680
dagegen in Schutz und sagt, derlei Schandthaten übe derStein-Adler viel eher aus, und dessen Angriffe aufMenschen würden nur aus Unkenntnis dem Lämmer-geier zugeschrieben. Es ist ja möglich, daß der be-kannte Forscher Recht hat; ich kann aber doch nichtumhin, hier aus einem sonst gut redigirtcn Blatte einpaar Geschichtchen folgen zu lassen, die von dem versuch-ten Menschenraub«: des Lämmergeiers erzählen und aus-drücklich diesen Vogel als den Bösewicht angeben. Also:„Bei Neichenbach — das ist im Canton Bern — über-fiel vor nicht langer Zeit ein Lämmergeier im Gebirgeinen halberwachsenen Knaben. Der gewaltige Vogelstürzte auf den Jungen los, warf ihn zu Boden, packteihn mit den Krallen, schlug mit den Flügeln auf denArmen los und begann mit dem Schnabel seines OpfersKopf zu bearbeiten. Der kräftig gebaute Junge wehrtesich nach Möglichkeit gegen den Räuber, wäre aber wohlohne Zweifel verloren gewesen, wenn sein Jammergeschreinicht eine in der Nähe arbeitende Frau herbeigelockthätte, bei deren Annäherung sich der Vogel davonmachte.Der Knabe hatte drei tiefe Abschürfungen am Hinter-kopfe davongetragen, und auf Brust und Seite sah mandeutlich die Krallengrisfe als blaue, zum Theil blutige Flecke."
Weiter: „Daß der Lämmergeier selbst den Kampfmit Männern nicht scheut, möge folgender Vorfall be-weisen: Im Gebirge von Schubers (Bünden) führteein Bauer sein Vieh zur Tränke, als plötzlich einLämmergeier auf einen einjährigen Ziegenbock herabstießund denselben mit sich fortzutragen versuchte. Schnelleilte aber der Besitzer herbei und hieb mit einem Prügelauf den Räuber ein. Dieser ließ die Beute los, wandtesich aber nun gegen den Angreifer und schlug ihn mitfeinen Flügeln so um den Kopf, daß dem Bauern derMuth entsank und er die Flucht ergriff, worauf der sieg-reiche Vogel den Bock abermals packte und durch dieLust mtfübrte."
Zu guter Letzt null ich noch eine kleine Notiz ausder „Neuen Bündner Zeitung" vom 24. Juli ds. Js.reproduciern. Es heißt da: „In einer steilen Felswandder Alp Starlera bei Jnnerserrara hatte Wildhüter Con-rad vor einiger Zeit ein großes Ablernest erspäht. MitHilfe Herbeigerufener Männer und langer starker Strickekonnte dem abgelegenen Horste ein junger, etwa 4 Wochenalter Stein-Adler enthoben werden. Obwohl noch nichtflügge, zeigt das Thier seine wilde Natur bereits mit drohendenGeberdcn, so daß sich kein Hund in seine Nähe wagt."
Kekadikilrrlt.
tLUs ireodto vordodaltoll.)
6«8eli!elitv «les 8el»nelr8x»rok8.
II.
degenüber gissen sagenhaften indischen Kraäblungen bs-sitaon wir als Beweis dafür, «lass ctie descbicbto des Schach-spiels sollen in die ältesten leiten aurückreicbt, tliatsäelilioliZeugnisse in der arabischen und persischen Literatur, answelchen hervorgeht, dass gegen Knde dos ersten dabr-tausends nach Obristi doburt nicht mir schon einsriemiieb umfangreiche 8oha.chlitsra.tni' vorhängen war,kontiern die Wertigkeit einzelner namhafter Spieler sich sogarbis aum Lpiel aus 6ein dedäehtnissv erhob nnä viele l»o-riiknitv kürzten krennde dos edlen Spieles waren. 8ostellt lest, dass unter der Regierung des Königs Oosrossdes 6 rossen, welcher im d^nro 570 nach. dbristus starb,das Scliaeb den kürzern bereits bekannt war. Diese habendie Kvnntniss des Spiels wolil zweifellos von Indien aus er-halten, von den Lersern ist ei dann auf ihre Ileberwinder,
die Lraber (kloslems) übergegangen, und diese haben es als-dann hinwiederum ant ihren Krobsrungsaügen dem äbend-lands mitgetheilt. Von fürstlichen dünnern des Lpiols unterden Trabern ist der Kalif illntasii» Ilillab au nennen,welcher von 833—812 au Bagdad residirte. Diesem schaob-kreundliehsn Dürsten wird die nachfolgende äufgabe an-geschrieben, welche sieb in einer arabischen Handschrift vor-fand, die der verdiente Oi-ientkorselier Duiica» Korbesentdeckt und im dabre 1860 au Dondon veröffentlicht bat.IVir küdron diese älteste bekannte Sohnohaukgabe nach-stehend unseren Dessrn vor, nebst den aur Dösung erforder-lichen ängaben über die damals gebräuchliche Lpielweise.Kutgabe dir. 2.
Von dem Kalif klutasim Lillak au Bagdad 833—842nach dbristus.
Lcbwara.
X R 0 D L ? 6 II
'»M
lVoiss.
In vorstehender Ltellnng sieht VIoiss an undgibt in höchstens neun Aügov matt.
KL. Bei der Dösung sind folgende Unterschiede deraltertliünilicliv» dangart der Steine, gegenüber der jetztgebräuchlichen, au beachten:
1) Die Dame konnte im arabischen Leliaeb nur schräg,und awar nur in das unmittelbar nächste Leidrieben, hatte also von allen Ofilaieren den be-schränktesten dang, a. L. Ddü nach 06, ekl, e4, e4.
2) Der Dänfer durfte im alten Lpiel nur drei Beiderin schräger Richtung durobmesson, dabei jedocheine daawisclisn stehende Bigur überspringen, alsovon ei nach o3 oder a3 (über b2 hinweg).
3) Die übrigen Biguron König, lbnrw, Springer undLauer konnten sieb damals bereits bewegen, wiees beute geschieht, doch war die Rochade nochunbekannt, und musste jeder.Lauer, sobald er dasletato Leid erreichte, aur Dame werden, gleichvielob dieselbe noch im Spiele war oder nicht, äuobdurfte der Lauer stets nur einen Schritt, also vone2 nach o3, machen.
(kortsotaüng dieses Abschnittes in 14 lagen.)
r»ris <I«i 8eilneliw«lt.
8tr>,nd dos llleistei-lnrnivi 8 an Budapestnach der IX. Runde vom 17. Oktober I8S6.Rillsburr)' j-6'/z,lVinawery6'/z, Obarousek 15'/,, lsobigorin fö'/z.älbin -j- 5, LIaröcax p 4'/,, dannowskx f 4, lValdrodt j- 4,Schlechter p ö'/„ Dr larrasch s 3'/„ Nareo p 3, Dr. Koaf2,v. Lopiel p 1. — Die Dorren älaxin und ülakowota habenbei Beginn des lurniers ihre lbeilnabme wieder aurück-gerogen. — Luserlesene Lartien von diesem lurnier folgendemnächst.
Die Kamen jener Schaebkrounds, welche unsere Endspielsund Broblcme richtig lösen sowie die Lösungen innerhalbdrei lV »oben einsenden, werden stets an dieser Stelle vor-vlköutlioht.
ä.IIes auf das Scbach Leaügliobo ist ausnahmslosau adressiren: ,.5n die Redaction dos äugsbnrgei'Sebkolt«blatt — dnkv ängustu — ängLbui-g." "UM