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recht Seine Majestät der König; früher hatten dasselbedie Herzoge von Neuburg ; noch früher (noch im Jahre1553) hatte ein Kaplan zu Unserer Lieben Frau in Jn-golstadt das jus uominauät, der Kurfürst das jus xras-söntanäi.
Im Jahre 1542 wurde durch Herzog Otto Heinrichauch in Bertoldsheim die Lehre Luthers eingeführt. Nachdem Pfarrvisitationsprotokolle vom Jahre 1587 kam dieGemeinde zur Freitagspredigt und Vesper mehrentheilsunfleißig, weßhalb sie zu mehrere« Fleiß und zur Gott-seligkeit ermähnt wurde. Die Jugend bestand im Verhörewohl, die Mägdlein besser als die Buben.
Im Jahre 1617 wurde mit der Rückkehr des Her-zogs Wolfgang Wilhelm zur katholischen Kirche die altekatholische Religion wieder eingeführt.
Der Pfarrhof liegt unterhalb der Kirche, ist großund schön, und wurde 1697 unter Pfarrer Kern neuerbaut. Zwei Drittel des Großzehntes hob der Pfarrer,ein Drittel das Domkapitel Augsburg durch sein Amt inMauern, jetzt das Landkapitel Burgheim . Im Jahre 1792bewarb sich das Collegiatstift St. Peter in Neuburg umEinverleibung der Pfarrei Bertoldsheim wegen zu ge-ringer Dotation. Der Pfarrer August Freiherr vonLeoprechting in Bertoldsheim wehrte sich dagegen. Nachseinem Tode 1795 trat die Temporalien-Union in's Leben.Bei der Säkularistrung des Collegiatstiftes St. Peter1803 inkamerirte der Staat auch die Temporalien derPfarrei Bertoldsheim, gab aber die Urkunde zurück 12.April 1820.
Reihe der Pfarrer. (Die Pfarrer vor Einführungdes Lutherthums sind unbekannt.) Lutherische: 1549Georg Mock. 1553 Peter Johann Egenhover. 1558 Rud.Wild. 1561 Friedrich Dillbaum. 1568 Willibald Rans-peck. 1574 Anton Bütter. 1575 Matthä Gailhofer. 1681Leonhard Schmid aus Burgheim . Er studtrte fleißig inder Bibel privat, konnte gut daraus antworten, schreibtseine Predigten und hat bei Männiglich ein gut Zeugnißwegen seines Fleißes und eingezogenen gottseligen Wandels.1599 Mich! Grießmayr.
Katholische: 1617 Jakob Man, verlieht auchRenartshofen. 1621 Johann Mayer. 1632 KasparSchwarz. 1633 Philipp Ludwig Silbermann. 1634 Gg.Wagner. 1639 Michael Klingler. 1655 Simon Pau-mann. 1658 Hieronymus Heimbucher. 1689 Ulrich Sailer.1690 Johann Kern. 1725 Leopold von Kainz, Dr. iom.,ein Tiroler. 1755 Christoph August Freiherr von Leo-prechting, war bei der Gemeinde sehr beliebt. 1795 Jak.Jgnaz Will, Dekan. 1827 Johann Michael Billmayr,Dr. xUilos., langjähriger Professor in Kempten . 1862Dr. Lorenz Platzer, Professorsfohn aus Dillingen . 1881Joseph Steinmayr, Dekan. 1893 Raphael Rath.
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Im Spreewald.
(Zu unserem Bild Seite 365.)
Der Spreewald, der in den südbrandenburgischen KreisenKottbus, Kalau und Lübben zu beiden Seiten der Spree eineFläche von 45 Kilometer Länge und 6—12 Kilometer Breitebedeckt, ist das typische Bild eines Sumpfwaldes. Von derSpree in zahlreichen netzförmig verbundenen Armen durchflossen,ist die Niederung häufigen Ueberschwemmungen preisgegeben.Ein Theil des sumpfigen Bodens ist durch Kanäle entwässertund in Felder und Wiesen umgewandelt, während ein anderer,größerer Theil mit Wald, meist Erlenwald, bestanden und nurauf Kähnm zugänglich ist — ein Waldvenedig. Ein kleiner
Theil der Bewohner des oberen Spreewaldes hat bis auf denheutigen Tag die charakteristischen Zeichen seiner Zugehörigkeitzu dem Volksstamme der Wenden bewahrt, während die übrigengermanisirt sind. Die Haupterwerbsquellen der Spreewäldlersind Viehzucht, Fischerei und Gemüsebau.
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Allerlei.
Der zuversichtliche Freier. Sie: „Ja, HerrDümmling, ich fühle mich durch Ihren Antrag sehr ge-ehrt, aber ich habe leider keine wirthschaftltchen Talente;ich kann nicht kochen, nicht waschen.." Er: „O, Fräulein,—das thut nichts. Mein Freund Müller hat auch eineganz dumme Gans geheirathet und lebt jetzt glücklichmit ihr!"
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Das soll Einen nicht ärgern. Tochter: Nein,Mama, eine entsetzlichere Beleidigung kann ich mir wirk-lich kaum denken! — Mutter: Was ist denn geschehen,liebes Kind? — Tochter: Denke Dir, mein ehemaligerBräutigam schickt mir meine Photographie zurück und be-zeichnet sie als Muster ohne Werth.
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Unsterblichkeit.
Nein, nein, mein Geist! Verfolge nurAuf Erden aller Schönheit Spur!
Was reißt dich hin zu ungeahnter Ferne? —
Du bist beschränkt und eng begrenzt,
So lang noch Jrd'sches dich umglänzt:
Der Erde Flitter und das Gold der Sterne.
Erst wenn in Nacht zerfließen alle Träume,
Wenn sich erschließen jene cw'gcn Räume:
Dann bist du frei und schrankenlos;
Es fällt des Leibes Kleid,
Und in der Wahrheit Fülle tief versenket,
Dein Sinnen nur der höchsten Schönheit denket,
Und schaut und jauchzt und liebt,
Befreit von Raum und Zeit —
Denn aller Güter Schönstes liegt
In der Unsterblichkeit. .
?. Johannes Bapt. Diel 8. 1.
Kcharhaufgade.
Schwarz.
Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt
--EIS--