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nur zur Verdünnung der Salpetersäure), nitrirt und dieentstandene Nitroccllulose in Alkohol-Aether-Mischung ge-löst. Diese Lösung wird sodann in ein von Wasser um-spültes Rohr und von diesem in die sogenannten Faden-bilder gedrückt; diese Fadenbilder sind ebenfalls Röhren,die an das Hauptrohr angesetzt sind und eine sehr feinekapillare Oeffnung haben. Um die Oeffnung dieser Faden-bilder herum cirkulirt nun fortwährend Wasser, so daßder herausgepreßte Strahl von Collodium sofort insWasser fließt, dort erstarrt und seinen Alkohol und Aetherans Wasser abgibt. Die auf diese Weise erzeugte» Fädenkönnen nun wie gewöhnliche Seide gespult werden. Ihremchemischen Charakter nach leiden dieselben aber natürlichnoch an zu großer Entzündlichkeit; sie verpuffen schnell,wenn sie an eine Flamme gebracht werden.
Die künstliche Seide wird deshalb „denitrirt",d. h. es wird ihr der größte Theil ihrer Nitrogruppenentzogen und damit ihre Explosivität so weit herabge-mindert, daß sie nicht entzündlicher als gewöhnliche Baum-wolle wird. Die Mittel hierzu sind verschiedene. Esgenügt auch schon kaltes Wasser, gewöhnlich aber wirddas Produkt in einem Bade, welches Essigsäure undSchwefelverbindungen oder auch verdünnte Salpetersäureenthält, denitrirt. Die weitere Behandlung ist nun dieder natürlichen Seide.
Die Chardonnet'sche künstliche Seide, welche, wennauch noch in geringem Maße, in Deutschland Verwendungfindet, ist ein stark glänzendes, grauweißes Gespinnst; imGefühl ist sie nicht so weich wie Seide. Sie hat auchsonst noch einige wesentliche Eigenschaften, in denen sieerheblich hinter der Naturseide zurücksteht. Zunächst istihre Festigkeit bedeutend geringer; auch ihre Elastizitätsoll der der Naturseide nachstehen, sie zieht auch nochstärker Wasser aus der Luft an und ist endlich in ihremspezifischen Gewicht um 13 pCt. höher als die natürlicheSeide. Verschieden sind die Urtheile über ihr Verhaltenbeim Färben. Während sie nach einigen Mittheilungensich ebenso gut färben lasse wie Naturseide, verliert nachanderen fachmännischen Urtheilen der Faden beim Be-netzen völlig seine Stärke und wird so schwach, daß ernur mit größter Vorsicht bearbeitet werden kann, und daßdas Färben nur sehr geschickten Händen anvertraut werdendarf. Die Industrie der künstlichen Seide ist in Frank-reich bereits auf großem Fuße ausgebildet, und es wirdsich im Laufe der nächsten Jahre zeigen müssen, ob siegeeignet ist, für zahlreiche Verwendungsarten die Natur-seide zu verdrängen oder nicht.
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Zu unseren Bildern.
Unter und Mutter zugleich.
Noch nicht gar lange ist es her, dah man die treubesorgte,gute Mutter nach schwerer, hoffnungsloser Krankheit hinausge-tragen hat auf den Ruheplatz der Todten. Die ungewohntenAnstrengungen, welche ihre Krankheit den schwachen schulternder jugendlichen Tochter aufgebürdet, die schlaflosen Nächte,welche dieselbe am Bette der theuren Kranken zugebracht, derununterbrochene Aufenthalt in der dumdfen Luft der Kranken-stube und schließlich der namenlose Schmerz über den unersetz-lichen Verlust, haben sie selbst aufs Krankenlager hingestreckt.Der Vater, mehr gewohnt, im wilden Wintersturme draußendes Waldes unwirsche Gesellen zu fällen, als zarte, krankePflänzlein zu Legen und zu pflegen, reicht ihr besorgt in dasAuge blickend, aus dem ihm das Bild der Mutter entgegen-strahlt, mit schwieliger Hand die kühlende Milch. Er ist jetztVater und Mutter zugleich und wird es dem theuren Kinde,dem einzigen Kleinod, das ihm noch geblieben, an nichts fehlen
lassen, bis es wieder gesund geworden, die Stelle der Hausfrauübernehmen und ihm seine Liebe vergelten kann.
Gadltngen.
In Nr. 39 des Unterhaltungsbl. vom Jahre 1896 gaben wirein Bild von Gablingen mit geschichtlichen Notizen, auf welchewir auch für das vorstehende sehr gelungene Bild verweisen.
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Goldköruer.
Es gibt nur ein Glück: die Pflicht!
^ Nur einen Trost: die Arbeit!
Nur einen Genuß: das Schöne!
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in AinrnlkvrK.
Wir theilen hiermit 6is äritts Dartie aus äiessm Nsistsr-lurniere mit. (Kaehäruclc verboten, 6a äas Recht 6er Dubli-eation von äsm 8chacheluh Kurnber" vorbehalten rvuräe. D.R.)
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KnmsrlcunA. Diese Dartis ist bis in äis kleinstenDetails ant 6as exakteste änrobgelührt.
K. Dolmann.
Lohrvare am 8u^s.
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