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keine ärztliche Kunst und Aufmerksamkeit mcbr helfenkonnt-'. Zwei hervorragende Doktoren hatten wir.
Mittwoch Abend, 4. Dezember, empfing er die hl.Sterbsakramente. Donnerstag und Freitag wieder em-pfing er die hl. Communion. Unsere Patres hatten hl.Messen für ihn gelesen und die Bruder Communionenund Rosenkränze für ihn aufgeopfert. Er war recht wohlvorbereitet für seinen Eingang in's bessere Leben. Demüthigund fromm, wie er stets war, vereinigt mit Gott imGebete und vollends ruhend in dem heiligsten HerzenJesu unter dem tröstlichen Bewußtsein seiner innigstenLiebe zum göttlichen Herzen und seiner außerordentlichenLiebe und Verehrung der unbefleckten Gottesmutter wiedes hl. Joseph, duldete er die Zeit seiner Leiden, seufzteer nach der ewigen Heimath, und umgeben von seinenMitbrüdern übergab er seine Seele, frei von den Bandender Gefangenschaft der sterblichen Hülle, der göttlichenGüte. R>. I. ?. Welch' ein Trost, gerade am 1. Freitagdes Monats, gerade nach der öffentlichen Andacht inunserer Kirche! Am selben Morgen hatten alle unsereguten Schulkinder wie so viele andere fromme Seelenihre monatliche hl. Communion für ihn aufgeopfert.
Die Nachricht von seinem Tode war blitzschnell ver-breitet. Samstaa, Sonntag, Montag sortwäh'ende Pro-cessionen zum Leichenzimmer. Auch der Erzbischof warunter den Besuchern.
Montag den 9. Dezember war feierlicher Seelcn-gottesdienst. Der Erzbischof und alle Priester, die jekommen konnten, waren zugegen, die Kirche voll vonGläubigen; selbst Protestanten kamen. Ich selber hattedas Seelamt. Der Erzbischof gab die Absolution.
Nachmittag begleitete eine der größten Prozessionen'die je in solchem Falle gesehen wurden, die Leiche zumBahnhöfe.
Die Schulkinder, die Mitglieder der katholischenGenossenschaften, allen ihren Trauerabzeichen, die Mädchenund Jungfrauen weiß, mit schwarzen Schärpen; einelange, lange Reihe also von Kutschen und Chaisen hinterdem Trauerwagen. Eine und eine halbe Stunde brauchtenwir langsamen Schrittes zur Eisenbahn. Dort danndie letzte Ehre, bevor die Abfahrt nach Pevenhill. Vieleangesehene Herren und Damen hatten sich dort eingesunken,— darunter der Regierungspräsident und 2 Minister.Nicht wenige Priester begleiteten die Leiche nach Pevenhill,wo wir eine große Kirche mit einer Gruft für unsereverstorbenen Vater und Brüder haben. Um Mitternachtkam die Leiche an. Nächsten Morgen der gleiche Gottes-dienst wie Tags zuvor in Norwood. Von nah und fernkamen die vielen Freunde des guten k. Joseph. Nachbeendigtem Seelengottesdienste wurde die Leiche in unsererGruft beigesetzt. L. 1. I*.
Es ist Gewohnheit, hier nach 30 Tagen wiedereinen feierlichen Seelengottesdienst zu halten. So wurdeer gehalten in Norwood ähnlich wie der am Tage derBestattung. Der Erzbischof war hier, die meisten Priesterder Diözese und andere die Kirche voll von Gläubigen.Der Erzbischof hielt eine Lobrede auf den verblichenen?. Joseph, schilderte seine große, segensreiche Arbeit alsein Streiter Jesu Christi durch nahe 22 Jahre unterder Fahne des hl. Jgnatius hier in Australien ; wie ermit den herrlichen Eigenschaften eines wahren Vatersund dem Herzen einer Mutter alle an sich zog, alle zumHeilande führte. Den Schluß machte der erlauchteRedner mit der Ermahnung für den Verstorbenen zu
beten. Die Freunde des verewigten k. Joseph arbeitendaran, die Kirche des hl. Jgnatius mit einem großenGlasgemälde und einer großen Orgel zum Andenken anden guten „Father Peters" zu bereichere. Nach etwa8 Monaten wird, so hoffen wir, alles fertig stehen."
Diesem Berichte fügt der dem l. Verstorbenen dank-schuldigstc Ein'ender nichts mehr zu, als: es hat sichbewahrheitet: Selig die Barmherzigen, sie werden Barm-herzigkeit erlangen. R. I. k. Hiemit ist auch berichtigt,was irrig über ?. Joseph Peters aus einer Mittheilungaus Sydney entnommen, in den Blättern zu lesen war.
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Wie man die Negerknaben lehrt.Schmerzen zn ertragen.
Muth geht dem Wilden über jede andere Tugend;den Schmerz zu verachten, lernt er von Kindheit auf.Um diesen kalten Muth und diese Verachtung allenSchmerzes zu erlernen, wird daheim in friedlicher Hütteder Jüngling von den Häuptlingen, von den Männernseines Stammes gemartert auf alle nur ersinnliche Weise.Bis zu seinem 16. Jahre wächst er sorglos auf und hatnichts zu thun, als mit seinesgleichen zu spielen undsich im Gebrauch der Waffen zu üben. Will er nun inden Kreis der Männer treten, muß er vorher Beweiseder Standhafligkeit geben, wie sie von einem Manne ver-langt werden.
Die Jünglinge begeben sich in die Hütte des Me-dicinmannes, welcher die Ceremonien leitet. Vier Tageund Nächte dürfen sie die Hütte nicht verlassen, keinerleiVerkehr mit dem außerhalb derselben befindlichen Volkeunterhalten, noch dürfen sie in der Zeit essen odertrinken, um sich auf die Martern vorzubereiten, welcheihrer am fünften Tage harren. Indessen liegt der Me-dicinmann bei einem kleinen Feuer, raucht die Medicin-pfeife und ruft von Zeit zu Zeit den großen Geist an,daß er den Jünglingen während ihrer harten Prüfungbeistehen möge..
Um die Hütte herum werden während der vier Tagefortwährend Spiele und große Feierlichkeiten von demgesammten Volke abgehalten. Am fünften Tage beginntdie Marter für die in ihren Kräften fast erschöpftenJünglinge in Gegenwart der Häuptlinge und aller Män-ner, welche Zeugen des Muthes sein sollen, den diejungen Menschen zeigen.
Während der Medicinman so stark raucht, als er nurkann, treten in den Kreis der Jünglinge zwei Männer,von denen der eine das Messer, der andere hölzerneStäbchen in der Hand hält. Einer der Jünglingetritt vor.
Der Mann mit dem Messer zieht auf jeder Schulteroder auf jeder Seite der Brust ein Stück Fletsch zwischenDaumen und Zeigefinger in die Höhe, nimmt das Mes-ser (welches zuerst auf beiden Seiten geschärft und dannschartig gemacht ist, damit es um so mehr Schmerzen ver-ursacht) und stößt es unter seinen Fingern durch dasheraufgezogene Fleisch hindurch, worauf der zweite Schin-derknecht je einen der kleinen Holzstäbe durch jede Wundesteckt. Von außen und oben werden sodann zwei Strickein das Innere der Hütte herabgelassen, die Stricke andie Stäbchen befestigt und der Gemarterte an denselbenso weit in die Höhe gezogen, daß er über dem Bodenschwebt, worauf noch an den Armen unterhalb der Schul-