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Auch aus späterer Zeit finden sich nur sehr dürftigegeschichtliche Nachrichten über Pfronten . Nach dem Hoch-stiftischen Salbuche von 1316 bezog damals der BischofGeldgefälle aus Pfronten . Den Wiodumhof „zu Pfraunten"und den halben Zchenten der Kirche „zu Pfrondten" er-hält durch den Hohenekk'schen Theilungsbrief vom 22.September 1361 Andreas von Hohenekk zu Vilsekk. Derganze Bezirk von Pfronten blieb aber unter der Landes-hoheit und höchsten Gerichtsbarkeit der Bischöfe von Augs-burg , deren Vögte auf dem Falkensteine saßen, bis dieseBeste im 16. oder 17. Jahrhunderte der Zerstörung durchFeuer erlag.
Was die früheste kirchliche Geschichte von Pfronten betrifft, so will die Sage wissen, die Filiale Kappel seider erste Ort der Gemeinde Pfronten und ihre Kapelledas erste Gotteshaus für die Gegend gewesen; ja, die-
hört Pfronten zu den Urpfarreien des Bisthums Augs-burg. Unter den Pfrontener Pfarrern früherer Zeit ver-dient Erwähnung N. Magnus Pirgmann, als bischöfl.Pönitentiar zu Augsburg genannt 1478 und 1497.Xaver Bahr, Pfarrer zu Pfronten 1803 — 1811, aus derSchule I. M. Sailers hervorgegangen, wehrte mit derWaffe des göttlichen Wortes und eigener Glaubenskrafterfolgreich dem Andringen des Aufstandes, welcher i. I.1809 von Tirol aus auch seine Gemeinde zu ergreifendrohte.^) Die Besetzung der Pfarrei übten, soweit dieNachrichten reichen, jederzeit die Bischöfe frei aus; daherauch gegenwärtig mit landesherrlicher Anerkennung vom
noch übrig die Burgmauern, in einem länglichen Vierecke vonkaum 25 Futz Länge und 12 Fuß Breite bestehend, und Trüm-mer einer Mauer, welche, ringsum am Saume des Abgrundes
pfronten, MeiUngrn, Ried und Heitiern.
Original-Ausnahme von Gustav Baadcr, Photograph in Kruinbach. sVervielsältigungsrecht vorbchalteng
selbe habe als Pfarrkirche gedient, ehe die St. Nikolaus-Kirche auf dem Berge gebaut worden sei. Jedenfalls ge-
Leben und die Verfassung der vereinigten Gemeinden in denJahrhunderten des Mittelalters. Die Handschrift in ihrer gegen-wärtigen Gestalt, enthaltend „die recht, alte herkamen vnd ur-kunt der Pfarre zu Pfronton " mit der „newen Ordnung" stammtaus der Mitte des 15. Jahrhunderts, ist aber gewiß nur alseine Erneuerung und Zusammenstellung uralter Gebräuche undSatzungen anzusehen.
") Am 1. November 1424 wird Hans Haslach vom BischöfePeter auf seines „gotzhuses vefte vud behusunge Bastenstem zueinem Vogt vnd burkman" gesetzt Domkapitl. Urk. in München .Nach v. Hormahr's goldn. Chronik von Hohensckwangau,S. 147, hätte die Bürgeischaft von Augsburg , Rache nehmendfür wegelagernde Angriffe und Beschädigungen ihrer Kaufmanns-güter, im Jahre 1434 den Falkenstein und den SchwangauischenFrauenstein zerstört. Ersterer muß aber wieder hergestellt wor-den sein, denn bei Stiftung des Benefiziums in Kappel. 20.März 1497, erscheint noch Hans Maurer der Aeltere, Pflegerauf dem Falkenslein. Von dem längst zerstörten Felsenneste sind
angebracht, den nur wenige Schritte breiten äußeren Boden-raum mnzog.
linier Bayr's pfarrlicher Amtsführung brauste die Jr-surreciion auS Tirol herüber in die Tbäler desAUgäu und er-regte ihm selbst einen Kampf, d-n er männlich bestand. Mitder Maln dc^ göttlichen Wortes trat er den Empörern ent-gegen, erntete aber dafür Mißtrauen und Haß. Eines Sonn-tags, bevor er die Kanzel bestieg, war ihm gesagt worden, eswürden sich einige Insurgenten in die Kirche schleichen mitStutzen unter den Röcken, um ihn beim ersten Worte, das ergegen die Jnsurrcction sprechen würde, von der Kanzel zuschießen. Betroffen über diese Nachricht bedachte sich Bahr einenAugenblick, was er thun sollte. Doch sammelte er sich schnellund bestieg, auf die Kraft des Evangeliums vertrauend, daser verkünden sollte, muthig die Kanzel. In Ernst und Liebe,entschieden und furchtlos sprach er gegen die Jnsurrcction, undsieh — die Gegner blieben ruhig, warfen nach dem Gottesdienstbeschämt die Gewehre weg und versöhnten sich mit ihrem Seel-sorger, dessen Worte sie überwältigt hatten. In Anerkennungseiner Verdienste aus jener Zeit verlieh ihm die bayerische Re-gierung die Medaille des königlichen Civil-Verdienst-Ordenö.— Bay> siaib als Pjarrcr zu Dirlewang am 16. Aug. 1844.