Die katholische Stadtpsarrkirche und StadtpsarreiNeu-Ulm .
(Mit Illustrationen.)
In Folge der im Jahre 1807 eingetretenen Terri-tortal-Aenderungen zwischen der Krone Bayern und derKrone Württemberg wurden die am rechten Donau-Uferwohnenden Katholiken der Gemeinde Neu-Ulm und Um-gebung der katholischen Pfarrei Burlafingen einverleibt.
Angesichts der stets wachsenden Bevölkerung und derdurch den Bestand der Bundesfestung Ulm herbeigeführtenGarnisonsverstärkung haben die Bischöfe von Augsburg die Errichtung einer eigenen Seelsorgestation in Neu-Ulm angestrebt, und Beiträge der kgl. Staatsregierung,des Kretsfonds und der Rentenüberschüsse katholischerStiftungen der Diöcese Augsburg machten es möglich,eine katholische Kirche in romanischem Stil zu bauen. DieGrundsteinlegung zu dieser Kirche erfolgte am 13. Juni
von Augsburg , und erster Stadtpfarrer wurde der ehe-malige Expositus und nunmehrige Domdccan Dr. Joh.Wolf in Regensburg .
Leider ist jetzt die Stadtpfarrkirche viel zu klein undder Seelsorge mit Stadtpfarrer und einem Hilfsgeistlichennicht genügend Rechnung getragen, da die Zahl derKatholiken über 5000 Seelen mit Militär sich erhöht hat.
Auf dem katholischen Kirchenplatze wurde den imFeldzuge 1870/71 Gebliebenen des kgl. bayer. 12. In-fanterie-Regiments ein Monument Anfang der 70 erJahre errichtet und in der katholischen Stadtpfarrkircheeine Gedenktafel zur Erinnerung an die in Neu-Ulm heimathberechtigten und im Kriege gefallenen katholischen Militärs angebracht.
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Katholische Kirche und Krieger-Denkmal in Neu-Ulm .
Original-Aufnahme von Gustav Baader Photograph in Krumbach. sDervielfältigungsrecht vorbehalten)
1857, am Feste des hl. Antonius von Padua . Vollendetwurde der Bau bis zum 26. November 1860, so daß nachvorangegangener einfacher Benediction am 28. November,als am Geburtsfeste Sr. Majestät des Königs Max II.,der erste feierliche Gottesdienst gehalten werden konnte.
Da nun die katholische Bevölkerung Neu-Ulms dieZahl von circa 1800 Seelen mit Militär erreicht hatte,wurde durch Allerh. Rescript vom 10. April 1861 dieErrichtung einer eigenen Pfarrei genehmigt, und lautUrkunde des hochw. bischöfl. Ordinariats Augsburg vom19. Juni 1861 erstreckte sich dieselbe auf die Katholikender Stadtgemeinde Neu-Ulm , der Ortschaften Pfuhl undOffenhausen und mehrerer Höfe an der Jllerbrücke, welchevon der Pfarrei Burlafingen abgetrennt wurden und fort-an den Sprengel der neuen Stadtpfarrei bildeten.
Die Consecration der Stadtpfarrkirche erfolgte am18. Mai 1862 zu Ehren des hl. Johannes des Täufersvom Hochw. Herrn Bischof Dr. Pancratius von Dinkel
Zu unseren Bildern.
Erika Medekind.
die hochgefeierte Hofopernsängerin in Dresden , einer der glän-zendsten GesangSsterne, die je am musikalischen Himmel auf-gegangen sind, ist hier in Augsburg keine unbekannte Persön-lichkeit mehr. Schon im Vorjahre hat die gottbegnadigteKünstlerin, die in Lenzburg, Kanton Aargau in der Schweiz ,das Licht der Welt erblickte, in einem Kaimconcerte sich dieSympathien des hiesigen Publikums in einem Maße erworben,wie es wohl noch keiner anderen Sängerin vor ihr gelungen ist.Am letzten Donnerstag sollte sie im hiesigen Stadttheater als„Regimentstochter" auftreten, telegraphirte aber ohne Angabevon Gründen in letzter Stunde ab. Frl. Wedekind besitzt einehöbe, in allen Registern ausgeglichene Sopranstimme, die inallen Tonlagen leicht anspricht und in jedem Tone sicher undrein einsetzt. Sie trillert mit einer Virtuosität, die besondersbeim Pianissimo wahrhaft verblüffend ist; sie schmettert ganzeTrilleiketten neben perlenaleick gebrachten chromatischen Läufenheraus, verschleift geschmackvoll die Ein,eltöne, versteht das An-und Abschwellen der Stimme und der lang vorhaltende Athem-zuge steht ihr zu Gebote. Und wie weiß die bescheidene Erika