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eben einen Theil gelesen haben, ist in der Absicht ge-schrieben, die Gefährlichkeit deZ Giftes in weiteren Kreisenbekannt zu machen. Ein stärkeres Gift ist, wie ich so-eben bemerkte, nicht bekannt. Schon das Einathmenverursacht plötzlichen Tod, und die Herstellung desselbenkann bei Außerachtlassung gewisser Vorsichtsmaßregelnverhängnißvoll werden."
„Würde das Opfer leiden?" fragte er plötzlich.
«Nein, der Tod würde augenblicklich eintreten."
„Und Sie haben dieses Gift wirklich gemacht,Mchrist?"
„Ja, vor einigen Tagen ganz zufällig, wie meinArtikel erklärt."
„In der That, dieser Gegenstand ist interessant",sagte Carroll — bei diesen Worten ließ er sich in dennächsten Stuhl fallen. „Es gibt Momente", fuhr erfort, mich mit stechenden Augen ansehend, „es gibt Mo-mente im Leben, wo die Giftsrage eine fascinirendeWirkung auf den Menschen ausübt."
„Ich hoffe, daß in Ihrem Leben ein solches Mo-ment nie erscheinen wird", sagte ich, ihn ernst anblickend— seine Augen vermieden, den meinigen zu begegnen —er schlang seine Hände fest ineinander.
„Nun, um zu meinem Anliegen zurückzukommen",sagte er, — „ich kann mich wegen dieses späten Be-suches nicht entschuldigen — meine Gemüthsverfassungund weine Lage stehen über aller Entschuldigung. Ichbin heute Abend hierhergekommen, um Sie um Rath zufragen."
„Wenn ich Ihnen dienen kann, lieber Freund, mitgrößtem Vergnügen."
„Sie sehen vor sich den unglücklichsten Menschen inder ganzen Christenheit."
„O, kommen Sie", sagte ich, „so schlecht kann eSnicht stehen."
„Sie wissen alle? über Lady Pamela und wich?"
„Ja, Carroll, ich kenne die Geschichte. Ich braucheSie nicht zu versichern, daß ich Sie bemitleide — Siehaben jetzt gerade eine harte Zeit zu überwinden, aberglauben Sie mir —"
„Ich kann jetzt keinen Trost anhören", erwiderteer, weine wohlgemeinten Worte unterbrechend. „ES istbesser, wenn ich gleich zur Sache komme. Diese Heirathdarf nicht abgeschlossen werden, das ist meine Absicht."
„WaS wollen Sie damit sagen?"
„Pamela Crossthwaithe wird Kapitän Mainwaringnicht heirathcn."
„Sie sind nicht bei Sinnen!" rief ich aus. „Wiewollen Sie diese Heirath verhindern?"
Er lachte gezwungen.
„Ich habe heute Abend einen Hemmschuh an dasGlücksrad des vrrd— Kapitäns gelegt", sagte er. „Ichhabe Pamela einen Brief gegeben, der ihr wenigstenseine qualvolle Nacht bereiten wird."
„Sie thaten sehr unrecht daran."
„Ich bin nicht Ihrer Meinung — ich wünsche sievor dem größten Unglück, welches über ein Weib herein-brechen kann, zu bewahren. Im besten Falle ist eineHeirath etwas Entsetzliches, aber an den unrechten Mannverheirathet sein, ein Marterleben."
(Fortsetzung folgt.)
AliekLer«
Schwedens Reichthum. In keinem anderenLande EnropaS liegen noch so ungeheure Naturschätzeunbenutzt, wie in dem nördlichen Schweden , in der Pro-vinz Norrland, welche bis über den 69. Grad hinaus-reicht. An Umfang nimmt diese Provinz fast den viertenTheil von Schweden ein, aber sie ist nur bewohnt vonreichlich 100000 Menschen, darunter etwa 4000 Lappenund 19 000 Finnen. Der Schwede nennt Norrland daS„Land der Zukunft", und das mit Recht; denn außerden ungeheuren Waldstrecken findet sich hier ein uner-meßlicher Reichthum an Eisenerz, von welchem zur Zeitnur ein verbältnißmäßig geringer Theil benutzt wird,indem die meisten ausgedehnten Erzlager noch der Bear-beitung harren. Die Bedeutung dieser nordschwedischenErzlager ist um so größer, als Aussicht vorhanden ist,daß das Eisenerz, welches sich bisher in reichlicher Mengeauf dem Weltmarkt zeigte, wahrscheinlich nur noch etwa20 Jahre aus den bisher benutzten Lagern gewonnenwerden wird. Wenn diese Zeit vergangen ist, dannwird die Ausnützung der Eisenlager in Schweden mög-licherweise eine Nothwendigkeit werden. Die einzige großeEisengewinnung, welche in diesen Gegenden von Schweden stattfindet, stammt aus dem berühmten Eisenberg zu Ge-livara, dessen Inhalt auf weit über 300 MillionenTons Eisen geschätzt wird. Wenn man den jährlichenVerbrauch auf etwa 600,000 Tons veranschlagt, so würdedieser Berg also für ein halbes Jahrtausend ausreichen.Die Ausnutzung der Eisenlager zu Gelivara ist erst mög«lich geworden, nachdem die lange Eisenbahn von Gelivaranach Lulea gebaut worden ist, denn auf dieser wird daSEisen nach Lulea tranSportirt und geht von dort inSAusland. Im verflossenen Jahre wurden nur 400 TonSexportirt, aber in diesem Jahre wird der Export einweit größerer sein. Gelivara ist übrigens nicht der ein-zige bedeutende Eisenberg in diesen Gegenden. Hierfinden sich außerdem Luossavara und Kirunavara, welch,nach den stattgehabten Berechnungen jährlich Ift? Millionen TonS liefern können. Wenn man, niedrig geschätzt, den Ertrag von Gelivara, Luossavara und Kirunavara auf 2 Millionen TonS veranschlagt und den PreiLpro Tonne mit 7 Kronen annimmt, so ergirbt sich ein»jährliche Einnahme von 14 Millionen Kronen oder dreimal so viel, wie sich der Ertrag gegenwärtig stellt. Indem nördlichen Schweden findet man übrigens nicht alleinEisen, sondern auch Blei, Kupfer, Gold, Platina u. s. w.
Selbstverständlich. Vetter: ..Na, und
was macht der Mann?" — Junge Frau: „Lieber Vetter,welche Frage, doch immer was ich Willi"
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Vom Katheder. ...... Die AuSnützung der
Dampfkraft war unseren Ahnen noch ein mit siebenSiegeln verschleiertes spanisches Dorf."
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