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Die Ehren-Fräulein der Königin vonEngland. Die Königin von England wählt ihre Ehren-Fräulein unter den Töchtern der Peers, welche mit IhrerMajestät befreundet sind. Meistens werden die Eltern derjungen Dame, auf welche die Wahl der Königin fällt,brieflich von dem Wunsche der Monarchin als besondererGunstbezeigung verständigt. Es ist kaum jemals vor-gekommen, daß die Bitte abgelehnt wurde. Ein Ehren-Fräulein der Königin bezicht ein Gehalt von 300 Pfd.Sterling. Jedes Ehrenfräulein hat ihr eigenes Schlaf-zimmer, muß aber ihr Wohnzimmer mit einer Kollegintheilen. Jedes Fräulein trügt ihr Abzeichen. Dieses istein in Brillanten gesetztes Miniaturbildniß der Königin.Das Fräulein, welches am Dienste ist, hat vor den Privat-gcmüchern der Königin zu weilen, während Ihre Majestätsich zum Mahle vorbereitet. Das Fräulein trägt einenBlumenstrauß in der Hand, welchen sie zur Rechten desCouverts niederlegt, sobald Ihre Majestät den Speisesaalbetritt. Wenn keine Gäste da sind, nimmt das Ehren-Fräulein zur Rechten der Königin neben dem Lord -Kammcrherrn Platz. Sobald das Mahl vorüber ist, darfsich das Ehren-Fräulein in ihre Gemächer zurückziehen,wenn die Königin sie nicht auffordert, zu singen, Klavieroder Karten zu spielen. Da die Königin niemals Geldannimmt, welches im Umlauf gewesen ist, so haben dieEhren-Fräulein stets eine hübsche Summe neu von derMünze gekommenes Geld. Ein Ehren-Fräulein der KöniginViktoria muß hochgebildet sein und deutsch und französischfließend sprechen. Ebenso nothwendig ist es, daß sie vomBlatte ab singen und spielen kann. Auch muß sie einegute Vorleserin sein. Das ist eine ihrer Pflichten. DieKönigin ist ganz eigen bezüglich der Kleidung ihrer Ehren-Fräulein. Ihre Majestät liebt das Einfache und würdeeine aufgethürmte Frisur nicht dulden. Die Königin machtden jungen Damen häufig werthvolle Geschenke. IhreMajestät redet sie mit ihren Vornamen an, während dieAnrede der Ehren-Fräulein „Madame" ist. Die Königininteressirt sich tief für die Freuden und Sorgen ihrerEhren-Fräulein. Sie ist eine höchst rücksichtsvolle Herrin.Das Leben am englischen Hofe verläuft höchst regelmäßig.Eine Ehrendame muß deßhalb vor Allem sehr praktischsein. Danach muß sie ein heiteres Gemüth haben undbereit zu allem Guten sein. Gespräche über die persön-lichen Angelegenheiten der Königin sind streng verboten.Während der langen Negierungszeit der Königin Viktoria ist nur ein Ehren-Fräulein entlassen worden. Das er-zeugte zu seiner Zeit mit Recht viel Gerede. Ehren-Fräulein haben in der Regel dreimal im Jahre einenMonat Dienst. Und auch dann werden sie nur jedenzweiten Tag zum Dienst befohlen. Sind sie frei, so schreibtihnen Niemand vor, was sie thun sollen.
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Die Frage nach der Mutter. Als KaiserJoseph II. von Oesterreich durch Medwisch in Sieben-bürgen kam, redete ihn eine hochbetagte Frau, die ihnum die Entlassung ihres Sohnes aus dem Kriegsdienstebitten wollte, mit den Worten an: „Guten Tag, HerrKaiser! Ich wünsche, daß der Herr noch fein gesund sei!Was macht die Frau Mutter? Ist sie auch noch fein ge-sund?" Der Kaiser antwortete ihr auf alle diese Fragensehr freundlich, gab ihr ein kleines Geschenk und sagte:„ES hätte ihn auf allen seinen Reisen noch Niemand umseine Frau Mutter gefragt, als diese gute alte Frau; in
elf Tagen sollte sie auch ihren Sohn wieder frei bei sichhaben." Und es geschah.
Ec ist ciie Kieke.
Auf allen Blättern steht geschrieben,
Wie Wundergut der Vater ist.
O Herz, wie magst Du ihn nicht lieben,
Der Dich auS jeder Blume grüßt?
Auf alle Vlättlein möcht' ich schreiben,
Wie sehr mein süßer Freund mich liebt,
Und all sein Thun und all sein Treiben,
Das er als Mensch für mich geübt.
Auf alle Vläitcr möcht' ich malenDes Liebsten klares Angesicht,
Doch alle Farben, alle StrahlenErreichen feine Schöne nicht.
Und allen Blättern möcht' ich sagenWon feiner Treue, seiner Huld,
Ilnd allen Steinen muß ich'ö klagen,
Daß ihn getödtet meine Schuld.
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Rösselsprung.
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Berichtigung zum Krnmbad-Artikel
in Nr. 52 des UnterhaltnngSblattcS.
Auf den drei Stellen, an denen Nitt-r Hans von EllcrS-bach die Scheune, in welche seine heiligmäßige Gemahlin Adel-heid vor seiner Eifersuchtswuth geflüchtet war — im Jahre1390 erbarmungslos angezündet hatte, sprudelten beim Ab-räumen des Brandschuttcs drei Quellen hervor, welche baldals Heilquellen anerkannt und benützt wurden und dem Krum-bade nach den verlässigsten geschichtlichen Quellen und Notizensein Dasein gaben. Diese drei Quellen fließen heute noch, sindjede eigens gefaßt und liefern das Heilwasser des Krumbades.Bon den ältesten Zeiten an wurde in diesem Wasser auch eingewisser Stein gesotten und zur Heilkur mitvcrwendet. Der-selbe wird aus dem Berge gegraben, dem die besagten Quelle»nachweislich entspringen, und ist unter dem Namen „Badstein"oder „Krumbaderstein", auch „Krumbacherstein" bekannt. DieUntcrsuchung(Analyfe) ergab bei diesem Steine einen reichen Satzvon Heilbestandtheilen, wcßhalb er auch auf Verlangen jederzeitversendet u. zu Bädern verwendet wurde, welche ebenfalls bedeutendeHeilerfolge bei solchen Kranken erzielten, die das Krumbad nichtbesuchen konnten. Freilich gehören Quelle und Stein zusam-men und wirken so am stärksten und schnellsten und nach-haltigsten, aber er erscheint doch als wahre Wohlthat für diebezeichneten Nothsällc, in welchen kein persönlicher Badbesuchmöglich ist. So das richtige, thatsächliche Verhältniß.