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bei den Häusern der Gemeinde Weißbach wieder aufgebaut.— L. In derGemeinde Pfronten-Steinach (untereGemeinde), rechts der Vils , liegen: 1. Dorf, ^ St. süd-westlich, hart am Kienberge. Hier stand das HochstiftischeAmthaus. Zur Ortschaft Dorf wird gewöhnlich auch ge-zählt die Fall-Mühle, 1 St. von der Pfarrkirche, einsaman der Ach zwischen hohen Bergen. 2. Heitlern, ^ St.südwestlich, an der Vils und an der Hauptstraße, hängtmit „Dorf" zusammen; Kirche 8. I^ousturäi. 3. Osch,'/z St. südlich an der Hauptstraße. Hier steht eine Ka-pelle zu St. Koloman . 4. Steinach, das größte Dorf derPfarrei, St. südlich, an der Hauptstraße. Die Kirchezu Steinach, ursprüng-lich den drei heiligenErzengeln geweiht,stammt aus dem Jahre1635 und schreibtihren Ursprung vonder Pest her, welchein jenerZeit diePfarreiheimgesucht hatte. DieKirche, jetzt zu St.
Michael genannt,wurde in neuerer Zeitdurch Gemälde undSculpturen desPfron-tener Künstlers FranzOsterried geziert. ImThurme mit Pultdachhängen zwei Glocken.
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Das PfrontenerThal wird viel vonTouristen und Som-merfrischlern besucht,und durch die neu-eröffnete BahnKempten -Pfron«ten wird Pfronten mit seiner großartigen
Gebirgsnatur undseiner stärkenden undmilden Luft wohl baldzu den besuchtesten Ge-genden unseres All-gäu'S gehören. DieVerpflegung in dendortigen Gasthäusernwird sehr gerühmt,ebenso diegutenWohn-ungen.
lag, begab er sich in ein wohlbefestigtes Schloß am Alpen-schlunde, in welchem ihn um das Jahr 1080 Sigfrid'sPartei belagerte, bis ihm durch Welf's Verheerungszuggegen Augsburg Entsatz wurde. Welche der festen Burgenam Alpen -Eingange unter diesem Schlosse zu verstehensei, läßt sich mit Bestimmtheit nicht ermitteln; am wahr-scheinlichsten ist jedoch der Falkenstein damit gemeint, anwelchen auch dasVolk seineSagen überjeneEreignisse knüpfte.
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Berühmt und viel besucht ist die vor einigen Jahrenauf dem Falkenstein erbaute Lourdesgrotte, welche,
in natürliche Felseneingehauen, umgebenvon der großartigenGebirgsnatur, wohldie schönste nicht nurin der Diözese, son-dern weit über die-selbe hinaus seindürfte. Zahlreiche An-dächtige wallen imLaufe des SommerszuderherrlichenGrotteauf dem Falkenstein.* *
fDie Illustrationenzu vorstehendem Auf-satzePfronten sind nachOriginal -Aufnahmenvon Gustav Baaderin Krumbach in Auto-typie hergestellt.)
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Goldkörncr.
Wie sind wir dochAlle mit unserer ge-prahlten Selbstständig-keit an die Natur ge-bunden, und was istunser Wille, wenn dieNatur versagt!
Schiller.
Wer sich nicht zu vieldünkt, ist viel mehr alser glaubt. Goethe.
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Erstes Gebet. Von W. Kray.
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Auf einem hohen Felsenvorsprunge des Manzen-berges, östlich über Pfronten , ragen heute noch die Trüm-mer einer alten Burg schauerlich in die Lüfte hinaus.Sie hieß der Falkenstein. Ihre Entstehung und ältesteGeschichte wird mit den Bischöfen von Augsburg in Ver-bindung gebracht. Die Burg soll nämlich im 11. Jahr-hunderte vom Bischof Heinrich II. (1047—1063) erbautoder neu befestigt und von ihm persönlich als Zufluchts-stätte in seiner Fehde gegen die Grafen von Vohburg be-nützt worden sein. Als der vom Herzoge Wels I. vonBayern geschützte Gegenbischof Wigold mit dem BischöfeSigfrid II. von Augsburg (1077—1096) im Kampfe
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Johann Adam MSHler.
Der berühmte Theologe Johann Adam Mähler wurdegeboren zu Jgersheim iu Württemberg am 6. Mai 1796 undzum Priester geweiht im September 1819. Seine Lehrthätig-keit begann er im Jabrc 1823 an der Universität Tübingen ,folgte 1835 einem Rufe nach München , wurde im März 1838zum Domdekan in Würzburg ernannt, starb aber schon am12. April des nämlichen Jahres an einem Lungenleiden, tiefbetrauert von seinen zahlreichen Verehrern und Schülern.(Einen längeren Aufsatz über das Leben und Wirken des ver-dienstvollen Gelehrten haben wir in den Nummern 19, 20und 21 der Beilage zur Augsburger Postzeitung vom Maid. I. gebracht.) _