geleisteten EideS von rein politischer Bedeutung bereitet wurden,stand Bernhard unbeweglich wie ein Fels. Als endlich ain6. April 1636 durch die siegreiche Hand des Kaisers dem Klerusder Stadt seine Kirchen und Klöster wieder zurückgegeben wordenwaren, wurde Bernhard alsbald zum Abte gewählt.
wurde im Schwedeukriegc 10 mal geplündert, und alle Kostbar-keiten und wichtigen Documentc gingen zu Grunde. Die Re-ligiösen flohen und starben meist in der Verbannung; der Abtallein hielt unter allen Drangsalen im Kloster aus.
Recensionen und Notizen.
flannaris L. X. et kxlarinoo 6d. Bd,, vommeub xarls-t-on L L.tkenss? Lobo ün tzree moüsruo avso nucliotiouuairs speeial. 8" xp. 170. Voipsio, R. Ciogler,1894. Ir. 3,75 oart.
->. Die „Echos" aus dem Verlage von Gieglcr in Leipzig (bereits für Englisch , Niederländisch, Dänisch, Schwedisch, Fran-zösisch, Italienisch, Spanisch, Rumänisch, Russisch und Ungarischvorhanden) werden mit Recht den übrigen sogenannten Gespräch-büchern vorgezogen, welche durch die nebenstehende Ucbcrsetzuugeine gar zu grosse Verlockung zur Bequemlichkeit bieten; diehier befolgte Methode, zusammenhängende Unterhaltungen ohneUebersetzung zu geben, verdient entschieden den Vorzug, da manRaum erspart, das eigene Denken fördert und doch mittels desbeigegcbencn Wörterbuches die Möglichkeit gibt, Alles zu ent-ziffern, abgesehen davon, da» das selbst Gefundene besser imGedächtnis; bleibt, als das mühelos Gebotene. Nachdem schonvor einiger Zeit das griechische Echo mit griechisch-deutschemGlossar erschienen ist, besitzen wir nunmehr dasselbe auch mitgriechisch-französischem Glossar; beide Ausgaben können ange-legentlich empfohlen werden. Das Buch trifft den frischenlebendigen Gesprächston vorzüglich und ist von einem Meister(JannariS) zusammengestellt, dem wir die beste neugriechischeGrammatik verdanken. Die Schriftsprache ist zwar in griechischenBüchern und selbst in allen TagcSblätteru nahezu reines Attisch,also nach Ed. Engel „Knnstbuttergriccbisch", dem Kenner desAltzriechischcn soiort verständlich, die Umgangssprache jedoch,und zwar auch die der Gebildeten, weicht sehr bedeutend vornSchriftgrnchisch ab; so nothwendig es ist, selbe zu kennen, sogibt cö doch fast gar keine Literatur znr Uebung in derselben,und schon darum müssen wir den Verfassern für Herausgabevorliegender Gespräche dankbar sein, welche einen unentbehrlichenAnhang zu jeder neugriechischen Grammatik bilden. Der Kennerdes Altgriechischen , welcher die Athenienscr Zeitungen leichtliest, wird staunen, wie verschieden die Umgangssprache vonjenem Griechisch ist, sich aber mit Hilfe des Lexikons ganz leichthineinlesen und dafür bei einem etwaigen Ausflug ins klassischeHellas reichlich belohnt finden.
Baum gar tu er Heinr., Psychologie oder Seelen-lehre für Lehrer und Erzieher. 8°. VIII-s-132S.Freiburg i. Br., Herder, 1894. (III.) M. 1,20.
->. Das recht brauchbare Büchlein, aus der Feder einestüchtigen Schulmannes hervorgegangen, ist aus den Erfahr-ungen einer langjährigen Schulpraxis entsprungen und auchganz besonders für die Lrchulpraxis geschrieben. Vorstände vonLehrerbildungsanstalten thäten sehr gut daran, das klein: undleicht verständliche Werk bei ihren Zöglingen einzuführen, dennohne Kenntniß des Seelenlebens, wenigstens nach seinenwichtigsten Erscheinungen ist ein vernünftiger und solider Unter-richt in Pädagogik und Methodik undenkbar, welche beide ge-radezu eine angewandte Psychologie genannt werden können.Solche Kenntnisse wären unseren Schallehren!, Pardon! „Ele-mentarprosessorcn" jedenfalls ersprießlicher, als das Herum-stöbern in unverstandenen Phrasen Herbart 'scher Philosophieoder in den höheren Regionen der Physik und Chemie. Daßsich der fleißige Schüler mit dem, was dieses Büchlein bietet,begnügen soll, ist damit nicht gesagt, aber, wir meinen, es gibtden passendsten Vornntcrricht zur Lektüre größerer Werke, zuderen Verständniß allerdings die Kenntniß der lateinischenSprache fast nothwendig ist, eine Forderung, die endlich aucheinmal bei Schullehrern gestellt werden muß.
Kappes Mat., Aristoteles-Lexikon: Erklärung derphilosophischen tsrmiui tooliuiei dcsAristo-telcS in alphabetischer Reihenfolge. 8°, 70 S.Paderborn , F. Scköningh, 1894. M. 1,50.
So erfreulich es ist, daß dem größten griechischen Denkerin neuerer Zeit allmählig wieder mehr die ihm gebührende Ehren-
stellung im Studium der Philosophie zugewiesen wird, so be-dauerlich ist die Erscheinung, daß die Vorbildung, welche unsereGymnasien nach Ojährigem Drill in sprachlicher Hinsicht zugeben vermögen, ganz und gar ungenügend ist und mit fort-schreitender „Schulreform" immer noch kläglicher wird, trotzaller „klassischen" PnriSmus-Hcuchelei. Um diesem Uebelstandeabzuhelfen, hat Kappes ein sehr brauchbares Lexikon deraristotelischen Borwini zusammengestellt und reichlich mit denBelegstellen versehen, so daß sich der Anfänger aus einem Ge-biete, das ihm so schwierig und fremdartig ist. leicht orientirenkann. Die entsprechenden Ausdrücke der lateinischen Ucbcrsclzersind nicht überall angegeben, waS sehr zu wünschen wäre, wieüberhaupt das ganze Buch besser lateinisch abgefaßt wäre, nach-dem doch die Scholastik sich der aristotelischen Philosophie be-mächtigt hat und auch Trcndelenburg seine -Llemsnta, logioszaristotslioab« in Latein geschrieben hat.
k. A. v. Doß. Gedanken und Rathschläge. 9. Anfl.mit Titelbild. Herdcr-Freiburg . 1894. Preis 2,40 M.geb. 3,60 u. 5,40 M.
G Das allbekannte und allbewährtc Buch, das schon sovielen Jünglingen ein Führer zum Licht und zum edlen Lebenwar, ist in neuer, neunter Auflage erschienen. Obschon derPreis dieser Auflage um 60 Ps. ermäßigt wurde, ist sie dochebenso gut ausgestattet, wie die früheren. Der Inhalt desBuches braucht nicht mehr besonders gekennzeichnet zu werden.Möge es recht Vielen im Sturm des Lebens als treuer Freundund Berather dienen!
Lebende Bilder in religiösen Dichtungen von Jos.Hcchcr, CanonicuS. II. Aufl. Jos. Noth'sche VerlagS-handlunz, Stuttgart . I. Passionsblumen. Aus demLeben und der Verherrlichung Jesu. 8", 49. Preis 60 Pf.II. Marienrosen. Die Geheimnisse deS Rosenkranzes.3°, 62. Preis 60 Ps. III. Märzenveilchcn. Aus demLeben deS Nährvaters Christi. 8°, 32. Preis 40 Ps.o. Mit diesen drei ganz trefflichen Schristchen werden nichtnur Motive zur Vorführung lebender Bilder geboten, sonderngleichzeitig auch geeignete, stimmungsvolle Texte, die sich bnrchtiefe, erhabene Gedanken und eine schwungvolle Sprache aus-zeichnen. Es sei noch bemerkt, daß der Gesellenvercin St. Annain Müncken seinerzeit solche Bilder mit recht erfreulichem Er-folge aufführte. _
Jahrbuch für Philosophie und spekulative Theo-logie. Herausgegeben unter Mitwirkung von Fach-gelehrten von Dr. Ernst Coinnrer, o. ö. Professor ander Universität Brcslau. Paderborn 1894, FerdinandSchöuingh.
9. v. V. IX. Band, 2. Heft, Inhalt: I. Die Philo-sophie des hl. Thomas von Aquin . Gegen Froh-schammer. VIII. Psychologie. Von Kanonikus vr. MichaelGloßncr in München . — II. Die Neu-Tho misten. Forts.Von ?. Llax. Tdeol. Gundisalv Feldncr Orcl. Lraoä., Priorin Lembcrg. In der Kritik deS Werkes vonv. Frins: Ls-opvusio all ?. vummsrmntli folgt ?. Feldner dem MolinistiscbenVerfasser Schritt auf Schritt, legt unnachsichtig seine Unwahr-heiten, seine logischen Fehler, seine Verdrehungen und Ent-stellungen der Lehre deS hl. TbouraS und der „Tbomistcn"bloß, faßt dann in mehreren Punkten diese Lehre, wie sie tha t-sächlich vorgetragen, nicht wie sie von den Molinisten er-dichtet wird, kurz zusammen, erklärt näher, wie unter derxraemotio physios, der Wille durchaus frei bleibe und nichtdie Potenz für das Gegentheil verliere, iübrt vor die ein-stimmige Lehre des hl. Thomas und der „Thomisten" bezüglichdes Willens, welcher von Gott nicht vorherbewegt undvorherbestimmt ist, widerlegt die diesbezüglichen Mcliuist-ischen Einwürfe; L. Pcsch (Welträthsel, II, S. 364 ff.) kommtdabei mit seiner Theorie vom „actnellen Bewcgungs-quantum" betreffs der Naturdinge, sowie vom „Uebermaßder Selbstbesti >ninungSfähigkeit" im Menschen sehr indie Enge. Mit jeder Fortsetzung unseres Artikels wird eSimmer klarer, was von den Anpreisungen des Frins'schenBuches in verschiedenen Zeitschriften (z. B. Passauer Monat-schrist, 1894, 1. Heft. Abhandlung: „St. Thomas' Gegner derliraomotio xh^siea") oder Broschüren zu halten ist. Jedersachlich urtheilende Leser der k. Feldncr'schen Artikelwird immer bestimmter sagen müssen: „Besser wäre es, wennV. Frins geschwiegen. Er reitet den Molinismus zu Tode." —III. Der Beweis des Aristoteles für die Unsterb-lichkeit der Seele. (Forts, folgt.) Von vr. Eugen NolseS,Rektor in Frauweiler (Nheinprovinz). — IV. Dievotöntrs