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Die Fortschritte auf dem Gebiete der Zellulose-herstellung, insbesondere durch dtevon Pros. Mitscherlichgemachte Erfindung der Sulfit-Cellulose, lenkten die Fabri-kation des Maschinendruckpapieres in andere Bahnen. ESfolgte daher im Jahre 1885 die Erbauung eines Cellulose-werkes. Die maschinellen Einrichtungen erfuhren daraufim Jahre 1891 wiederum eine ganz erhebliche Vergrößer-ung und Verbesserung. Die Gesammtproduktion des Eta-blissements an Papier betrug: 1819/50 2000 Ztr., 18608500 Ztr., 1870 11,000 Ztr., 1878 26,000 Ztr.,1890 70,000 Ztr., 1895 140,000 Ztr. Das Cellulose-werk erzeugt jährlich durchschnittlich 15,000 Ztr. luft-trockene Cellulose. — Zur Zeit verfügen die dreiHaindl'schen Fabriken insgesammt über 900 Pferdekräfle,bestehend in 3 Turbinen mit 4 kleineren Dampfmaschinenzum allgemeinen Betrieb und 3 großen Zwillings- und
Werk- und JllustrationSdruck erzeugt. Ferner Schreib-papiere, Stretchpapiere für Bunt-, Gold- und Silber-papiere, weiße und farbige Kartons, mittelfeine und feinstePackpapiere, Hülsenpaptere für Tüben und Cannetten.Noch in diesem Jahre gelangt im unteren Werk, densteigenden Anforderungen des Rotationsdruckes in Bezugauf Brette und Größe der Zeitungsformate Rechnungtragend, die fünfte Papiermaschine neuester, größter Kon-struktion zur Aufstellung. Vor kaum einem Menschen-alter mit 7 Arbeitern angefangen, werden heute 200Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt. Eine ^wesentlicheVergrößerung erfuhr das Etablissement durch die im Jahre1887 zu Schongau am Lech erfolgte Gründung einereigenen Holzschleiferei, die über eine Wasserkraft von1800 Pferdekräften verfügt. Zur Zeit werden mit 1300Pferdekräften jährlich ca. 200,000 Ztr. Holzstoff erzeugt.
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Haindl fche Papierfabrik in Kchongau
Compound-Maschinen als Beihilfe und vollständige Re-serve für die Wasserkraft. Im Jahre 1891 schloß sichdie G. Haindl'sche Papierfabrik der Augsburger Lokal-bahn an, deren Geleise die Verbindung mit dem staat-lichen Güterbahnhof herstellt. Der Bahnverkehr beliefsich im Jahre 1895 auf 3000 Doppelwaggons, wovon2500 Waggons mit 24^/z Millionen Kilogramm durchdie Lokalbahn und 500 Waggons per Achse von und zur,Staatsbahn befördert wurden. Mit allen Errungen-schaften der Neuzeit ausgerüstet, schreitet die Haindl'schePapierfabrik heute an der Spitze der Konkurrenz und istin Bayern das größte Institut in der Branche, das sichim Einzelbesttz befindet. Als Spezialität werden Papierefür Rotations- und Formatdrucke von Zeitungen, füralle Sorten von Bücherdruck, feine satinirte Papiere für
Die Holzstofffabrik Schongau Friedr. Haindl L Co. be-schäftigt 80 Arbeiter und wird von Augsburg aus ad-ministrirt. Die G. Haindl 'sche Papierfabrik wurde aufallen bisher beschickten Ausstellungen ausgezeichnet.
Auf der Bayerischen Landes-Ausstellung zu Nürn-berg 1882 war die Fabrik außer Preisbewerbung, daHerr Friedrich Haindl zum Vorsitzenden der Juryfür Papierindustrie erwählt war. Aus den bescheidenstenVerhältnissen hervorgegangen, gehört die G. Haindl 'schePapierfabrik heute zu den glänzendsten Namen in derAugsburger Großindustrie.
Wir erfahren soeben noch. daß dieser Firma inNürnberg der erste Preis, goldene Medaille, zuerkannt wurde.--