach und schliacht,Vergelts Gott füc'n Firm- und Communion-Unterriacht,Vergelts Gott für d' Tatz'n mit'n Rohr — daß st's biagt,Vergelts Gott für d' Strix'n — wear's verdeant hat, hat's
g'kriagt.
Vergelts Gott für d' Liab, für's Loab und für d' Strof,
An Vorsatz zum Gelts Gott — mir wer'» ietz recht brov.
I bin a Bua, Herr Jubilaur,
Möcht' Ui zum Fescht au Wünschla bring»;
's hat fei dia ganze BuabaschaurWohl beatet, daß's zum Hünm'l dringa.
So rucf i, mit alle oin Herz, zum Altanr:
Scgn' Gott unser Herrle no fünfazwanz'g Jauhr.
Ja fegn' Gott Ui d' G'sundheit no lang, ja no lang,
Nau bleibt'r schon bei uns — dau ischt m'r nit bang,Und fegn' Gott Uir Beata und d' Sorg für de Arma,
Dia g'winnt Ui beim Richt'r an öbigs Erbarm«,
Und fegn' Gott Uir Wirk« in Kauz'l und SchualUnd fegn' Gott d'n Eifer im Bueßricht'rschtuahl,
Und fegn' Gott Uir Opfer im Leaba und Sterb»,
Im Himm'l 's bescht Plätzle, dös sollet'r erwcrba.
I bin a Bua, Herr Jubilaur,
Hau Ui der Buaba Feschtgrueß g'sait,
Und ischt'S Gcdichtla ietz au gaur,
De Buaba-Liab — dia kennt koi Zeit,
Ja die brennt fürt mit doppelt» Glueth,
O bleibet au Ihr Uire Buaba recht guet.
Aber ietz soll es donn'ra — Ihr verlaub'ns uns doch,
Ihr Herr Jubilaur — Ihr sollet leaba hoch!
Telegramm-Räthsel.
(Die Striche sind durch Vokale, die Punkte durch Konsonantenzu ersetzen.)