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Pfarrer, der bei Beginn des Jahres 1633 starb. D. Oester-reichs präsentirte dann den Gg. Dischmacher. Ob dieser dasPestjahr 1635 überlebte, ist nicht bekannt. Die Gemeinde hatte1635 außerhalb des Dorfes für die an der Pest Gestorbenenden Pestgottesacker angelegt, den sie 16 Jahre nach derPest — im Jahre 1651 — arg vernachlässigte. General-vicar Zeiler befahl darum nach der Visitation, daß derPestgottesacker mit einer Mauer umgeben werden müsse.
Nach Pfarrer Dischmacher's Tod, der zwischen 1635und 1640 erfolgt sein mochte, wurde die Pfarrei Bedernaumeist von Breitenbrunn aus versehen.
Im Jahre1646 er-hielt Bedernau, nach-dem der imKriege„argzergangene Pfarrhof"reparirt war, wiedereinen eigenen Pfarrer— Hans Mäher, denHans Christ. Oester-reicher am 20. April1646 präsentirte.
JmJahre 1665 zogPfarrer Mayer aufdie Pfarrei Mindelau,und Hans ChristophOesterreicher präsen-tste den 31. Mai denMartin Bisse! (1665bis 1680) alsPfarrer.
Bald darauf verkaufteOesterreicher die Ort-schaftBedernau an denGrafen Wolf Bern-hard vonMuggenthal,dessen Geschlecht dieHerrschaft als baye-risches Lehen fast 100Jahre lang — von1665—1762 — be-hauptete.
Im Jahre 1762fiel die HerrschaftBedernau von denGrafen v. Muggen-thal an Bayern heim,das den Hof-Zahl-meister v. Kretz da-mit belehnte, der aberschon nach 4 Jahren,
1766, Bedernau wie-der gegen die HofmarkRätzenhofen (Nieder-bayern ) eintauschte. Bedernau war nun 13 Jahre lang(1766—1779) unmittelbar bayerisch, bis im Jahre 1779die Kaiserin Maria Theresia im bayerischen Erbfolgekriegdie Herrschaft Mindelheim auf kurze Zeit an sich zog undBedernau dem kaiserlichen General v. Ried als ein „Kunkel-lehen" überließ, (v. Naiser.)
So kurz wie der bayerische Erbfolgekrieg war auchdie österreichische Herrschaft in Bedernau. Im Jahre1781 war der Flecken schon wieder bayerisch, und Chur-fürst Carl Theodor belehnte nun im Jahre 1782 denchurpfälzischen Finanzminister Freiherr » v, Ca stell mitdem Lehen Bedernau, dessen Nachkommen es heute noch
in Besitz haben. Am 26. März 1789 präsentirte JosephLeopold Neichsfreiherr von Ca stell— „Herr der Herr-schaft von Bedernau, zu Rhörda und Neilra, Ober- undNieder-Egelbach, Steinhaufen und Mittersendling, Sr.churfürstlichen Durchlaucht zu Pfalzbayern wirk!, adeligerHofgerichtsrath zu Mannheim, dann Hofkammerrath undHofkassierer in München" — den Norbert Pfanzelt alsPfarrer (1789—1815). Pfarrer Pfanzelt's Pfarramts-führung dauerte also gerade so lang wie die französische Nevolutionsperiode, die im Jahre 1789 begann und1815 abschloß. Ihm folgten Bened. Schnitzer (1815
bis 1825), JohannGg. Koneberg (1826bis 1835), der Oheimunseres unvergeß-lichen Herrn Dom-kapitulars Joh. Gg.Hafenmayr und desgewesenen Hrn. Pfar-rers ?. HermannKoneberg in Otto-beuren, ferner DecanJoh.Deisler(1835bis1840),JosephRampp(1840bis1848),Ant.Stiegeler (1848 bis1884), Konrad Neitz(1884 bis 1888),Anton Mahr (seit1888).
Bei der Säkulari-sation wurde ein frei-herrl. v. Castell'schesPatrimonial - Gerichtzweiter Classe errich-tet, dasselbe aber spä-ter aufgehoben undauch die niedere Ge-richtsbarkeit der Ort-schaft Bedernau demkönigl. LandgerichtMindelheim zuge-theilt. Der dermaligeInhaber des Lehensund Schloßgutes mitGrundherrschaft istHerr DomkapitularundGeneralvicar Frz.Xaver FreiherrvonCastell inAugs-burg, Urenkel des chur-pfälzischen Finanz-ministers, der vom Churfürsten Carl Theodor die HerrschaftBedernau zuerst, anno 1782, zu Lehen erhielt.
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Zu unl-ren Bildern.
Kardinal Andreas Steinhulicr. *)
Das Ereigniß, daß ein Bayer mit dem Purpur des Kar-dinals geschmückt wurde, ist zu bedeutungsvoll, als daß es Über-gängen werden dürfte.
Ww finden in der Geschichte mehrfach bayerische Kardinäle,
*) Aus der sehr empfehlenswerthen Wochenschrift „DasBayerland", redigirt von H. Leher , herausgegeben vonR. Olden-bourg in München.
Kedernau. (Schloß und Kirche.)
Original-Aufnahme von Gustav Baaber, Photograph in Krnmbach. fVervielfältigungSrecht vorbehalten.)
MKtzM