Ausgabe 
(11.12.1896) 102
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kantigen Feuerstein derart rasch ab, daß durch die ge-schwinde Bewegung des ersteren und die schneidendenSteinkanten kleine Splitterchen von der Fläche des Stahlesabgehoben werden. Diese werden nun durch die Reib-ung derartig erhitzt, daß sie als glühende Funken her-unterfallen und den Zunder (meist Feuerfchwammgekochter und mit Salpetersäure behandelter Baumpilz)zum Glimmen bringen. Zu den Feuererzeugern gehörenferner die Brenngläser und Brennspicgel, die schon denalten Traciern bekannt gewesen sein sollen. In Deutsch-land sind sie seit dem 13. Jahrhundert gebraucht worden,erlangten aber erst im letzten Viertel des vorigen Jahr-hunderts in Folge billigerer Herstellung eine allgemeinereVerbreitung, um indeß schon bald durch die chemischenFeuerzeuge verdrängt zu werden. Fürstenberger in Basel erfand 1780 das elektrische Feuerzeug, bestehend auseinem Gefäße, worin aus Zink und verdünnter Schwefel-säure, Wasserstoffgas entwickelt wurde, das sich durchden Funken eines Elektrophors in dem Augenblicke ent-zündete, da es nach Umdrehung eines Hahnes aus einerfeinen Qeffnung hervorströmte. Diese Flamme entzündetedann den Docht eines an der Maschine angebrachtenWachsstockes. Viel vollkommener war das Döbereiner'schePlatinfeuerzeug, das eine große Verbreitung fand undvielleicht wohl noch von einzelnen unserer älteren Leserbenutzt worden ist. Der Professer der Chemie JohannWolfgang Döbrreiner machte im Jahre 1832 die Ent-deckung, daß Platinaschwamm brennbare, mit athmosphä-rischer Luft oder Sauerstoffgas gemengte Gasarten zuentzünden vermag, wobei er selbst in's Glühen geräth,und benutzte daL zu einer sinnreichen Modifikation derelektrischen Zündmaschienen. Das bereits gegen Endedes vorigen Jahrhunderts von Dumontier erfundenepneumatische Feuerzeug bestand aus einer starken, untenverschlossenen Glasröhre, worin sich ein Kolben luftdichtauf- und niederbewegte. Im Raume unter dem Kolbenbefand sich ein Feuerfchwamm. Stieß man nun kräftigden Kolben gegen den Boden der Röhre, so wurde durchdie plötzliche Kompression der eingeschlossenen Luft so vielWärme erzeugt, daß der Feuerfchwamm sich entzündete,mit dem man alsdann einen Schwefelspan oder die Pfeifeanzünden konnte. Bet den Dayaks auf Borneo findetman pneumatische Feuerzeuge aus Bambus; nach Bastiansind solche auch in Birma im Gebrauch. Vorläuferunserer Zündhölzchen waren die um 1820 ziemlich all-gemein gebräuchlichen Tunk- oder Tauchfeuerzeuge, dieauf der, 1806 von Berthollet gemachten Entdeckung be-ruhten, daß bei der Zersetzung von chlorsaurem Kaliund Schwefelsäure zugleich anwesende brennbare Körpersich leicht entzünden. Dadurch kam man auf die Her-stellung eines Feuerzeuges, das außerordentlich beliebtwurde und dies bis zum Siege der Phosphorfeuerzeugeauch blieb.

NaheVerwandtschaft.KennenSie dieseDawc?"Freilich; sie ist ja mit mir verwandt."Wiesodenn?"Nun, sie ist die Kaffeeschmester meiner Frau."

Erklärt. Frau:Was machst Du für ein bär-beißiges Gesicht?" Mann:Entschuldige, das wird sichgleich wieder geben ... ich habe den ganzen Tag Mahn-briefe geschrieben!"

-«cSKSs----

Der Kinderftermd.

Laßt die Kindlein zu mir kommen,

Wehrt den lieben Kleinen nicht!"

So der Herr zum Trost der FrommenNach vollbrachtem Tagwerk spricht.

Die Apostel zwar, sie wollen,

Daß die frommen Mütter gch'n,

Doch da hilft kein Ach, kein Grollen,

Jesus will die Kinder seh'n.

Und die Kinder freudig kommenZu dem lieben Kinderfreund,

Der die Kleinen heißt willkommenUnd am Herzen sie Vereint.

L. Burkard.

Der heil. Franz Xaver .

In den Notizen im Unterhattungsblatt Nr. 99 über St. Xaversind einige Unrichtigkeiten unterlaufen. Das Schloß, in demder hl. Franz Xaver am 7. April 1506 geboren wurde, heißtXaver (oder Xavier). Als der hl. Jgnatius von Loyola inPariS ankam um seine Studien zu beginnen, war Franz Xaver bereits Docent der Philosophie Seit 151.9 waren Beide Zimmer-genossen. Am 15. August 1534 legte Franz Xaver mit JgnatiuSund fünf Anderen die Gelübde ab. Daß Franz Xaver mit Jgnatiusden Plan zur Gründung der Gesellschaft Jesu entworfen habe,ist nicht richtig; dieser Plan war das ausschließliche Werk deshl. Jgnatius. In Brasilien war der hl. Franz Xaver niemalsals Missionär thätig. Er starb am 2. Dezember 1552 auf derInsel Sancian , von wo er nach China einzudringen beabsichtigte.Sein Leichnam wurde von dorr nach Malakka, dann nach Goa in Indien verbracht, wo er in unverwestem Zustand am 16. März1554 ankam Paul V. sprach Franz Xaver am 25. Okt. I61Sselig, Gregor XV. am 12 März 1622 heilig, aber erst Urban VIII. erließ am 6. August 1623 die Canouisationsbulle.

Auflösung des Ergänzungsräthsels in Nr. 101:

Glück ist wie ein Sonncnbiick;

Erst, wenn eS vergangen,

Erst in Leid und BangenDenkt ein Herz und fühlt eS klar,

Daß eS einmal glücklich war.(Greif.)

(Lllo Recdt« vorbüds.lLsn.1

Xrrelrrielrloi» an« äer Geliaelivvelt.

vorlin. Im Lebacbvereiudentrnm" gab am 8. Nov.Herr v. vardelsben eins Limultan Vorstellung. Er spielt«gleiobreitig 23 kartien, von denen er 18 Fei.vs.nn, 1 verlornnd 4 remis msckte.

IVien. Im KVettkampkEnglisob-killsbnrx wur-den slls 5 kartien remis. Die kreise bei dem im dienenIViener Lebaebklnb ansgekoebtenen knruior betrugen 300, 200,175, 150, 125 nnä 100 Eronsn. vor ausgesetzte Lporialpreisvon 50 Lronen kür äis sebönsto ksrtis wurde nwiseben denHerren Nies es nnd danowski getbeilt, navbdein dasdomitü deren kartien gegen danowski berw. Klares alsglciebwertbig eraebtete. David danowski, der erste Liegerin dem Leobsineisterkampt ist 1868 rn KValkowisk, Le-rirk 6rodno in kolon, geboren nnd lobt seit 1891 Ln karis,wo er unter der Kleistergilde des Oakü de la Regenco (dcotr,L. de Riviere, Littenkeld, i'aubenliaus etc.) eine bervorragendoLtells einnimmt. -- Der Einsatr im KVettkampk danowski-KVinawer betrug 500 Eronvu von jeder Leite, liiern kommtvom Heuen IViener Lebaebklnb ein Honorar von 60 Erouenpro knriio, nämlieb kür den dewinuer 40, den Verlierer 20Eronen, bei Remis .ledern 30 Eronen. Ver IVettkampk begannam 16. November nnd endete am 25. November rn dunstenvon danowski, der 5 kartieen gewann, wäbrond sein deineres ank 2 dewinnpartivn braebte. ver Lusgang des KVettkampkesist ein neuer Loweis dakür, dass die grössere Erkabrnng unddas gereikters Ilrtbeil des Liters keinen genügenden Ersatrbieten kür die Elasticität der dugsnd. Limon KVinawerist am 6. Llärr 1838 ?.u IVarsebau geboren, somit 30 dabrsälter als sein jngendlieber degner.

bloskau. vor bisberige Verdank desIVsttkampks»Vasker - 8 teinitr ist kür Vetrteren überaus ungünstig. L!s-ber wurden 6 kartien gespielt; bievon gewann Vasker 5,Lteinitr 0, 1 blieb remis. An dem ungünstigen Resultats