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Rumänien griechisch), Wettin (die Albertinische Linie undein Zweig des Koburger Astes, Cohary, sind katholisch),Holstein (die Holstciner in Rußland und Griechenland griechisch), Württemberg (ein Theil der Nebenlinien kath.),Mecklenburg (Herzog Paul Friedrich und seine zwei Söhnekatholisch), sowie Lippe (ein Zweig der gräflichen Liniekatholisch). Ganz katholisch sind nur drei deutsche Häuser:Lothringen-HabSburg, Wittelsbach und Liechtenstein ; fernerdie romanischen Bourbon, Savoyen, Braganza, Bonaparteund Monaco , zusammen also 8. Die Obrenowitsch undPetrowitsch-Njegosch gehören dem griechischen Glauben,das Haus Osman endlich dem Islam an.
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Erfinder-Erfolge. Von Zeit zu Zeit findetman in gewissen Blättern Ausführungen über die pecu-niären Erfolge von „Erfindern", besonders amerikanischen.Bei diesen Erfolgen geht es stets hoch in die Hundert-tausende. So soll der Erfinder einer Metallfeder, die zugleicher Zeit Schreiben in mehreren Farben gestattet, da-durch ein Jahreseinkommen von 800,000 M. gewonnenhaben. Vergebens zerbricht sich der Uneingeweihte denKopf darüber, wie es möglich ist, daß ein so einfacherund in seiner Anwendung so beschränkter Gegenstand, nachdem man selbst in größeren Städten vergebens fragt,seinem Erfinder einen so ungeheuren Nutzen abwerfenkönne. Da wäre es schon eher glaublich, daß der Patent-Inhaber jenes an einem elastischen Faden befestigtenPapierballes, der als Kinderspielzeug dient, jährlich200,000 M. eingeheimst habe; indeß auch das ist rechtfraglich. Jedenfalls aber ist es Thatsache, daß die Be-richte über reiche Erfinder-Erfolge meist aus sog. Patent-Bureaus herstammen, welche letztere ihre kleinen Notizensolchen Zeitungen, die dafür empfänglich sind, gratis zurVerfügung stellen. Wahrscheinlich, um die Leser dieserBlätter anzuspornen, auch eine kleine patentfähige Er-findung zu machen. Die Idee ist an und für sich nichtübel, aber die Sache hat doch ihren Haken. Es gibt näm-lich keine mißlichere Sache und kein undankbareres Ge-schäft als das „Erfinden". Man hat berechnet, daß von100 patentirten Erfindungen kaum eine oder zwei sichso einträglich erweisen, daß sie dem glücklichen Erfindereinigermaßen die ihm erwachsenen Kosten decken. Wiegroß daneben die Zahl derjenigen Erfindungen ist, dienicht einmal als patentfähig erachtet werden, kann sichnur der vorstellen, welcher der Sache etwas näher steht.Ein Mann wie Werner v. Siemens, ein geborener Er-finder und einer der genialsten Männer auf dem Gebieteder angewandten Wissenschaft, sagt in seinen Lebens-Erinnerungen, nachdem er von seinen ersten Erfolgen er-zählt hat: „Nach Berlin zurückgekehrt, prüfte ich ernstlichmeine bisherige Lebensrichtung und erkannte, daß dasJagen nach Erfindungen, zu dem ich mich durch dieLeichtigkeit des ersten Erfolges hatte hinreißen lassen, so-wohl mir wie meinem Bruder voraussichtlich zum Ver-derben gereichen würde. Ich sagte mich deßhalb von allenmeinen Erfindungen los, verkaufte auch meinen Antheilan der in Berlin eingerichteten Fabrik und gab michganz ernsten, wissenschaftlichen Studien hin." Wie richtigSiemens hiermit gehandelt, haben seine späteren Erfolgebewiesen. Ganz verkehrt ist die bei Vielen herrschendeMeinung, daß wichtige, erfolgreiche Erfindungen gewisser-maßen plötzlich gekommen seien, sozusagen wie eine Ein-gebung von oben. Große Erfindungen, bemerkt sehr treffendC. Sitte, sind nur naturgemäße, und wenn es auf dem
Monde Menschen gäbe, so mühten sie ebenso darauf kom-men wie wir. Die sog. Doppel-Erfindungen liefern denBeweis dafür. Beim deutschen Patent-Amte werden jährlichbeiläufig 10,000 Patente eingereicht und davon etwa 4000als neu approbirt, die übrigen 6000 dagegen als schondagewesen zurückgewiesen. Aber gerade die unpraktischenDinge werden immer wieder erfunden, da sie nicht inden Handel kommen und unbekannt bleiben. Der Erfolgentschieden werthvoller Erfindungen läßt sich zudem nurin den wenigsten Fällen einigermaßen voraussagen. DaSTelephon Bells wurde anfangs durchaus nicht nach seinemwahren Werth gewürdigt, während Edison mit seinemPhonographen, unterstützt durch eine ganz ungeheureReklame, das größte Aufsehen machte; heute ist der Pho-nograph selbst mit allen seinen Verbesserungen und Ver-feinerungen wenig mehr als ein Spielzeug, während daSTelephon zu einem geradezu unentbehrlichen Communi-cationSmittel wurde. Ueber unpraktische Erfindungen heißtes sehr richtig in einem technischen Fachblatte: „Manfragt sich verwundert, ob es der Kritik nicht schon vorAusführung solcher Pläne möglich gewesen wäre, die vor-handenen Fehler nachzuweisen und dadurch oft kostspieligeAusführungen überflüssig zu machen? Darauf muß er-widert werden, daß dies gewöhnlich Möglich ist und auchgewöhnlich geschieht, daß aber die Erfinder und ihre Ver-bündeten sich oft in eine so tiefe Selbsttäuschung ein-wiegen, daß sie jeder Einwendung von vornherein ihrOhr verschließen. Häufig wird indessen auch das Publi-kum in betrügerischer Absicht getäuscht." Die gröbste vonallen Täuschungen aber ist die, zu glauben, „Erfinden"sei ein einträgliches Geschäft.
--SV8S-S--
Schachaufgabe.
Schwarz.
Weiß zieht an und seht in 4 Zügen matt.
Auflösung des Kreuz- und Quer-Räthsels in Nr. 81:
Ma » de
La I gen
Made, Lagen, Magen, Degen, Labe, Lama.