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grausen Trichter; den Eingang in denselben, durch eineverschlossene Thüre, bezeichnen wieder ein paar buntflatternde Fähnchen. Meinem ersten Ausruf des Er-staunens folgte bald der zweite: „Da gehe ich nichthinunter" — als ich die schmalen Steige und Brückenbemerkte, die au den Felswänden klebten und von einemfinster gähnenden Felscnthore zum andern führten. Dochsollte ich mich mit dieser Aeußerung in kürzester ZeitLügen strafen.
Das Dorf Matavnn war schnell erreicht; imWirthshaus Gombac bekamen wir den Führer JozsCerkvcnik, der mit Fackel und Kerzen ausgerüstet unsgeleiten sollte; alles überflüssige Gepäck wurde zurück-gelassen, wie Schirme, Neisetäschchen, Plaids rc., dennin den Grotten ist es nicht kalt und herrscht fast durchwegeine gleichmäßige Temperatur; sogar die großen Damen-hüte, die an engen Wegstellen und beim Ausblick an dieDcckeuwölbungcn nur genirt hätten, wurden abgelegt.Als AlpenvcrcinsmitglicLcr hatten wir freien Eintritt;nur der Führer mußte ä, Person mit 10 kr. per Stundeentlohnt und die Beleuchtung eigens beschafft werden.Für die Zeitdauer, die wir verwendeten, berechneten sieeine halbe Fackel und 4 Lichter mit 1 fl. 20 kr. Gleichaußerhalb dcS Gehöftes bei Gombac biegt der Weg umdie Ecke und führt au die verschlossene Thüre, hinterwelcher die Mysterien der Unterwelt uns erwarteten.Innerhalb derselben windet sich der Steig in einemkleinen Wäldchen mit prächtig duftenden Alpenveilchenabwärts und übersteigt die Kaute des Grates, welchereine Natur-brücke zwischen der großen und der kleinenDvliue bildet; Marinitsch-Warte und Lugeck bietenschöne Blicke in die Tiefe des Trichters, in welchem dieReka aus hohem Felsspalt in einem Wasserfall sich inein kleines Sccbcckcn stürzt, um nach kurzem Laufe ineiner gegenüberliegenden Höhle zu verschwinden. Einschmales Felsband, über einen kleinen Vorsprung leitend,beide mit Geländern versehen, führt auf die Tomasini-brücke, welche einen sehr schönen Einblick in die Nicscn-thorklamm gewährt und deren steile Felswände ver-bindet. 40 irr über dem tosenden Kessel stehend, beeiltenwir uns unwillkürlich, die grausige überbrückte Kluft Zupassiren, nur schüchterne Blicke zur Tiefe sendend. Dernun wieder gewonnene sichere Weg führte nach kurzemAbstiege an die Oesfnung des Naturstolleus. Das istein Loch in der Felswand, durch Sprengung so hoch er-weitert, daß man hindurch kommen kaun; obwohl esanfangs dunkel wird, ist es doch unnöthig, ein Licht zuentzünden, da sehr bald das jenseitige Tageslicht ein-bricht; stark abwärts geneigt, führt dieser 40m lange Felsen-tunnel auf die Oblasser Warte — ein kleines, vomWasser ausgespültes Felsenplatcau, das uns einen Ein-blick gewährt in das grause Getriebe der Reka, in ihremToben und Sprudeln, und uns unvermittelt den Wasser-fällen der Nicsciithorklamm gegenüberstellt. Unter demniedern, vom Sprühregen und Sonnenschein schillerndenDcckengcwölbe hindurch sehen wir in die kleine Doline.
(Fortsetzung folgt.)
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GoLöüöxrrex.
Gill's Werk der Liebe lind Gottes Ehr',
" Für Frauenhände ist nichts zu schwer.
Neuier.
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Bischof H'ancratitts v. Zinket.
Am 21. November 1858 war „zur hohen Feier derConsecration und Inthronisation S. Bischof!. Gnaden deshochw. H. Or. Pancratius Dinkel, Bischof von Augsburg" folgendes Gedicht in der damaligen Zeitschrift „Sion"(Nr. 139) abgedruckt:
Wrunkvcll sind des Domes hcil'ge Hallen; r
Alle Glocken hehren Jubel schallen —
Nieder in des Tages Feier-Ruh'.
Ohristenschaaren, fromme, seh' ich wallen,
ILingsuin lächelt nur daö Wohlgefallen,
Alles eilt dem hohen Dorne zu.
Tausende durchbebt ein Hochentzücken;
Fa, es spricht aus den verklärten Blicken:
Visier ward ein Kleinod edel-groß!
Ktolz Augusts! birg'S in Deinem Schooßl
Nich, Pancraiius, hat Go!t aesandt- —
Ibm ist klar der Menschen Werth bekannt;
Nur die Demuth liebt er — sie, die wabre!ZLircheisiürst! Dich grüßet Kirch' und Schul'.
LndloS Heil Dir! auf St. Ulrichs Stuhl —
Laut wir flehen All': Auf viele Jahre!
Viele Jahre hat Ihm der liebe Gott beschicken, nunist Er von uns geschieden, und wir möchten jetzt sagen:
VrunlloS sind dcS Domes heil'ge Hallen;
Alle Glocken hehre Trauer schallen —
Nieder in des Tages Feier-Ruh'.vhristenschaaren, fromme, sah ich wallen,
Weich und Arm. doch Thränen fast bei Allen —
Alles eilt dem hohen Dome zu!treues Hirtcnhcrz, nun ruh' in Frieden.Setzt, nach langem Kampf hicnieden!
- VnS warst Du ein Kleinod edel-groß!
8tolz Augusts! birgst'S in Deinem Schooß!
Vu, PaucratiuS, warst von Gott gesandt;
Ihm ward Deiner Seele Werth bekannt!
Nun bist Dn von unö hinweggenommeu!
ZLatholikcn Augsburgs! Mög' uns wieder wertenWin treuer Hirte seiner Heerden!
Laßt beten uns: Ein FriedenSfürst mög' kommen!
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§ ch K ch a rr f 8 K b e.Schwarz.
Weiß.
Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt.
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Auflösung des Bildcr-Räthsels in Nr. 88:
Aus Noth und Zwang, das hält nicht lang.
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