keinen Werth mehr, und dann bitte ich Dich, gib mirsie zurück."
„Wenn Du unter „dann" den Zeitpunkt verstehst,wo ich Lady Arabellas Gatte sein werde, so hast Duvollkommen Recht; bis dahin aber erlaube mir, sie zubehalten. Wir sind verwandt — wie natürlich, daß wirunsere Bilder besitzen. Ich sehe auch, daß Du nochimmer die Türkisbroche mit meiner Photographie ausder Rückseite trägst. Gib mir sie, Türkise stehen Dirnicht, ich will Dir dafür Rubinen geben mit Sir Vic-tors Bild."
Er streckte die Hand darnach aus. Edith sprangerrathend auf.
„Ich werde Dir die Bräche nicht geben und willsie behalten, so lang' ich lebe; wie kannst Du so etwasverlangend"
Er war ebenfalls aufgestanden, hatte ihre beidenHände gefaßt und blickte ihr fest in die braunen Augen.
einer Hinsicht kein übles Weib sein — eine Zierde fürdie Gesellschaft, eine verheirathete Coquette. Vor Kurzemnoch beneidete ich Sir Victor, jetzt bemitleide ich ihn."
Er wandte sich; zum ersten Male hatten Liebe undZorn sich zum Kampfe bei ihm erhoben.
Edith war auf das Sopha zurückgesunken, gedemü-thigt wie noch nie im Leben. Ihn rührte ihr Schweigen.
, Er hörte unterdrücktes Schluchzen, und sein Zorn schwand.
„O, vergib mir, Edith, ich war grausam, aber ichmußte sprechen. Es war das erste, es soll das letzte Malsein; es seien die letzten Thränen, die ich Dir erpresse."
Die Worte, welche besänftigen sollten, verletztennoch mehr.
„Es seien die letzten Thränen, die ich Dir erpresse"— in den Worten lag ein ewiges Lebewohl.
Sie hörte die Thüre öffnen, sie schließen und wußte,daß derjenige, den sie leidenschaftlich liebte, sie auf immerverlassen hatte. (Fortsetzung folgt.)
Alle Fabrik
„Lass' mich, o lass' mich!" bat sie „wenn Jemandkäme, die Dienerschaft oder — Sir Victor."
Er lachte verächtlich.
„Ja, wenn Sir Victor käme und sähe uns! Wiewenn ich ihm die Wahrheit sagte, ihm erklärte, daß Dumein bist durch die Gewalt der Liebe, daß ihm nur seinTitel und Geldrollen Dich erkauft I"
War das Rudolf Stuart? Derselbe stets sich selbst-beherrschende und leidenschaftslose Rudolf Stuart? Siehielt den Athem an; ihr Stolz wich. Hätte er es ge-wollt, sie würde jetzt Sir Victor sein Wort zurückgegebenund sich ihm gegeben haben. Rudolf wußte es, jedochplötzlich ließ er ihre Hände los und sagte in bitterem,kaltem Tone:
„Wenn ich Dich so betrachte, Edith, in DeinerSchönheit und Deiner Selbstsucht, weiß ich nicht, ob ichDich mehr liebe oder verachte. Dich heirathen? Nein,Du bist es nicht werth. Für Sir Victor wirst Du in
Die G. Haindl'sche Papierfabrik in Augsburg .
Die „Offizielle Ausstellungs-Zeitung" der Land es-Ausstellung in Nürnberg veröffentlicht einen inter-essanten Artikel über die Haindl'sche Papierfabrikin Augsburg , welchem die nachstehenden Illustra-tionen beigefügt sind. Wir entnehmen der Darstel-lung folgende Angaben von allgemeinerem Interesse:Gegründet im Jahre 1689, hatte das Unternehmen, be-sonders in Bezug auf die Wasserausnützung, mit vielerleiSchwierigkeiten zu kämpfen und konnte bis Mitte diesesJahrhunderts von keinem Besitzer dauernd zu nutzbrin-gender Frequenz gebracht werden. Das Werk kam imJahre 1848 in Konkurs und wurde nach einjährigemStillstand von Georg Haindl erworben. Mit 7 Arbeiternwurde noch im gleichen Jahre mit der Fabrikation be-gonnen, und schon drei Jahre später, 1852, erfuhr das