Inspektor nach Thannhausen an der Mindel. Hier er-ging an ihn von Seite des kurfürstlich bayerischen Direk-toriums der deutschen Schulen der Auftrag zur Bearbei-tung der biblischen Geschichte, die zuerst im Drucke 1801erschien. Bald folgte auch sein „Erster Unterricht vonGott ", das auch als sprachliches Meisterwerk geltendebekannte „Gottbüchlein". Inzwischen war Schund Distrikts-schulinspektor für den Landgerichtsbezirk Ursberg gewor-den und hatte als solcher mit der Organisation des Schul-wesens außerordentlich viel zu thun. Dennoch gewanner Zeit, im Jahre 1816 als Ostergeschenk für seineSchüler und Schülerinnen die „Ostereier" herauszugeben.Daran reihte sich die „Genovefa" und viele andere Er-zählungen, Schauspiele und Gedichte, welche größtentheilsin Thannhausen zu Papier gebracht, den Schulkindern 'als Belohnung vorgelesen, vielfach aber erst später in I
Vorschlag gebracht. Da berief ihn König Ludwig I. 1826in sein Vaterland zurück, indem er ihn zum Domcapitularin Augsburg ernannte. Am 24. Mai 1827 wurde erhier in sein neues Amt, in welchem ihm das Referatüber Schulangelegenheiten übertragen wurde, eingesetzt.Er wohnte zuerst im Hause der Wolff'schen BuchhandlungL 3, bezog dann, weil es ihm hier zu hoch und unruhigwar, ein eigenes Haus — L 167 —, bis er im Jahre1833 in die durch Ernennung des Domkapitulars Tischerzum Dompfarrer freigewordene Domherrnwohnung —L 165 — einziehen konnte, in welcher er bis zu seinemTode verblieb, gehegt von der Sorgfalt seiner nächstenVerwandten, hochgeachtet von allen, die ihm näher traten,geehrt durch die Freundschaft hochstehender Männer, ge-' schmückt mit Ehren und Auszeichnungen mancherleiI Art, beglückt durch die Liebe der Kinder, denen er
Hochlchlotz pühl
Druck gegeben wurden. Eine Reihe seiner Schauspielewurde auch in Thannhausen zuerst aufgeführt.
So hatte Schund beinahe 20 Jahre in Thannhausen segensreich gewirkt, er hatte während dieser Zeit einenRuf als Professor der Pädagogik und Aesthetik an dasneuerrichtete Lyceum in Dillingen ausgeschlagen, auch dasAnerbieten einer theologischen Professur an der UniversitätLandshut und der damit verbundenen Leitung des theo-logischen Seminars (1815) lehnte er ab. Da wurde imgleichen Jahre die vielbegehrte Pfarrei Stadion in Würt-temberg erledigt und vom Grafen Stadion ihm sofortübertragen. Während seines Aufenthaltes hier wünschteihn auch die Universität Tübingen als Professor derMoral und Pastoraltheologie, er sollte ferner Regens desPriesterseminars zu Rottenburg werden; aber er wollteSeelsorger und dem Kreise der Kinder nahe bleiben. Erwurde sogar von der katholischen Geistlichkeit Württem-bergs für den erledigten Bischofssitz von Rottenburg in
am Ammerfek. Nach einer Photographie von Max Merz in Diesjen.
selbst beglückend in ununterbrochener Arbeitskraft undLust stets neue frohe Stunden bereitete. Hatte schon seineVaterstadt Dinkelsbühl , die ihm auch in der Folgezeitein ehernes Denkmal setzte, den 50. Jahrestag seinerPrimiz am 29. August 1841 in erhebender Weise ge-feiert , so wurde der Beginn seines 80. Lebensjahres,15. August 1847, zu einem wahren Jubelfeste für dieganze Stadt Augsburg .
Als etliche Jahre darauf der unheimliche Würgengeldurch die Straßen Augsburgs schritt, da schonte er auchdes ehrwürdigen 86jährigen Greises nicht. Die Feder,mittelst welcher der Edle so Treffliches geschaffen, entsankseinen Händen, und auf immer verstummte der beredteMund, der so lieblich erzählte. (Nach dem „Sammler".)--
Goldkörner.
Fröhlichkeit ist die Gesundheit der Seele, Traurigkeit istderen Gift.