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noch vorhanden. In Wirklichkeit thaten die Behörden vonDillingen alles, was in ihren Kräften stand; diePolizei erfuhrerst durch das Attentat, daß der König von Frankreich in Dillingen weile. Sie machte sofort Anzeige bei derfürstlichen Regierung, und noch um Mitternacht wurdendie Mitglieder derselben zusammenberufen, um die nöthigenMaßregeln zu berathen. Der Stadt- und Gerichtsarztnebst einem Chirurgen wurde zur Untersuchung undHilfeleistung zum König beordert und eine eigene Re-gierungskommission, bestehend aus einem Oberpolizei-kommissär und zwei Regierungsräthen, bestellt, welchenicht nur die gehörige Untersuchung pflegen, sondern auchMaßregeln treffen sollte, wie der Thäter entdeckt undverhaftet werden könnte.
Der Stadtkommandant Gardekapitain v. Schütz wurdebeauftragt, eine eigene Wache im Gasthof aufzustellenund niemand ohne vorherige Erlaubniß und Unter-suchung in denselben einzulassen. Die Stadtthore wurdensogleich gesperrt und mit Wachtposten umstellt; in derStadt selbst zogen Patrouillen von Bürgern und Militärherum, um etwaige Gefangene festzunehmen. — DieMühe war vergebens, der Attentäter blieb unbekannt,der Mordanschlag von Dillingen zählt heute noch zu denunenthüllten Geheimnissen der Geschichte.
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Allerlei.
Durch die elektrisch geladenen Accumula-toren ist es nunmehr möglich, eine irgendwo in der ^Welt vorhandene Kraft wie sonst eine Waare, in eine !Kiste verpackt, beliebig anderswohin zu senden und da-selbst zur Wirkung zu bringen. Einen interessanten Belegdafür gibt uns eine Mittheilung vom Patent- und techn.Bureau von Richard Lüders in Görlitz . Auf die Welt-Ausstellung zu Chicago hatte die Stadt Venedig eineAnzahl der charakteristischen venetianischen Gondeln ge-sandt, welche, auf den Teichen und Kanälen des Aus-stellungSparkes fahrend, allgemeines beifälliges Aufsehenerregten. Als Gegenleistung hat nun die Ausstellungs-Commisfion den Venetianern eine schöne, durch elektrischeAccumulatoren betriebene Bark als Präsent übermittelt,deren Accumulatoren auf den Niagarafall-Werken, wobekanntlich die riesige Wasserkraft in Elektrizität umge-wandelt wird, geladen wurden. Es ist also schließlich dieKraft des Niagarafalles, welche dann auf den KanälenVenedigs die Gondel bewegt — gewiß eine technische Er-rungenschaft, von der man sich vor dreißig Jahren nichtshätte träumen lassen.
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R Der Tabak kann in diesem Jahre auch einJubiläum feiern. Es war im Jahre 1496, als ein span-ischer Mönch, Roman Pano, der sich der Entdeckungs-Expedition des Christoph Columbus angeschlossen hatte,auf Domingo den Tabak kennen lernte und über diesePflanze und ihre Verwendung bei den Eingeborenen denersten Bericht nach Europa gelangen ließ. Der Tabakgalt anfänglich als Arzneimittel, bald aber wurde erauch zum Rauchen — Tabaktrinken wurde es genannt —verwendet. Es sind somit 400 Jahre verflossen, seit dasLabsal der Raucher, Schimpfer und — Kauer in Europa seinen Einzug gehalten hat.
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Ihr Grund. Mutter: „Das war recht unartigvon Dir, Edith, uns zu unterbrechen, als ich gestern
Abend mit den Damen sprach. Du mußt stets warten,bis wir schweigen, dann darf auch ein Kind einmal reden!"— Edith: „Ja, Mama, das hab' ich auch versucht, aber
.Ihr schwiegt ja niemals still!"
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Geschäfts-Variante. Kleine Reparaturenerhalten die Kundschaft.
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Aus der „Nachfolge Khristi"?)
Eitelkeit ist's, Reichthum suchenUnd auf ihn die Hoffnung setzen;Eitelkeit, nach Lobe trachten,
Ruhm und Rang und Ehrenplätzen.
Eitelkeit ist's, auf des FleischesLust und Leidenschaft zu hörenUnd was sich durch schwere StrafeSpäter rächet zu begehren.
Eitelkeit ist's, langes LebenSich zu wünschen, statt ein gutes;Immer nur für's Jetzt zu sorgen,
Um die Zukunft leichten Muthes.
Eitelkeit ist's, das zu lieben,
Was verweht wie Wind, der schauert,Aber nicht dahin zu trachten,
Wo die Freude ewig dauert.
*) Siehe „Des gottseligen Thomas von Kempen Nach-folge Christi in deutschen Reimen" von Hermann Jseke.Verlag von F. W. Cordier, Heiligenstadt (Eichsfeld). Preisbrosch. M. 3.-, Salonband M. 4.50.
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Wir tbeilen einige interessante partieen aus diesemNeister-I'uinisre mit. (blaebdruelc verboten, da das Ueebtder Publication von dem Lcbaebclub blnrnberA vorbsbaltenrvurde. U. Red.)
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