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Bez.-Amt Füssen, Landger. Füssen .
(Schluß.)
Die dem hl. Bischöfe Nikolaus geweihte Pfarrkirchesteht in Mitte des Pfarrbezirkes hoch im Orte Pfronten-Berg. Der Bau derselben begann im Jahre 1687. Sieist gefällig und geräumig gebaut und in ihrem Innernnach dem Geschmacke des vorigen Jahrhunderts geziert.Die Deckengemälde — im Chöre das hl. Abendmahl, imSchiffe Scenen aus der Legende des hl. Nikolaus, — malteJos. Keller aus Pfronten i. I. 1780; auch die meistenübrigen Bilder derKirche stammen vonder MalerfamilieKeller. Der Bau desneuen Thurmes, dereinen Aufwand von9000 Gulden ausMitteln der Kirchen-stiftung erforderte,wurde im Jahre 1748vollendet; hoch undschlank mit Kuppel istdieser Thurm einewahre Zierde der Ge-gend; dazu kam ausdenselben Mitteln für2000 Gulden einherrliches Geläute vonfünf Glocken, welcheFranz Xaver FreiherrAdelmann von Adel-mannsfelden, Bischofvon Maktaris undWeihbischof zu Augs-burg , am 9. Dezember1750 zu Pfronten benedicirte. Auch ge-genwärtig hängen imThurme fünf Glocken.
Ein neuer^Gottesackerwurde im Jahre 1835durch den PfarrerMagnus Jocham ,welcher imJahre1841alsProfessor derTheo-logie nach Freising berufen wurde, außer-halb des Ortes Pfron-ten-Berg angelegt;eine Kapelle gothischenStils, in einfachen,gefälligen Formen, erstand im Jahre 1841 auf demselben;ihr Altar trägt ein geschnitztes Crucifix -Bild aus dem15. Jahrhunderte. In sie sind 9 Jahrmessen gestiftet.
Im Jahre 1687 wurden in der Pfarrkirche zweiBruderschaften, die des Rosenkranzes und die des heil.Joseph, errichtet; zu ihnen kam bald darnach eine Bruder-schaft von St. Antonius. Später vereinigte man die dreiBruderschaften in eine, welche unter dem Namen St.Josephs - Bruderschaft sich bis heute in der Pfarrei er-halten hat.
EingepfarrteOrte. Wir erwähnten bereits oben,daß ein Ort des Namens „Pfronten " nicht bestehe, daß
k. 'tz
Kourdesgrolle am Falkenstein.
dieser Name vielmehr den ganzen Pfarrsprengel bezeichneund die in diesem gelegenen Orte an jenem Namen inder Weise Theil nehmen, daß man von einem Pfronten-Berg, Pfronten-Kappel, Pfronten-Steinach usw. spreche.Diese einzelnen Orte, nach politischen Gemeinden abge-theilt sind:
In der Gemeinde Pfronten-Berg (äußereGemeinde), links der Vils: 1. Berg, Sitz des Pfarrersund der Pfarrkirche, auf einem mäßigen Hügel an derLandstraße von Innsbruck nach Kempten . 2. Halden, */zStunde westlich. 3. Kappel, von der Pfarrkirche ^St.
nordwestlich, an derStraße Innsbruck -Kempten ; Kirche 8.Martini. 4. Kreuzckk,Std. nordwestlich,auf einem Hügel ander Landstraße. Hiersteht schon seit Jahr-hunderten eine demheiligen Kreuze ge-weihte Kapelle. 5.Meilingen, ^ St.östlich. Ein Theil derHäuser liegt auf einemHügel und hieß früherJmnat,cinTheil,gegendie Schloßruine Fal-kenstein gelegen, hießder Burgweg, eindritter Theil untenam Hügel und amlinken Ufer der Vils hieß Drittel-Meiling.Letzterer hat eine Ka-pelle zu U. L. Frau.6. Refleuten, St.westlich, hart am Fußedes Edelsberges. DieKapelle 8t. Xo1ianni8Laxt. in Refleutenwurde im Jahre 1702von der dortigen Ge-meinde gebaut. ^Reh-bühel, b/^St. nördlichauf einem Hügel. DieKapelle in Nehbühelstand auf dem sogen.Kehbühel bis zumJahre 1668, in wel-chem man sie desschlechten Grundes
wegen abbrach und auf dem Platze, auf welchem sieheutigen Tages noch steht, wieder aufbaute. 8. Ried,an der Vils und an der Hauptstraße, in der Ebenedes Gebirgsthales, nur durch einige zwischenliegende Acckervon Pfronten-Berg getrennt; Sitz des k. HauptzollamtsPfronten . 9. Weißbach, ^ St. nordwestlich an derHauptstraße, k. Post-Expedition. Auf dem Josberg inder Gemeinde Weißbach erbaute man im Jahre 1637eine Kapelle zu Ehren St. Fabian's und Sebastian's.Weil aber der Ort ungelegen und besonders im Winterschwierig zu besuchen war und der Berg zu reißen an-fing, wurde im Jahre 1661 die Kapelle abgetragen und