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und Westerstetten , während die von Luitgarde vermachtenStiftungsgüter in der Schweiz ans Kloster St. Blasienausgetauscht wurden gegen dessen Güter in Ochsenbrunn,Leibt, Fahlheim und Departshofen.
Im Namen des Reiches übten die Ritter v. Reisens-burg und später die Markgrafen von Burgau die Schirm-vogtci über das Kloster Elchingen , jedoch nur über dessenBesitzungen rechts der Donau , aus; links waren dieGrafen von Helfenstein Schirmvögte. Da mit der Schirm-vogtei bedeutende Rechte und Gefälle verbunden waren,verpfändeten namentlich die drei österreichischen Herzogeals Markgrafen von Burgau die Vogtes Elchingen nach-einander an verschiedene Herren, was zu häufigen Hän-deln führte, bis endlich das Kloster im Jahre 1420 dieSchirmvogtei am rechten Ufer um 3100 Gulden für sichauslöste, also die schlimmen Schutzvögte vom Halse kaufte,da sie als Schutzvögte für das Kloster genau das waren,was der Bock als Gärtner ist. — Die Schutzvogtei über
von dieser Bescheerung der neuen Lehre, nichts von derReformation wissen und entflohen mit ihrem Abte Andreas.Das Kloster wurde nun geplündert und vollständig nieder-gebrannt im Jahre 1546.
Nach dem Siege des Kaisers im Jahre 1547 mußtefreilich die Stadt Ulm ihren Raub wieder herausgebenund dem Kloster 17,000 fl. Schadenersatz zahlen; —wenig genug, da der Schaden des Reichsstifts auf 100,000Gulden geschätzt wurde und das zerstörte Kloster neu er-baut werden mußte. Nachdem das Kloster wieder all-mälig aus den Ruinen erstanden war, begab sich dasReichsstift in österreichischen Schutz, um der bösen Ulmer Schutzvogtet einen festen Riegel zu schieben.
War auch das Kloster durch diese Schicksalsschlägesehr herabgekommen, so hatte doch der damalige AbtAndreas (1541—1547) die Freude, vom Papst dasPrivilegium zu erhalten, Jnful, Ring und Stab zutrogen und seinen Unterthanen selbst das hl. Sakrament
«summ
Dber-Elchingen.
die Güter des linken Donau -Ufers kam um das Jahr1487 von den Grafen von Helfenstein an die ReichsstadtUlm , welche kraft dessen das Kloster oft hart chicanirteund bedrängte. Das Kloster protestirte fortwährend beimKaiser gegen die Ulmer Schutzherrschaft und berief sichauf sein altes Recht, auf den Schutz des Reiches. Ver-gebens. Obwohl der schwache Kaiser Friedrich III. beiseinem Besuch in Elchingen 1485 dem Abt Paul allesversprach, erklärte er doch zwei Jahre später wieder dieUlmer als Schutzherren von Elchingen . Das Kloster pro-testirte fort und klagte bei Kaiser Karl V. , der 1539 ihm seinePrivilegien der Reichsunu ittelbarkeit bestätigte. Die Ulmer überfuhren fort, nicht nur alsSchutzherren,sondern alsOber-herren von Elchingen zu schalten. Im schmalkaldischenKrieg nuuo 1546 eroberten sie das von den spanischen Truppen des Kaisers vertheidigte Kloster. Den Mönchentrugen die Ulmer Weiber an. Diese aber wollten nichts
der Firmung ertheilen zu dürfen, was Cardinal-BischofOtto im Jahre 1543 bestätigte.
Zwanzig Jahre vor der Zerstörung des KlostersElchingen im schmalkaldischen Kriege war ein anderer ge-waltiger Sturm über das Reichsstift hingefahren — derBauernkrieg. Er nahm das Kloster hart mit. Vor derBauernschlacht bei Leipheim (am 4. April) überfielen dieBauernhaufen von Leipheim und Langenau das Klosterund plünderten es rein aus. Nachdem die Bauern imKloster alles zerschlagen hatten, zogen sie raubbeladenaus dem Kloster. Es war am 1. April, da brach dasStrafgericht über sie herein. Der Feldherr des schwäb-ischen Bundes, Georg Truchseß von Waldburg , rückte vonUlm her gegen das Hauptheer der Bauern bei Leipheim und schickte 200 Mann Hessen mit einigen Reitern amlinken Donau -Ufer gegen die 2000 Bauern, die imKloster Elchingen lagen. Als diese das Schießen von