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Und gleichzeitig nahm er das Ohrgehänge aus seinerSchreibtischlade hervor.
„Nun, Herr Polizeidirector", fuhr der Graf fort,„es ist unnütz, daß Sie sich weiter in der Affaire be-mühen. Heute früh wurde meiner Schwester unter Cou-vert ein Brief mit der Bitte um Entschuldigung zugestellt,in welchem sich das bewußte Ohrgehänge befand. Hierist dasselbe. Wenn Sie mir nun das andere Ohrgehängeübergeben wollen, welches sich bei Ihnen befindet, sowerde ich beide meine Schwester überbringen."
Der Polizeidirector fühlte sich glücklich, daß das un-angenehme Abenteuer ein so ruhiges Ende nahm; erübergab ihm das in seiner Verwahrung befindliche Ohr-gehänge, begleitete ihn bis vor die Thür und drückte ihmsein Bedauern darüber aus, daß er sich die Mühe ge-nommen, ihn in seinem Bureau aufzusuchen.
Noch am selben Tage stellte sich heraus, daß derangebliche Graf der Dieb war und sich auf diese beispiel-los schlaue Art in den Besitz des zweiten Ohrgehängesgesetzt habe.
Herrn Claude aber hätte diese Affaire beinahe seineStelle gekostet.
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ALLexLeS.
Abriß des Goliathhausesl Aus Regensburg kommt eine fast unglaubliche Nachricht. Jedem Besucherder alten, architektonisch, hochinteressanten Stadt, dereinen Gang über die Donaubrücke gemacht hat, wird beider Rückkehr durch die originelle Brückstraße das mächtige,burgartige Gebäude mit dem zinnengekrönten Thurm undzwei kleinen, aus breiter Wandfläche vorspringendenMauerthürmchen aufgefallen fein, das neben dem Schmuckreizender, gothischer Säulenfenster das riesige Freskobild„Goliath und David" trägt. Baulich und malerischnoch fesselnder ist die Ansicht der Hauptfront gegen Sü-den am sogenannten Watmarkt, der überhaupt ein ganzeigenartiges Bild mittelalterlicher Architektur darbietet;— wie lange noch- Das Goliathhaus, eines der älte-sten der Stadt, etwa gleich alt wie der Dom, soll dem-nächst niedergerissen werden, nicht wegen Baufälligkeit,sondern um einem modernen Miethshause Platz zu machen.Und somit soll eines der vornehmsten Wahrzeichen NegenS-burgS, HauS und Bild zu« Goliath, das nicht blos inder Erinnerung des Fremden mit dem Bilde der Stadt,sondern noch weit mehr mit dem lokalpatriotischen undlokalhistorischett Empfinden jedes an seiner Heimath häng-enden NegensburgerS innig verwachsen ist, dem Zug dermodernen Zeit zum Opfer fallen. Den Inwohnern desHauses ist bereits gekündigt, und bald wird die alteDonaustadt, einst die bedeutendste Stadt Süddeutschlands »wieder eine historisch und architektonisch werthvolle Zierdeverloren haben. Pietät und Kunstverständniß scheinenganz und gar zu schwinden.
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Die Anfertigung von Drucktypen auSAluminium ist die neueste Anwendung dieses in letzterZeit zu so hoher Bedeutung gelangten Metalles. Nachlängeren Versuchen ist es nämlich (zufolge einer Mit-theilung des Patent- und technischen Bureaus von Ntch.Lüders in Görlitz ) nunmehr gelungen, Aluminium zurVerbesserung des Typenmetalls zu verwenden. Zu diesemZwecke werden dem bisher gebräuchlichen Buchdrucker-metall, welches bekanntlich aus einer Legirung von 4 Thl.
Blei und 1 Thl. Antimon besteht, 5—15 Proz. Aluminiumzugesetzt. Die mit dem neuen Typenmetall angestelltenVersuche haben ausgezeichnete Resultate bezüglich derSchärfe der einzelnen Buchstaben ergeben; auch solle«die neuen Typen im Vergleich zu den bisher gebräuch-lichen eine bedeutend größere Haltbarkeit ausweisen.
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Hlockerrruf.
Heller wird's — um dült're TannenhügelGlänzt des FrühlichtS röthlich gold'ner Schein,Säuselnd trägt der Wind mit weichem FlügelEinen Gruß von Gott durch Thal und Hain.
Fernher aber hör' ich'S lieblich schallen,
Glocken öffnen den geweihten Mund;
Bald in Andacht fromme Pilger wallenZur Kapelle tief im Waldesgrund!
Maximilian Dursch.
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6espie1t am 17. 4ugnst 1896 von 9"—11'°4,beu4s Lwisebs»Ltsinitr : IIII. L. Obsrbabnamtsoltirial Raebmann uuäHäusler vom Sebaebclud LuAsbnrA im Llubiocal:
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