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größere Ausflüge mit den lohnendsten Aussichten zumachen, nach dem 1^ Stunden entfernten Nöhrmos mitseinen großartigen, zerklüfteten Gottesackerwänden, überden Zwingsteg nach der in Vorarlberg liegenden Walser-schanze, über den Hirschsprung nach dem frei und lieblichgelegenen Oberwaiselstein, nach dem vielgenannten bayer-ischen Sibirien, dem Pfarrdorfe Balderschwang , nach demin 3*/, Stunden erst seit einem Jahrzehnt auf geordnetenWegen erreichbaren hochgelegenen Frcibergsee, nach demnur 10 Minuten von Tiefenbach entfernten Wasach, vondessen Terrasse aus ebenso gut in den Thalkessel vonOberstdorf und weit hinaus in das Jllerthal das Augeschweifen, als ein Gebirgspanorama überschaut werdenkann, wie man es ausgedehnter und herrlicher nur seltenfindet; man sieht von dort, wie in einem Rahmen einge-faßt, den Entschenkopf, das Nubihorn, die Seeköpfe, denSchattenberg, die Höffats- und Bockkarspitze, das Naucheck,
kam mit der Grafschaft Rothenfels an die Grafen vonKönigsegg und gelangte durch die Heilung des GrafenHaug von Königsegg-Rothenfels schon früh zu bedeutendemRufe. Der gegenwärtige Besitzer, Herr Georg Schmid,durch langjährige Thätigkeit in den größeren StädtenDeutschlands im Hotelfache sehr bewandert, im Gewändeeines von Gesundheit strotzenden Tirolers sich den Gästenpräsentirend, hat Gasthof und Bad der Neuzeit ent-sprechend eingerichtet, sorgt jederzeit freundlichst für Fahr-gelegenheit von und nach allen Richtungen, gewährtschnell und erfüllt pünktlich alle Wünsche der Gäste, undseine Gattin, eine gewandte, auf Reinlichkeit bedachte,alle Surrogate wie Margarine u. dgl. streng abweisendeHaus- und Küchendirektorin, bietet den Gästen Speisen,wie man sie besser in den ersten Hotels nicht finden kann.Der Keller bietet eine reiche Auswahl von Weinen, vor-zugsweise Ttrolerweinen, der ^ Stall kräftige Kuh- und
Dber-Tiefrnbach
die großen Grottenköpfe, das Hohe Licht, den Himmel-schrofen, kurz eine lange Reihe von Bergen, die im Glänzeder untergehenden Sonne eine köstliche Augenweide bilden.Neben den Genüssen für das Auge und den unberechen-baren Vortheilen für die Athmungswerkzeuge findet derBesucher von Obertiefenbach aus in dem damit fast zu-sammenhängenden, in einer Thalschlucht gelegenen, abergleichwohl der Sonne noch zugänglichen Bade Unter-tiefenbach für den müden oder kranken Körper Kraft undneues Leben. Die Quelle, alkalisches Schwefelwasser mitreicher Jodbeigabe, schon vor vielen Jahrhunderten aufgefun-den und, wie Einige glauben, schon den in Ouraxoäuiiuw,dem heutigen Kemplen, seßhaften Römern bekannt, hatzahlreiche Kurerfolge bei gichtisch-rheumatischen Zuständen,Hämorrhoidalleiden, Luftröhrenkatarrhen, Geschwüren, auchIsolrias nsrvosn, an Rekonvalescenten nach langwierigenKrankheiten rc. zu verzeichnen.
Die Badeanstalt, früher in Montfortischem Besitze,
Ziegenmilch, Alles bei mäßigen Preisen. Hübsch einge-richtete Zimmer zu 0,70—1,40 M., das Bad zu 0,70 M.mit Bedienung, Mittags- und Abcndttsch nach Karte.Wer hie und da größere Gesellschaft aufsuchen will, kanneinen Spaziergang nach Oberstdorf oder eine Bahnfahrtnach Sonthofen und Jmmenstadt machen.
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Zu unseren Bildern
Das Tischgebet.
Da« einfache Mittagsmahl ist aufgetragen, die Familie istum den iauber gedeckten Tisch versammelt und verrichtet mitAnbackt das Tischgebet, in welchem sie Gott dankt für dieWohlthaten des Leibes und der Seele, die er immer von Neuemwieder den Menschenkindern erweist. Daß dieses täglich stckwiederholende Gebet den schlichten Bauersleuten nicht zu einerleeren Gewohnheitssache wird, sondern daß die Worte ihnenaus tiefstem Herzen kommen, das kann man deutlich an dengesammelten, andachtsvollen Gesichtern erkennen. Nur dem