Ausgabe 
(22.9.1896) 79
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graphie rc. sich nun befindet, so ist doch der nahe herr-liche Tannenwald mit seinen einladenden Spaziergängenund unerschöpflichen Heidelbeerplätzen, sowie die lohnendeAussicht vomKornhofer Bänkle" undvomSommersberg"auf einen sehr großen Theil der Alpenkette geblieben, undjeder Besucher kann in dem an drei Weihern idyllischgelegenen Bad Clevers durch eine erquickende Cur Körperund Geist erfrischen.

Quellen: Geschichte des Allgäus von vr. Baumann;Acten des katholischen Pfarramtes Grönenbach ; Intelligenz-blatt des Jllerkreises 1816 x. 447 ff.

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Zu unseren Bildern.

Prinz Ferdinand von Hourdon «nd seine Drrlobte,

Prinzessin Maria von Daqern.

Prinzessin Maria, die Zweitälteste Tochter des präsumtivenThronfolgers Prinzen Ludwig, hat sich mit dem PrinzenFerdinand,Herzog von Calabrien, verlobt. Am 6. Juli 1872 in VillaAmsee bei Lindau , der Besitzung ihres Vaters, geboren, genoßsie, gleich ihren zahlreichen Geschwistern, eine vortreffliche Er-ziehung, wie denn das Familienleben im Elternhause als muster-giltig allgemein anerkannt wird. Die Prinzessin ist geistig undkörperlich bevorzugt; sie zeichnete stcb von jeher durch Anmuth,Natürlichkeit, gewinnende Liebenswürdigkeit, vor allem aberdurch rührende Herzensgüte aus. Zu Idealen neigend undvon Wissensdrang beseelt, erwarb sie sich hervorragende Kennt-nisse auf dem Gebiete der Litteratur, der Kunst und besondersder Gesckichte: sie beherrscht fast alle neuern Sprachen, zeichnetund malt mit auffallender Begabung und hat im Klavierspieleine Fertigkeit erlangt, die weit über den gewöhnlichen Dilettan-tismus hinausgeht. Dabei zeigten sich stets als Grundzügeihres vorzüglichen Charakters schlichte Einfachheit, Frische derAnschauung und Streben nach Wahrheit. Bereits von frühesterJugend an körperlich abgehärtet, ist die schlank und elegantgewachsene, holdselia erblühte Prinzessin eine tüchtige Touristinund erklärte Freundin des Schwimm- und Rudersports. KeinWunder, daß die so glücklich Veranlagte nicht nur im Eltern-haus- sozusagen auf den Händen getragen, sondern auch vonallen, die ibr nahe stehen, geliebt und verehrt wird. ErbprinzFerdinand Pins von Sizilien , wurde am 25. Juli 1869 zuRom geboren. Er ist der Sohn des Grafen Alfons von Caserta,eines Halbbruders des Königs Franzll. von Sizilien . Nach dem vorzwei Jahren erfolgten Tode dieses Fürsten nahm Prinz Alfonsalle Rechte und Titel des Verstorbenen für sich in Anspruch,erklärte jedoch, vorläufig den TitelGraf von Caserta" führenzu wollen. Durch seinen vor elf Jahren verstorbenen Oheim,den Grafen Ludwig von Trani, der die Prinzessin Mathildevon Bayern als Gemahlin heimgeführt hatte, ist der Bräutigam,der in spanischen Militärdiensten steht, bereits mit dem Wittels-bacher-Hause verwandt. _

Prinz Max. Herzog zu Dachse«.

Durch die am 26. Juli d. I. in der Schutzenaelkirche zuEichstätt von dem apostolischen Vicar des Königreichs SachsenBischof vr. Wahl an dem Prinzen Max, Herzog zu Sachsen,vollzogene Priesterweihe in Verbindung mit der Primizfeier desprinzlichen Priesters in der Josephinen-Stiftskirche zu Dresden am 1. August ist eine Angelegenheit zum Abschluß gekommen,über die seit 1893, in welchem Jahre Prinz Max aus freienStücken den bunten Rock des Ulanenoffiziers mit dem schmuck-losen Kleide des Priesterseminarzöglings, die freundliche Gar-nison Oschatz mit den stillen klösterlichen Räumen von Eich-stätt vertauschte, gar viel geredet und geschrieben worden ist.Bei der Priesterweihe des Prinzen Max von Sachsen warenauch sein Vater und seine Geschwister zugegen, an der Feierdes ersten heil. Meßopfers betheiligten sich außer diesen seinennächsten Verwandten und den ersten katholischen Geistlichen desKönigreichs Sachsen auch das sächsische Königspaar, sowie dieBischöfe von Eichstätt, Frhr. v. Leonrod, und von Straßburg ,vr. Fritzen; jener hatte den Prinzen zum Priesterberuf vorbe-reitet, dieser war der Religionslehrer seiner Kindheit gewesen.Die Festvredigt bei letzterer Gelegenheit hielt der Dresdener Bischof vr. Wahl, dem seinerzeit der Prinz die erste Mitthei-lung davon gemacht hatte, daß er in den Dienst der Kirche

einzutreten Willens sei. Der Vater des Prinzen Max, Prinz-Feldmarschall Georg, war vom ersten Augenblick an mit demVorhaben seines Sohnes einverstanden, und der Papst hattedazu im August 1893 seinen Segen gesandt. Am 28. August1893 erhielt Prinz Max vom Bischof Frhrn. v. Leonrod zu Eichstätt bereits die Tonsur. Die hervorragenden Theologen von Eichstätt so sagte Bischof vr. Wahl in seiner Festpredigt fanden garbald, dast dem jungen Wettiner alle Eigenschaften die demPriester nöthig sind, soll er in Segen wirken, in hohem Gradeeigen waren, unk bei der Primizfeier in Dresden verlieh ihmnun der Festprediger unter Hinweis darauf, daß er sich selbstnach absolvirvm Studium der Rechtswissenschaften an derLandesuniversität Leipzig bereits den Doctortitel erworben, denEhrentitel eines voetor wissriooräiao: das sei ein Lehrer undMeister der Barmherzigkeit! Das Priesterkleid, das Prinz Maxtrug, als er in der Josephinen-Stiftskirche zum ersten Mal dieheil. Messe celebrirte, hatte ihm Königin Carola eigenhändiggestickt. Das Wort aber. das Bischof vr. Wahl am Schlußseiner Predigt dem jungen Priester mitgab auf seinen fernermLebensweg und als Leitstern des selbstgewählten Berufes, lau-tete:Und nun ziehen Sie hinaus und üben Sie mit Mildeund Umsicht, nicht mit Härte Ihr Amt!" Prinz Max stehtnun, wie j der andere Priester, im Dienste der heiligen katho-lischen Kirche und ist bereits segensreich in der SeelsorgernLondon thätig. _

Der letzte Dill.

Sternenhell ist die Sommernacht,

Und es spielt der MondenscheinAm Brombeer hin, der überdachtDer Felsen nacktes Gebein.

Ein Geist geht um in der Sommernacht,iAhnend zittert das Laub.

Silberblitze werden entfacht,

Wo der Huf aufwühlt den Staub.

Ein Reiter zieht in stillem Trab ^

Wobl über das Heidemoor.

Walküren schweben hinab, hinabUnd locken die Seele empor.

Gleich wie ein Regen von BlüthenschneejRieselt des Mondes Licht.

Der Rei'er starrt in wildem WehIn ein mondfahl Leichengesicht.

Deiner Wange Rose glühte so warm,

Der Sieg zur Seite dir ging,

Stolzliebliche Maid dir ruhte im Arm,

Hell blitzte dein Panzerring.

O Todeswunde, du Nordlicht roth!

O Welt, du Wüste von Eis!"

Er küßte den Sohn, und der war todt.

Mit dem Tod ritt heim der Greis.

Karl Bleibtreu .

Kreuzcharade.

1 2

3 4

So lang' es eine Menschheit gibt,Hat's auch gegeben 1 und 2,

Bald überschätzt, verehrt, geliebt,

Und bald in stumpfer Sklaverei.

3 4 ist als Befehl gemeint,

Auch nennt es einen Menschenfreund.

3 2 sei, wo die Noth ist, gern.

4 2 verräth des Fasses Kern.

1 4 wiegt sich auf starken SchwingenWeit über 2 3, Thäler, See'n;

Willst 3 14 nach Haus du bringen,Mußt in's 3 4 3 oft du geh'n.

Auflösung des Aritbmogriphs in Nr. 78:

LisbuLn. Inn, Lahne, Dann, 4.sien, Lahn , Nase.

--SÄ888SS-