„Trixy ist meine Schwester; woher wissen Sie etwasvon ihr?"
„Sie riefen im Fieber oft nach ihr."
Edith Darrcll und Rudolf Siuart trafen sich selten,ohne sich zu zanken, sie sagten sich unverhohlen ihre Mei-nungen und waren stets kampfbereit. Dem jungen Mannschien das zu gefallen, sein Fuß wurde zusehends kräf-tiger, und doch verschob er die Abreise wieder.
Ende April schlugen Rudolf und Edith die letzteSchlacht und schieden. Er kehrte in die Welt zurück, fürsie begann wieder das düstere, öde Leben.
Rudolf erzählte seinen Eltern die jüngsten Erleb-nisse, und es entstand eine lebhafte Correspondenz zwischenEdith und den neuen Verwandten. Beatrice besondersschrieb oft, und viel und es gestaltete sich allmählich eininniger Verkehr.
Im Laufe des Sommers kam Rudolf auf vierzeftTage nach Sandypoint zum Fischen, und der B"ffu,
^WWWW
Herzog PHM"" M cleany »nd seine Kraut
ildete eine Oase in Ed..^ » Wieder stritten
sie die ganze Zeit und suchten sich doch immer. Nachseiner Abreise begannen die c'den Tage, das Kochen,Putzen und Flicken wieder, bis es dem Mädchen uner-träglich wurde.
So vergingen zwei Jahre'; Edith zählte achtzehnund war des Lebens müde. Und eben als ihr Ueber-druß greifbare Formen anzunehmen begann, kam Rudolfmit dem Briefe seiner Mutier, und von der Stunde andatirte sich die Geschichte von Edith Darrell's Leben.
3. Kapitel-
Trixy's Gesellschafterin.
Vierzehn Tage genügten zu den nöthigen Vorbe-reitungen für Edith's Abreise. Mr. Darrell hatte einge-willigt; was konnte er dem Liebling abschlagen? Undso verbarg er den Schmerz ob ihres Verlustes, so guter es vermochte. Mrs. Darrell war froh, die Stief-tochter, mit der sie stets in bewaffnetem Frieden lebte,los zu werden.
„Es spricht sehr für Deine Liebenswürdigkeit, Ditbft/,neckte Rudolf, „daß man Deine Abreise hier so beschleu-nigt. Die vier kleinen Darrell's laufen im 'Hause um-her mit dem Jubelgeschrei: „Dithy geht,,churrahl" DeinerStiefmutter Gesicht strahlt vor Vergnügen, und selbst dieZöglinge scheinen sich erleichtert zu /fühlen. Deine Ab-reise muß wirklich ein unendlich angenehmes Ereignißfür Alle sein."
Er lehnte sich zurück - .ud betrachtete die Cousine.Sie ließ die Arbeit sinkert.
„Ich wundere mickh nicht, daß Du das sagst; ichweiß selbst, daß i><Y ein unangenehmes, selbstsüchtigesGeschöpf bin, abeer ich wundere mich, daß Du Dir ge-rauft mich mittzunehmen."
,/l/lcr, liebes Kind, warum solch' ernsten Ton?Hätte ich gedacht, daß Du meine Worte und derenMeinung nicht verstündest, so —"
„Nein, laß uns einmal ernst reden, wir werden noch
Erzherzogin Maria Dorothea von Gestenreich.
Zeit genug zum Zanken haben, wenn das wirklich unsereangenehmste Erholung ist. Ich frage mich oft, warumich mich so sehr auf den Wechsel meines Daseins freue,und ob ich der neuen Verhältnisse nicht auch wiederüberdrüssig werde, sobald ich mich erst an dieselben ge-wöhnt habe. Ich sehe bessere, klügere Mädchen, als ichbin, und sie sind zufrieden mit ihrer Lebenslage, es ge-nügt ihnen die Hausarbeit, die mir ein Gräuel ist.Ein neues Kleid, ein Tanz, die Aussicht auf einen künf-tigen Gatten —"
„Nun, einer wird am Ende doch kommen, das gebeich gern zu. Was er wohl für ein Götterjüngling seinwird mit Löwenmuth und Seraphschönheit I"
„Gewiß nicht, derlei Männer sind immer arm,meine Heiratb aber wird reine Geschäftssache sein, dasist längst beschlossen. Der Betreffende mag siebzig Jahrezählen, ein Gesicht wie Satyr haben, wenn er nur eineMillion besitzt, will ich freundlich ihm meine Hand reichen,kniete aber ein Apoll selbst vor mir mit leerer Börse,