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in Schlangenwindungen durchzogene, abwechslungsweisevon Bergen, Wäldern und zahlreichen Ortschaften wie miteiner Rahme eingefaßten Fläche.
Im Jahre 1790 verkauften die Usselbach'schen ErbenBertoldsheim um 60,000 fl. an den Freiherr» Bernhartvon Hornstein, Landmarschall des Herzogthums Neuburg .Dieser verschönerte sowohl das Innere des Schlosses alsdessen Umgebung vielseitig, ließ eine treffliche Gemälde-sammlung im Schlosse aufstellen und legte unter großenKosten den schönen Park an, der sich nördlich vom Schlossebis zur Kirche erstreckt.
Von den Freiherren von Harnstein , einer uralten schwä-bischen Familie, kam Bertoldsheim durch Kauf an denGeneral Grafen von Eckart. Als dieser 1828 starb,erhielt dessen Tochtermann, der französische General Grafdu Moulin, diese Hofmark. Dieses Geschlecht ist gegen-wärtig noch im Besitze der Bertoldsheimer Herrschaft.
ist jetzt herausgenommen und dafür eine Statue Mariensmit dem Leichname ihres Sohnes auf dem Schooß hinein-gesetzt.
Rechter Hand beim Eingang in den Gottesacker istdas schöne Denkmal der Freifrau Theresia v. Hornstein,geb. v. Preyßing, geb. 14. Sept. 1765, gest. 4. August1804. Links ist das Grabmal der Gräfin Eugenie duMoulin, geb. Gräfin Eckart, Besitzerin von Bertoldsheim ,Leonberg und Winklarn , einzigen Tochter des GrafenEckart und Gattin des Generals du Moulin. Sie starb11. Aug. 1856, 72 Jahre alt. Im Gottesacker, hinterdem Presbytertum, sind die Grabstätten und sehr schönenDenkmäler des Pfarrers vr. Lorenz Platzer, gest. 7. Juli1881, dessen Bruders Josef Ferdinand Platzer, kgl. Land-richters in Markt Bibart, gest. 30. Januar 1888, unddessen Schwester Creszentia Platzer, Professorstochter, gest.24. März 1884. Diese edle Familie machte sich durch
Schlotz in Dertoldsheim.
Oriftinal-Aufnahme von Gustav Baadcr, Photograph in Krumbach (VerviclsältigungSrecht vorbchatten.)
Die Pfarrkirche St. Michael in Bertoldsheim liegt oberhalb des Dorfes auf einem Hügel, ostwärtsgegen Rennertshofen. Sie ist sammt dem Thurme einsehr altes Gebäude, aus der gothischen Bauzeit stammend.Im Innern enthält sie 3 Altäre. Das Hochaltarblattmit dem Engelsturze des hl. Michael ist sehr gut; diebeiden Seiten-Altarblätter, die hl. Familie und Mariäsieben Schmerzen, sind ohne allen Kunstwerth. In undan der Kirche sind mehrere bemerkenswerte Denkmälerangebracht. Im Presbytertum steht man an der Epistel-seite ober dem Chorstuhl einen großen Grabstein, der inder Mitte eine Nische und an jeder Seite derselben eineReihe Wappenschilder zur Einfassung hat. Auf der linkenSeite sind: Emerskoven, Thann, Schillwatz, Rindsmaul,Trugenhofen, Ems, Kreut, Ellrichshausen; auf der rechten:Lichtenau, Wernau , Werdenstein, Rehberg, Ellerbach,Aurbach, Walter. Pappenheim . In der Nische standehemals ein geharnischter Ritter in Stein gehauen, näm-lich Hans Rumpolt von Ellrichshausen darstellend; dieser
wohlthätige Stiftungen für Kirche und Gemeinde hoch-verdient.
Wann die Pfarrei Bertoldsheim entstanden, ist un-bekannt; jedenfalls ist sie sehr alt. Das Kirchenlehengehörte den Herzogen von Bayern, die es von den Grafenvon Lechsgemünd 1342 erhielten. Herzog Ludwig derAeltere gründete damit ein Benefizium an der Pfarrkirchein Jngolstadt, und Bischof Peter I. von Augsburg er-theilte am 30. Januar 1430 die Bestätigung. Im Jahre1449 verordnete Herzog Heinrich mit Consens des Or-dinariates, daß von der Pfarrei Bertoldsheim, was auchin mehreren Pfarreien der Btsthümer Augsburg undEichstätt geschah, zu St. Barbara Meß in der Pfarreider schönen Unserer Lieben Frau in Jngolstadt jährlichauf Georgi 20 fl. als Jnkorporationsgeld bezahlt werdensollte, was auch 1670 vom Ordinariat bestätigt wurde.Dies geschieht heute noch. Der Magistrat von Jngolstadtsp ach auch dos Patronatsrccht über Bertoldsheim undWctchering an. Gegenwärtig besitzt dasselbe Patronats-