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Für alle Anwohner des Schlosses Wildenthal fingmit dem Einzüge des jungen Paares ein neues Lebenan. Wie Frau Marlitz den Armen und Nothleidendenwie ein Engel der Liebe und Güte erschienen war, sostillte Martha jetzt die Thränen der Noth und derArmuth, und die unerwartete Erbschaft wurde zum Segenfür Tausende.
Allerlei.
Die Vernichtung der Cholera-Bacillendurch das Wasser indischer Flüsse. Die indischenAerzte haben sich bekanntlich stets hartnäckig gegen dieAnnahme gesträubt, daß der Ausbruch von Cholera-Epidemieen durch den Genuß infizirten Wassers veranlaßtwerden könnte. Die Gründe gegen diese Annahme waren
wichtig genug. Niemals breiteten sich Cholera-Epidemieenden Ganges abwärts aus, sondern gelangten stets vondem eigentlichen Choleraherde, in Bengalen, an die Ganges -Mündung. Auch wurden zahlreiche Cholera-Leichen in dieFlüsse geworfen, ohne daß sich jemals bet Leuten, welchezum Theil sogar ausschließlich Flußwasser genossen, eineAnsteckung in Folge dessen gezeigt hätte. Nunmehr hatjedoch Hankin nach einem vorläufigen Bericht an die„Annalen des Instituts Pasteur " inParis eine Entdeckung gemacht, welchediese Thatsachen mit der obigen Theoriein Einklang bringt. Hankin hat näm-lich durch Untersuchungen den Nachweisgeliefert, daß das Wasser gewisserindischer Flüsse, besonders der Dscha-muna und des Ganges , die Fähigkeithat, die Cholera-Bacillen zu vernichten.Wodurch das Flußwasser diese Eigen-schaft gewinnt, ist noch nicht festgestellt,man nimmt die Gegenwart gewisser,den Bakterien schädlicher Säuren an.Im Wasser der Brunnen fand Hankinstets zahlreiche CholeraBacillen, so daßalso die oben erwähnte Auffassung derindischen Aerzte von der Unschuld desWassers im Allgemeinen nicht zutreffendist. Nur die Flüsse besitzen eine Artvon Selbstreinigung. Besondere Fest-stellungen gibt Hankin bezüglich derDschamuna in der Umgebung von Agra,einer Stadt von 160,000 Einwohnern.Die Stadt bezieht ihr Wasser aus demFlusse und leitet ihre sämmtlichen Ab-wässer unterhalb wieder in den Flußzurück, trotzdem verschwindet die bak-teriologische Verunreinigung des Flussesin 12^ englischen Meilen Entfernungunterhalb der Stadt vollkommen. Ander Ableitungsstelle des Wassers, ober-halb der Stadt, wurden 700—750Bakterien im Kubikmeter Wasser ge-funden, die Zahl steigt unmittelbarunterhalb der Stadt auf 16,000 bis21,000, fällt dann in 2—3 Meilenauf 6200—4300, in 5—6 Meilenbereits auf 760—500 und endlich in120 Meilen auf 125—130, d. h. ebenso viel wie bei Dhobus-hat, 5—6Meilenoberhalb Agra. Diese Zahlen stammenvom Anfang des Monats Februar.Das Wasser des Flusses besitzt für denCholera-Bacillus dieselbe tödtende Kraftoberhalb wie unterhalb der Stadt undebenso in der Nachbarschaft eines ebenin die Strömung geworfenen Cholera-Leichnams, wie in der Nähe einer schonlänger im Wasser gelegenen Leiche. Hankin gibt dann nochinteressante Vergleichszahlen: Ftltrtrtes Dschamunawasser,oberhalb der Stadt dem Flusse entnommen, das ursprüng-lich 1200 Kolonien von Cholera-Bacillen enthielt, hattederen nach einer Stunde nur noch 200, nach zwei Stun-den bereits keine einzige mehr, Wasser von unterhalb derStadt, ursprünglich mit 1500 Kolonien inficirt, hattediese nach Verlauf einer Stunde bereits sämmtlich ver-
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Partie aus Mittrnwald.
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