267
Grade, dem Baccalaureat, ausgezeichnet, kehrte Edelmannim Jahre 1778 nach OLer-Elchingen zurück, um imdortigen Kloster-Collegium das Studium der Theologiezu beginnen. Gleichzeitig bat der angehende ouuä. bstsvl.um Aufnahme in den Benedictiner-Orden bezw. in das
Die Erbkrone des russischen Aaren.
Elchinger Kloster. Diese wurde ihm nach strengerPrüfung gewährt, und nach Verlauf des Probejahreslegte der erst 22jährige Novize und Ordenskleriker JosephEdelmann am 24. Oktober 1779 die Ordensgelübdefeierlich ab, wobei er den Namen Julian erhielt. Nachdiesem dem Allerhöchsten gebrachten Opfer bestrebte sichI'r. Julian der größten Tugendhaftigkeit und des ein-gehendsten Studiums der höheren Vecufs-Wissenschaften.Nach Vollendung derselben empfing er am 18. September1784 die Priesterweihe.
Am sehnlichst erwünsch-ten Ziele angelangt, be-gann nun die echt priester-liche und höchst segens-reiche Wirksamkeit des k.
Julian. Der tiefsehende,damals regierende Abt Ro-bert I., der an dem jungenPriester regen Eifer, dieEhre Gottes und des Näch-sten Heil zu fördern, er-kannte, übertrug ihm imJahre 1786 die Pastorir-ung der benachbartenPfarrei Thalfingen, welche?. Julian bis zum Jahre1801 sxourranäo (aus-kaufend) versah. In diesemJahre ernannte ihn dasVertrauen seines Obernzum Pfarrer von Ober-Elchingen. Hier warJulian in seinem rechtenElemente. Seine eig ne alte Reichsapfel im
innere Heiligung und die Kronschatze zu Moskau .Sorge für das Heil seiner
Pfarr-Angehörigen beständig im Auge und im Herzen behal-
tend, entfalteteer eine außerordentlich wirksame Thätigkeit.Es galten von ihm so recht die Worte: „Der Eifer für DeineSache, o Herr, verzehrt mich fast." In Kirche undSchule, auf der Kanzel und im Beichtstuhl war Julianunermüdlich und äußerst gewissenhaft thätig. Mit großerLiebe war er den Kindern zugethan, die ihn innig ver-
Krone des Aaren Kimeon von Kasan.
ehrten. Seine Zeitgenossen rühmen außerdem seinebesondere Fürsorge für die Kranken und Sterbenden,denen er nicht selten eigenhändig Samariter-Diensteleistete.
„Auf drei Buchstaben, auf 3 K (so pflegte eroft zu sagen) richtete der eifrige Gottesmann, dessenAeußeres viel Aehnlichkeit mit einem gleichzeitigenOrdensgenossen, dem bekannten verdienstvollen l?.Aegidius Jais von Benedictbeuern, hatte, seinAugenmerk, nämlich auf die Kirche, auf die Kinderund auf die Kranken; für alle drei war er stets mitdankenswerthester Treue besorgt." Dabei darf nicht un-erwähnt bleiben, daß die Pastoration der Pfarrei Ober-Elchingen insofern stets eine angestrengtere Thätigkeiterheischte, als an der dortigen Klosterkirche eine sehrbesuchte Wallfahrt zur Llator äolorosu besteht, derenUrsprung weit in's Mittelalter zurückreicht. ?. Julianhing mit ganzer Seele an seinem erhabenen Berufe undan seinem Kloster, das seine zweite Heimath gewordenwar. Gott hatte augenscheinlich sein Wohlgefallen andem Wirken des edlen Priesters und erfüllte es mit seinemreichsten Segen. Dennoch aber lag es in des HöchstenRathschluß, diesen seinen getreuen Diener zum Zeugender letzten schweren Heimsuchung des altehrwürdigenKlosters zu erwählen.
(Schluß folgt.)
Hu unseren BildernKnlerdrochenes Mittagessen.
Da ist der gefürchtet- Augenblick, dem der kleine Sündernoch immer durch eilige Beendigung des Mittagessens und so-fortigen Aufbruch zur Schule sich zu entziehen gehofft hatte, nundoch eingetreten. Das ganze Mittagessen war ihm schon durchdie fortwährende Angst vor dem rächenden Schicksal versalzen,und selbst die Knödel, sonst seine Lieblingssveise, wollten ihmheute gar nicht munden, denn immer schwebte ihm die zer-! hrochene Fensterscheibe vor Augen. Er hat sie ja allerdingsnicht absichtlich eingeworfen, der Stein galt einer Katze, die auf