und Steinblöcken verlegt war, gelangte. „Beim Liber, dasist wundersam", sagte Cieco und blickte abwechselnd nachdem Bild und dem in seiner Hand liegenden Pergamentund abermals nach dem Bilde hin.
„Sehr seltsam", sagte Cieco.
Er kleidete sich an, um sofort zu Antonio Dariozu gehen.
Ein Vorhang mit einer Art Draperie überhing denUebertritt in die nur durch ein schmales Gewölbe vomGastzimmer getrennte Küche, so daß er das Prasseln derPolenta nicht ohne Behagen hörte. Der Wirth erschien,die Hände auf dem Rücken. Er begrüßte Cieco mitfreundlichem Lächeln. Er versprach ein bill'ges Fuhr-werk bis zu dem Einschiffplatz des Comersee's zu ver-schaffen. Cieco schmunzelte in sich hinein. Dann lachteer ihm geradezu in's Gesicht.
„Guten Morgen, Alberghiere", sagte er.
„Ich habe bereits guten Morgen Ihnen gewünscht.
„Mein werther Herr Wirth", antwortete Cieco,„wollen Sie die Güte haben, sich einen Augenblick nieder-zulassen!"
Der Wirth machte eine äußerst verwunderte Miene,ließ sich jedoch nieder, und Cieco setzte sich dicht nebenihn. Er erfaßte des Wirthes Hand und hielt sie um-fangen, während er sprach.
„Mein werther Herr Wirth", begann Cieco , derimmer höflich war, „mein werther Wirth, Sie verdienenes in der That, eine unerwartete Entdeckung und Be-reicherung zu erleben."
„Was fehlt Ihnen, Signore?" rief der Wirth aus,was auch natürlich genug war, denn Cieco's Anfang waretwas ungewöhnlich, um nicht mehr zu sagen, besonderswenn man bedenkt, daß er den Wirth am vorigen Abendzum ersten Male in seinem Leben gesehen hatte. „Wasfehlt Ihnen, Signore?" rief also der Wirth aus.
„Ich verachte alle Schmeichelei, mein Lieber," fuhr
Kt. Alban (Kirche und Fischerhaus).
Original-Aufnahme der beiden Bilder von Max Merz, Photograph in Dicffen-Weilheim. fVerviclsiiltigungsrecht vorbehalten.)
Signore," entgegnete der Wirth. „Was befehlen Siezum Frühstück, Signore?"
Cieco überlegte bei sich selbst, wie er die Sache ambesten angreifen könnte, und gab daher keine Antwort.
„Ich kann mit sehr guter Polenta", fuhr der Wirthfort, „und mit schönen leckeren Forellen aus dem Comer-see dienen. Was befehlen Sie, Signore?"
Diese Worte weckten Cieco aus seinem Nachsinnen.Er gedachte der Freihaltung während der Ferien. DieSpeisekammer schien trefflich ausgerüstet zu sein.
„Wen stellt das Gemälde in meinem Schlafzimmerdar?" fragte Cieco .
„Es ist mein Urahn, Signore," erwiderte stolz derWirth.
„Wo liegt er begraben?" fuhr Cieco fort
„Er ging eines Abends in die Berge fort", ver-setzte der Wirth, „und ist nie mehr wiedergekehrt."
„So!" sagte Cieco.
„Haben Sie noch etwas zu befehlen?" fragte derWirth, demCieco'sBcnehmcn ein wenig eigenthümlich vorkam.
Cieco fort; „Sie verdienen einen fürstlichen WeinkellerIhr eigen zu nennen, und ich weiß gewiß, daß Sie indiesem Falle auch mir fürstliche Beweise Ihrer Freigebig-keit anbieten würden."
Während Cieco so sprach, schweiften seine Blicke imZimmer umher, wie wenn er darin noch ein paar Wochenzu bleiben gedächte.
Der Wirth sah noch weit verwunderter aus, alsvorhin, und wollte aufstehen. Cieco drückte ihm leise dieHand und suchte ihn zurückzuhalten, was ihm gelang.Der Wirth blieb sitzen.
„Ich bin Ihnen für Ihre gute Meinung sehr ver-bunden, Signore," sagte der Wirth halb lachend, „kaufenSie beim nächsten Agenten drüben auf meinen Namenein Mailänder Loos, und wenn ich den ersten Trefferbekomme, soll es Ihr Schaden nicht sein."
„Wenn — wenn Sie den ersten — einen erstenTreffer bekommen", sagte Cieco, äußerst listig aus demrechten Winkel seines linken Auges blinzelnd. „Wenn—"
„Nun ja", sagte der Wirth, diesmal nicht bloß mit