Ausgabe 
(25.2.1896) 16
Seite
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nimmer zur Seltenheit, und die geschlungenen Bandeverknüpften die Geschlechter mit den Männern,so dergemeinen Kaufmannschaft sich enthielten", so enge, daßaus diesen Heirathen seit 1478 ein dritter Stand,dieMehrer der Gesellschaft", zwischen dem zünftigen undrittermäßigen Bürger sich ge-bildet hatte.

Mit wenigen Ausnahmenstemmten sich weder die Zunft:'

Meister noch die Einwohner-schaft gegen die daS demo-kratischePrincip derVerfassungverletzende Neuerung, denn derblühende Großhandel kam demgemeinen Wesen und dem ein-zelnen Bürger zu Gute, unddieMehrer" blieben nach wievorMitglieder derKaufmanns-zunft. Zunächst gewann da-bei die Stadtkasse. Zahltennoch im Anfange des Jahr-hunderts nur 9 Bürger eineSteuer von mehr als 100 fl.

(circa 690 Mark), so gab es1526 deren schon 400, unddarunter einen, Jak. Fugger,welcher in dem Steuerbuch mitdergesezten" d. h. der mitihm vereinbarten Jahressteuerim Betrage von 1200 Gulden

(c. 8280 M.) erscheint. Sodann arbeiteten die Gewerbeauf goldenem Boden. Es entfaltete sich eine außer-ordentliche, zahlreiche Arbeitskräfte beanspruchende Bau-thätigkeit, welche von 14901530 den größten Theil

noch heute bewundert wird. Und ganz besonders belebteder Handel die durch die Krtegstrubeln noch 1466 ver-ödeten Weberwerkstätten, denn taufendegeschaute" Lodenführte er durch ganz Europa und über das Meer. End-lich hatten alle Künstler vollauf zu thun, um den Be-

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Hohrnstaufen und Uechderg.

der Stadt um- bezw. neubaute, zwar noch im gothischenStile, aber mit malerischem Schmucke des Renaissance-Geschmacks. Auch Ambros Höchstetter baute sich auf demPlatze einiger,. am^Kesselmarkte abgebrochenen Häuser einstattliches Wohnhaus-- i(O 160), dessen^ reizender Erker

Sigmaringcn.

stellungen der reichen Handelsherren zu genügen. Augs-burg , durch seine Pracht sprichwörtlich geworden, bildetejetzt den Mittelpunkt deutscher Kunst und des deutschenKunstgewerbes. Unter einer Bevölkerung von 20,000

Seelen nahm die Zahl derKünstler Maler, Bildhauer,Metallgießer, Formenstecher,Holzschnitzer und Goldschmiedeeine hervorragendeStellungein, und da sie ihr gesellschaft-liches Heim (v 163 von 1473bis 1518)indernächstenNach-barschaft des Ambros Höch-stetter hatten, so ist um somehr anzunehmen, daß der-selbe mit den Meistern inregem Verkehr stand, weilder Zeitgenosse Cl. Sender,Benedictiner-Mönch bei St.Ulrich (ch 1537), in seinerChronik berichtet:setnWohn-haus war voll mit aller Zierwie ein Fürstenhaus". Undähnlicher Zierde bedurfte auchder Lustgarten vor dem Oblat-terthor. sDamals huldigtejeder Mann von' Bedeutungder Liebhaberei für selteneBlumen, Gesträuche undWasserkünste, und wie damit Jakob Hörbrot vor demVogclthor, Meuting in der Jakobervorstadt und JakobAdler am Rothen Thore ihre^Gärten^ schmückten, so füllteHöchstetter den seinigen Mt Bildwerken aus. Marmorund Erz zwischen den zierlich geschnittenen Taxushecken,