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Geschäft durch den Erwerb und Umbau einer in un-mittelbarer Nähe am Stadtbach gelegenen Sägemühleeine wesentliche Vergrößerung. Die dort aufgestelltePapiermaschine kam im Jahre 1854 in Gang, und wäh-rend im Jahre 1849/50 die Produktion 2000 Zentnerbetrug, bestes sich dieselbe 1854/55 schon auf 6800 Zentnerfertiges Papier. Mit diesem Zeitpunkt trat die Fabrik,auch über die Grenzen Bayerns hinaus, in Wettbewerbmit der Konkurrenz. In die darauffolgenden Jahre fälltdie allmälige Herstellung einer vollständigen Neuanlagefür Sortirung, Schneiden, Reinigen und Kochen derHadern und für Lagerung der Rohstoffe. Die Wasser-räder wurden zur vortheilhafteren Ausnützung der Waffer-
das obere Werk der Haindl'schen Papierfabrik, dessenWiederaufbau sofort in Angriff genommen und in oer-hältnißmäßig kurzer Zeit ausgeführt wurde, das erste,welches in Süddeutschland, angeregt durch die Rotations-maschtnen der Maschinenfabrik Augsburg, das sogenannteendlose Papier auf den Markt brachte. Bet Ge-legenheit der Weltausstellung in Wien 1873, wo dieerste rotirende Schnellpresse den Interessenten im Betriebvor Augen gebracht wurde, war Haindl'sches Fabrikat inVerwendung. Im Jahre 1878 starb Herr Gg. Haindl,der Begründer des Etablissements. Mit ihm schied einMann aus dem Leben von hoher Begabung und seltenerArbeitskraft, der sich durch Wissen und Willen aus ein-
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kräfte durch Turbinenanlagen ersetzt, und während demursprünglichen oberen Werk im Jahre 1866 durch Auf-stellung einer Dampfmaschine vermehrte Kräfte zugeführtwurden, erhielt das Werk am Stadtbach in Folge An-kaufs eines benachbarten Anwesens eine Verdoppelungder Wasserkraft und eine zweite Turbine. Die Fort-schritte der Technik in der Papiererzeugung machten dieErstellung einer neuen Maschine und der dazu erforder-lichen Räumlichkeiten im alten Werke nöthig, und imJahre 1873 wurde dessen Einrichtung durch eine neue,breite, englische Papiermaschine mit allen Nebenmaschinenergänzt. Nach kaum vierwonatlichem Betrieb zerstörtejedoch ein großer Brand die ganze Anlage bis auf dieGrundmauern. In jene Zeit fällt die Einführung desRotationsdruckes, und trotz des Brandunglückes war
fachen Verhältnissen zu einer unabhängigen, achtung-gebietenden Stellung emporgearbeitet hat. Das Eta-blissement ging an seine beiden Söhne, Friedrich undClemens Haindl, über, welche ihm bereits in derGeschäftsleitung zur Seite gestanden waren.
Im Jahre 1879 erfuhr die Anlage durch eine neuegroße Papiermaschine und alle Hilfsmaschinen eine voll-ständige Umwandlung; gleichzeitig wurde eine Compound-Dampfmaschine von 130 Pferdekräften aufgestellt. Voneiner für den jetzigen Stand des Etablissements weit-gehenden Bedeutung ist die im Jahre 1880 in den Be-sitz der Firma Haindl durch Kauf übergangene Ehner'schePapierfabrik, gegründet 1786. Mit der Erhöhung derWasserkraft wurde sofort eine vollständige Umgestaltungder ganzen Fabrikanlage vorgenomen.