„Und hinter den Blumen blühet noch garEi» blaues, ein lächelndes Augenpaar.Märzveilchen, wie jener noch keine geseh'n,Der Reif wird angehaucht zergeh'».Eisblumen fangen zu schmelzen an —
Und Gott sei gnädig dem jungen Mann!"
Allerlei.
Heubäder. Wer im Sommer so glücklich ist, dasherrliche Südtirol bereisen zu können, der wird in denStädten und Dörfern längs der Etsch , also im deutschenTheile des Landes, häufig der öffentlichen Bekannt-machung begegnen, daß da und dort „das Heubad" er-öffnet worden sei. Und diese Ankündigung ist nicht etwaein Scherz, sondern voller Ernst. Das Heubad bestehtin Südtirol als Volksheilmethode schon lange, und zwardarin, daß das von den Bergen hereingebrachte, nochfeuchte Heu in irgend einer Halle oder einem Schuppenaufgeschichtet und festgetreten wird. Kommt dann dernach einem Heubade Lüsterne, zieht der „Bademeister"eine tiefe Grube in das dampfend heiße, gährende Heu,und in diese Grube muß sich der Badegast hineinlegen.Nun wird er völlig mit Heu bedeckt, so zwar, daß nursein Kopf aus der duftigen Masse hervorragt. — Baldumfängt ihn eine wohlthätige Wärme, die sich steigertund zur gewaltigen Hitze wird. Der Schweiß dringtdem Badegaste aus allen Poren, und er schwitzt nun solange er es eben aushält. — Dann wird er genau sowie in einem Dampfbade behandelt, und wenn seinRheumatismus oder ein ähnliches Gebreste der eben-geschilderten 14 Tage lang fortgesetzten Kurmethode nichtweicht, dann ist dagegen überhaupt kein Kraut gewachsen.— Doch soll, wie behauptet wird, ein Mißerfolg dieserunbekannt von wem ersonnenen Volkskur nur höchst seltenzu verzeichnen sein und das Heubad immer wenigstensden Appetit zu einer ungeahnten Höhe steigern.
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General Daldissrra.
Die Hoffnung der durch den schlimmen Tag von Aduaschwer geprüften italienischen Nation ruht jetzt auf dem neuenOberbefehlshaber in der Erytbräischen Kolonie, General Bal-dissera, der dem unglücklichen Führer Baratieri im Kommandogefolgt ist. Ein eigenartiger Zufall will es, daß beide Feld-herren durch ihre Geburt politisch nicht echte Italiener sind.Während Baratieri aus dem österreichischen Welsch-Tirol stammt,wo ihm anläßlich seiner letzten Anwesenheit im Sommer vor-igen Jahres von den romanischen Heißspornen allerhand Ova-tionen bereitet wurden, ist Baldissera ein Friauler, als solcheraber ebenfalls unter österreichischer Herrschaft geboren. Ererblickte im Jahre 1838, zu einer Zeit, als Venetien noch zurösterreichisch-ungarischen Monarchie gehörte, zu Udine als Sohneines Polizeibeamten das Licht der Welt. So konnte er spätervon der gesetzlichen Erlaubniß, eine Freistelle an der Schulevon Cividale anzunehmen, Gebrauch machen. Dann erhielt erdurch kaiserliche Verfügung einen Platz im Theresianum, derbekannten Militärakademie in Wiener-Neustadt . Hier zeigteer in allen Fächern eine ganz hervorragende Begabung. Biszum Jahre 1866 diente er unter dem Doppeladler. Als da-mals aber Venetien an Italien kam, trat er wie viele andereOffiziere in die italienische Armee über und zwar mit demRange eines Majors im Generalstab, den er bis dahin bekleidethatte. Allmählich stieg er von Stufe zu Stufe, ohne jedoch Ge-legenheit zu finden, sich im Felde auszuzeichnen. An derOeffentlichkeit wurde sein Name genannt, als er im Rangeeines Bersaglieri-Obersten das glänzende fünfzigjährige Jubiläumdieser Truppe anregte und durchführte. Als Oberstlieutenant
verheiratete er sich mit der Tochter des ersten StaatSanwsttsam Appellhof zu Aquila. Dieser Ehe sind zwei Kinder ent-sprossen, die heute neun und zwei Jabre zählen. Zum Ober-befehlshaber in Afrika ist er durch Patent vom L. Februarernannt, die Beförderung wurde aber geheim gehalten, auchdie Abreise fand in aller Stille statt. Am 4. März traf erin Massauah ein — wenige Tage vorher war die Armee, dieer hatte führen sollen, zersprengt worden. Es ist eine ungemeinschwierige Aufgabe, die dem General in den Steinwüsten Abys-stniens cu stellt ist. Um der Uebermacht des Feindes zu be-gegnen, zieht General Baldissera, unter Preisgabe aller vorge-schobenen Posten, seine Streitkräfte zwischen Massauah, Kerenund Asmara zusammen.
General Naleriano Weqler y Ntcolau.
Aus Cuba telegraphirte General Weyler, daß in den letztenTagen sieben Gefechte stattfanden, in denen die Aufständischen16 Todte und 15 Verwundete verloren. Er setzt, seit der Jn-surgentenführer Maceo die doppelte spanische Linie in denProvinzen Pinar del R!o und Habana durchgebrochen hckt, allesdaran, den Gegner möglichst rasch aus der Provinz Habanain die Provinz Matanzas und auch aus dieser wieder in öst-licher Richtung weiter zu vertreiben, um in dem reichsten undam meisten bevölkerten Theil der Insel bald die Ruhe wieder-herzustellen und die Erntearbeiten zu ermöglichen. Die spanischen Eolonnen haben daher den Befehl zu rücksichtsloser Verfolgungdes Feindes erhalten, um diesem keine Ruhe zu gönnen unddie entsch edene Abspannung und Ermattung der Aufständischenzu erhalten und zu vergrößern. Auf der großen Transport-linie Habana-Jaruco-Colon wurden zahlreiche Truppen nachletzterem Orte geschafft, damit sie i > der Provinz Matanzas mit den Gomez und Maceo verfolgenden Eolonnen concentrischzusammenwirken können. General Valeriano Weyler y Nicolau ,dessen Bildniß wie hier ebenfalls bringen, wird allem Anscheinnach entschiedener vorgehen als sein Vorgänger Martine; Campos,der zu sehr mit der autonomist,schen Partei liebäugelte. Ergilt nicht nur als der tüchtigste, sondern auch als der rück-sichtsloseste Befehlshaber der spanischen Armee, und manrechnet es ihm als ein besonderes Verdienst an, daß er zwardie Verhältnisse auf Cuba aus eigener langjähriger Erfahrunggenau kennt, aber zu dem eiufluß-eichen Theil der Bevölkerungin keinerlei verwandtschaftlicher oder gesellschaftlicher Beziehungsteht. Bei dem letzten Aufstand auf Cuba hat seine Cvlonnemehr Aufständische zusammengeschossen als die übrigen zu-sammengenommen, weshalb er von den Nordamerikanern der„Schlächter genannt wird. General Weyler ist germanischerAbkunft, er wurde am 17. September 1839 zu Palma aufder Insel Mallorca geboren.
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Goldköruer.
Ich begreife nicht, wie ein Mensch, der über sich nachdenktund doch von Gott nichts weiß oder nichts wissen will, seinLeben vor Verachtung und Langeweile tragen kann. Bismarck.
Nikder-Fläthset.
Auflösung der L-chach-Aufgabc in Nr. 26:Weiß. Schwarz.
1. D. V1—V2:s- T. L2—V2:
2. T. 63-L3 beliebig.
3. T. oder L. gibt Matt.
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