Ausgabe 
(16.11.1894) 93
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westliche Linie und die Hanptlinie. Im Unter-laufe dehnt sich der Strom immer weiter nach Westen,so daß er unterm 13. Länger,rade und 6. Grad südlicherBreite mündet. Durch diese weite Ausdehnung erkältdiese Vogenlinie eine Länge von ca. 145 geographischenMeilen. In diese Westtinie münden die bedemendstcnschiffbaren Flüsse: auf der Westseite der Ubanghiund Buloko beide 1000 Icur weit schiffbar. Aufder östlichen Seite münden: der Kassai-Sankuru(von denen der Kassai weit von Süden, der Sankuruweit von Osten herkommt), bietet eine Wasserstraße von30001cm (!); der Tschuapa mit dem Matumbasee undder Jkelemba mit 7451cm, der Lulongo mit 600 Irrn;der Kongo selbst hat eine schiffbare Länge von 16001cm;zusammen eine Wasserstraße von 10,000 1cm. Das istein rcspectabler Wasserweg; nur möchte man wünschen, daßdie ganze Westlinie schiffbar wäre. Das ist jedoch leider nichtder Fall. Der ganze Unterlauf, ausgenommen eine kleineStrecke vor der Mündung, ist wegen mächtiger Wasser-schnellen und Wasserfälle bis hinauf zum Stanley-Pool(Pool zn deutsch See) nicht schiffbar; also bis zum Mittel-lauf der Westlinie. Darum hat es Belgien unternommen,an dieser Strecke eine Eisenbahn zu bauen. Der felsigeGrund und das ungünstige Terrain überhaupt und hiezunoch ein höchst ungesundes Klima gestalten diesenBau zu einemder schwierigsten und kostspieligsten seiner Art. Er wurdeim Jahre 1890 in Angriff genommen. Mit säst über-menschlicher Anstrengung konnte man in nun bereits vierJahren erst eine Strecke von 401cm fertig stellen, undin vier Jahren hoffte man mit der ganzen Strecke, die435 km mißt, fertig zu werden! Ein Haupthindernißist der Arbeitermangel. Aber auch den Kostenvoranschlagüberstieg bisher die Ausgabe. Die Gesammt-Summewurde auf 25 Millionen Franken geschätzt; die jährlicheVerausgabung auf 1,2 Millionen. Diese letztere Summeist jedoch jährlich auf 2,8 Millionen gestiegen! Wahr-haftig, dieses Unternehmen erfordert einen herzwarmenPatriotismus und einen hohen Grad von Muth!Die Einnahmen des belgischen Kongostaates ausden Erträgnissen desselben betragen nur 14/z MillionFranken; dazu kommt noch die Staatssubvention von1,600,000 Franken und bedeutende Zulagen aus derPrivatkasse des Königs. Die jährliche Ausgabe dagegenbeträgt 5,400,000 Franken (nach dem officiellen Jahres-bericht von 1894). Gewiß, diese große OpferwilligkcitBelgiens verdient alle Anerkennung, wie auch ein Kongo -Missionär in denKathol. Missionen" Nr. 10 betont,und im Hinblick daraus, daß dieser Staat auch für dieKongo -Mission so Hochverdienstliches leistet, dabei dieHoffnung ausspricht, der wir wohl Alle beistimmen:daß Belgiens hochherzige Förderung des Missions-werles auch seinen materiellen Bestrebungen den Segenvon Oben zuwenden wird".

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Zur Geschichte der Kartoffel. Die französischeNckerbangesellschaft hat von den Herren Vilmorin undHeuzo eine umfangreiche und gründliche Darstellung derHerkunft und Verbreitung der Kartoffel erhalten. Wirentnehmen daraus nach demTemps " die nachfolgendenAngaben: Die Kartoffel wächst wild in Peru und Chile,sowie auf den benachbarten Inseln. Gebaut wurde sie

nachweislich in den westlichen Küstenländern Südamerikas lange vor der Ankunft der Spanier. Die ersten Ge-schichtschreiber des Landes erwähnen der Kartoffel alseines allgemein üblichen Nahrungsmittels der Peruaner;es gab weiße, gelbe und rothe Sorten. Zarate Acosta,ein castillianischer Schriftsteller, der 1514 Schatzmeisterin Peru war, hat sie zu dieser Zeit beschrieben. DieSpanier brachten die Kartoffel in ihre Heimath, und vonda wanderte sie nach Italien , wo sie gegen Ende des16. Jahrhunderts unter dem Namen tarrrtuM (Erd-trüffeln, daher der NameKartoffel") ziemlich bekanntwar. John Hawkins brachte sie 1586 von Santa Fsnach Irland. Charles de l'Escluse (Clusius ), Professorder Akademie von Leyden, erhielt 1588 zwei Kartoffeln,die der päpstliche Legat einem seiner Freunde geschenkthatte; er beschrieb sie in seiner Geschichte seltener Pflanzen,wobei er bemerkte, in Italien sei die Kartoffel so ver-breitet, daß man sie den Schweinen gebe. Nach London wurde sie direkt aus Virginicn durch den Admiral Drakegebracht, der sie zuerst in die englischen Kolonien Nord-amerikas eingeführt hatte; sie wurde aber nicht beachtet.Erst 1628, als sie zum zweiten Male, diesmal durchWalter Raleigh, nach England gebracht wurde, begannihr Anbau auf den britischen Inseln sich zu verbreiten.Nach Humboldt geschah der Anbau im Großen seit 1634in Lancashire , seit 1717 in Sachsen, seit 1728 inSchottland, seit 1733 in Preußen ; nach der großenHungersnoth von 1771 verbreitete sie sich über ganzDeutschland; in Frankreich wurde sie 1592 durch Gas-pard Bauhins eingeführt; sie verbreitete sich rasch in derFreigrafschaft, in den Vogesen und in Burgund . Baldaber wurde sie verfolgt und verboten, namentlich von denParlamenten. Das Parlament (Oberster Gerichtshof)von Besangon fällte folgendes Urtheil:In Anbetracht,daß die sogenannten Erdäpfel eine schädliche Frucht sindund ihr Genuß den Aussatz hervorrufen kann, verbietenwir hiermit ihren Anbau in unserem Lande bei schwererStrafe." In Lothringen wurde die Kartoffel 1719 demZehnten unterworfen, in andern Gegenden war sie davonbefreit. Von 1761 an that Duhamel viel für ihre Ver-breitung. Turgot ließ sich von der medicinischen Fakultätvon Paris ein Gutachten geben, das die Kartoffel fürein höchst nützliches und gesundes Nahrungsmittel erklärte.Auch er that viel für deren Verbreitung. Ebenso dieGeistlichkeit. Der Bischof Varral von Castres theilteden Pfarrern seiner Diözese Kartoffeln aus und lehrtesie den Anbau. Von 1778 an bewirkte dann Parmen-tier, daß die Kartoffel in ganz Frankreich angebautwurde und auch in die entlegensten Thäler drang.

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Engel

Liaö

Eis

Abel

Zelot

Amen

Au

Stern

Akrostichon.

Aus jedein der nebenstehenden Wörterist durch Versetzung eines Buchstabens einneues Wort zu bilden. Die hinzugefügtenBuchstaben ergeben in anderer Reihenfolgeden Titelhelden einer allen Knaben be-kannten Erzählung.

Auslösung des Vilder-Näthscls in Nr. 92:Stiergefechte.