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dazu Zobelklaue, Zobelkopf, Zobelkehle, Zobelseite ver-wendet) gilt als das allerleichteste und somit zu stoff-reichen Pelzen geeignetste. Seit zwei, drei Saisons hatsich die Mode eingebürgert, die kostbaren, an der Außen-seite aus Zobel gefertigten Mantel und Capes mit denlose herabhängenden Schweifen des Thieres zu schmücken,was weniger geschmackvoll als originell erscheint. Höch-stens als Franse kann man die sonderbare Zier geltenlassen. Zobel ist der vornehme Stroßenpclz xar sxoel-Isuov, erfreut sich aber auch zum Besatz eleganter Toilettengroßer Beliebtheit. In schmalen, rundgebogenen Streifentragen ihn die jüngsten Mädchen zu hellen Tuchkleidern.Wundervoll hebt sich sein warm getöntes Braun vonperlweißem, goldgesticktem Atlas ab, sowie von purpur-rothem, grünem oder lila Sammt. Der amerikanischeZobel ist bedeutend billiger als der sibirische, wird auchentsprechend geringer bewerthet.
Im Rangefolgt nun derSilberfuchsoderderBlau-suchs, kost-bares Rauch-werk, dasjugendlichenErscheinun-gen angemes-sener erscheint,als der ernst-haft aus-sehcndeZobel,aber gleichihm nur gold-gefülltenHän-den erreichbarist. Auch derSeeal (Biber-seehund ausAlaska),dieserseit Jahren sobeliebte undgesuchte Pelz,ist noch ziem-lich theuer.
Er gleichtprachtvollemHochflor-
Seidenplüsch von tiefbrauner Farbe und ist kurzhaariger, alsdie übrigen edlen Pelzsorten. In Folge dieser Eigenschaftist er besonders zu eng die Gestalt umschmiegenden Jackenund Paletots geeignet. Auch wird er von Damen fürFahr- und Reisepelze bevorzugt. Man stellt ganze Ul-sters, Kaisermäntel und Rotunden daraus her, auch dasFutter vornehmer Herrenpelze. Etwas Weicheres,Schmeichelnderes als Seal kann man sich kaum vor-stellen, und etwas Einfacheres auch nicht. Er gehört sorecht der Jugend.
Sehr begehrt ist der hochmoderne Astrachan nebendem sich immer noch in der Gunst behauptenden Per-sianer. Der Letztere gleicht dichtgelocktem Nege'haar, derErstere sieht aus wie das Fell eines edlen, hingemordetenNeufundländers. Aeußerst apart und fesch nimmt sichein Bolerojäckchen aus Astrachan mit malerisch weitenAermeln zu hechtgrauem oder russischgrünem Tuch aus.
Der Nerz, das dem Zobel ähnlichste, aber be-deutend vulgärere Pclzwerk, ist augenblicklich ebenfallssehr beliebt und wird gleich seinem kostbaren Doppelgängervielfach mit Schweifen garnirt.
Als eine hervorragende Pelzsorte gilt der Biber.Sein etwas buschiges Haar ist lichtbraun und kurz.
Auf der spiegelnden, gefrorenen Fläche macht dem'Biber freilich der so beliebte und kleidsame Chinchilla (Haselmaus) Concurrcnz. Er ist ziemlich theuer, da-bei nicht praktisch; denn das silberschimmernde Grau, daser ausweist, und das wie mit Schnee bestreut erscheint,färbt sich während des Tragens gelblich.
Wer ein Pelzwerk von kräftiger Eleganz, das neben-bei fast unverwüstlich ist, erwähl n will, der sei auf denSkunks (Bär) hingewiesen. Zu Herrenpelzen äußerstbeliebt, hält er sich seit Jahren in der Gunst für ein-fachere Confection, für Muffe, Kragen und besonders für
Boas, wozuauch der ele-gante Mardersich vortreff-lich eignet.
Die weiter-hin in Be-tracht kom-menden Pelz-werke sindnicht theuer,zum Theilaber hervor-ragend kleid-sam. Es sind:grauer Krim-mer, Wasch-bär, Luchs,Goldfuchs,Iltis, Kasto-rette, Bisamund Kanin.Das Färbendes Letzterenhat eine ganzeIndustrie her-vorgerufen.Weißer Kaninist für dieKleinen und
Kleinsten beliebt. Der Febpelz einfach grau, sowie weißgrau,kommt nur zu Futterzwccken in Betracht. Milliardender kleinen Fehthierchen müssen alljährlich ihr Leben lassenfür die Eleganz und das Wohlbefinden der Damen.
Besonderer Erwähnung als pompös aussehendesFutter und Garnirung für raantsanx äs dal verdientnoch das langlockige, weiße Fell des Thibetschafes.Wie aus Schneeflocken zusammengeweht erscheint dieserPelz. Er ist in allen Farbcn-Nuancen bis zum tiefenSchwmz hinab zu haben, obgleich es sonst das löblicheBestreben der Pelzhändler ist, keine gefärbte Waare inden Handel zu bringen. Bei den ganz billigen Sortenläßt sich das freilich nicht vermeiden. (Luz. Vaterld.)
Sega«.
Vriginal-Aufnahme von Gustav Baader, Photograph in »rumbach. lvervielsLltigungireiht vorbehalten.;
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