Ausgabe 
(16.10.1894) 84
Seite
649
 
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^L84.

1894 .

Augsburger Postzritung".

Dinstag, den 16. October

Mr die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg .

Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Gradhcrr in Augsburg (Vorbestyer vr. Map Huttler).

Bischof Ilr. Panerstius von Dinkel P

Die Diözese Augsburg, die staatlichen und städti-schen Behörden, zahlreiche Vereine und Corporationen habenAlles aufgeboten, um ihrer Hochschätzung, Verehrung,LiebeundDankbarkeit, welchesie dem von Gott heimbe-rufenen HochwürdigstenOberhirten Dr. Pancratiusv. Dinkel entgegenbrachten,beredten Ausdruck zu ver-leihen. Die Diözesanentrauern um ihn als denbesten geistigen Vater, alsden erprobten Leiter derDiözese, als den unermüd-lichsten Förderer jeder gutenSache, die Katholiken inganz Bayern erblicken inihm den unerschrockenen undgewandten Vorkämpfer fürihre Sache, und selbst Fern-stehende können ihm ihreHochachtung nicht versagen.

Hunderttausenden hat er dieheiligen Sakramente gespen-det, Ungezählte hat er ge-tröstet in ihrem Schmerz,aufgerichtet in der Trübsal,durch Rath und That unter-stützt, wenn sie sich ver-trauensvoll an ihn wandten.

Wer je ihm gegenüber-trat, seinen Rath einholte,oder die Gnadenmittel derKirche durch seine Hand em-pfing, wird die hehre Ge-stalt des StellvertretersGottes in der Regierung derKirche nicht vergessen undbei Betrachtung der Zügedes nun von Gott Ab-berufenen mit Wehmuth dessen gedenken, was er vonBischof Pancratius empfangen.

Bischof Pancratius wird fortleben in den Herzen

aller Diözesanen, die Liebe und Verehrung seiner Heerdebleibt ihm auch über das Grab hinaus gesichert. Es gebenja auch Monumente aus Stein und Erz Zeugniß von

seinem Wirken und noch inspäten Jahren wird manvon der Zeit erzählen, inwelcher Bischof Pancratiusv. Dinkel den Stuhl desheiligen Ulrich innehatte undin seinem Geiste wirken.Fast alle Diözesanen habenden Oberhirten von Ange-sicht zu Angesicht gesehen,ältere Leute und die jüngsteGeneration haben von ihmdie heilige Firmung gespen-det erhalten und haben wohldie Züge des Vermittlersder Gnaden unauslöschlichin's Gedächtniß eingeprägt.Nun er heimgegangen, willman aber nochmals dasBild vor Augen sehen, umAlles in seinem Geiste vor-überziehen zu lassen, wasdas Erscheinen und das Amtdes theuren Verblichenen inuns hervorgerufen hat.

Hat Gott in seiner Weis-heit es auch für gut ge-funden, den HochwürdigstenOberhirten zu sich zu neh-men, den Hirtenstab ausseiner Hand zu entwinden, erlebt in uns fort und seinBild wird uns inspirircn,getreue Schüler zu sein undin seinem Geiste fort zuarbeiten. Wir glauben, einemallgemeinen Wunsche gerechtzu werden, wenn wir ein wohlgetroffenes Porträt deSverstorbenen Oberhirten nochmals unsern ?. 1. Lesernbieten und ist dieses Bild nach der jüngsten im Sommer